Sächsisch-Thüringisches Schweres Warmblut



Das Sächsisch-Thüringisches Schweres Warmblut ist eine Pferderasse aus den Zuchtgebieten Sachsen und Thüringen. Diese Rasse, die nicht mit dem ebenfalls gezüchteten Sächsisch-Thüringischen Kaltblut zu verwechseln ist, wird auch (veraltet) als Thüringer Warmblut oder öfters noch als Schweres Warmblut bezeichnet.
Sächsisch-Thüringische Schwere Warmblüter gehen von der Zucht her auf oldenburgisch-ostfriesische Grundlagen zurück. Ihr Stockmaß beträgt 157-165 cm. Als Fellfarben kommen Rappen, Braune, Füchse, Schimmel vor, statistisch am häufigsten allerdings eher dunkelbraune Farben. Sie weisen einen ausdrucksvollen und markanten Kopf auf einem mittellangen Hals auf. Dieser ist gut bemuskelt und aufgesetzt. Sie weisen am Körper lange, schräge Schulter und einen gut ausgebildeten Widerrist auf. Lendenpartie und Kruppe sind ebenfalls gut bemuskelt, die Kruppe ist zudem leicht geneigt.
Sächsisch-Thüringische Schwere Warmblüter sind ausdauernde, lernfähige und zuverlässige Pferde. Sie eignen sich dank ihrer sehr guten Fahreignung vor allem als Kutschpferd im Fahrsport. So gewannen Vertreter dieser Pferderasse u.a. 2004 die Deutschen Meisterschaften der Zweispänner. Auch die Gespanne auf dem zweiten, dem vierten sowie zwei weiteren Plätzen unter den ersten zehn bestanden aus Schweren Warmblütern.
Früher wurde das Thüringische oder schwere Warmblut vor allem im Zuchtgebiet Thüringen als warmblütiges Arbeitstier gezüchtet. Einsatzgebiete waren die Landwirtschaft und das Fuhrgewerbe. Die Armee nutzte den schweren Warmbluttyp bevorzugt als Trosspferde und für die bespannte Artillerie.

Allerdings war diese Rasse in den 60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts fast ausgestorben da die Zuchtbemühungen zu dieser Zeit eher in Richtung Reit- und Sportpferd gingen. Die Reinzucht des Schweren Warmblutes wurde sogar kurzzeitig durch staatliche Stellen verboten. 1971 endete die Zucht des Thüringer oder schweren Warmbluts mangels Nachfrage. Engagierte Züchter fütterten die Althengste durch, bis 1977 mit 10 verbliebenen Hengsten die Zucht wiederaufgenommen wurde. Seit den 80er Jahren wurde die Zucht der Pferderasse aber wieder aufgenommen und sogar intensiviert. 1981 fand die erste Hengstkörung nach der Zuchtpause statt. Mittlerweile kooperieren die benachbarten Zuchtgebiete Thüringen und Sachsen so eng miteinander, dass die jeweiligen Warmblutzuchtlinien zu besagtem Sächsisch-Thüringischem Schwerem Warmblut zusammengelegt wurden und ein gemeinsames Zuchtprogramm besteht. Gekörte Hengste aus beiden Zuchtgebieten stehen dem jeweiligen anderen Zuchtgebiet zur Verfügung. Zuchtziel ist seit einigen Jahren eher ein sportlicher, leichterer Typ der am ehesten dem Deutschen Reitpferd entspricht. Gleichzeitig wird der schwere Warmbluttyp weiter gezüchtet.

Beide Zuchtgebiete sind auch als gemeinsamer Pferdezuchtverband Sachsen-Thüringen aktiv. Aus historischen Gründen gibt es aber nach wie vor einen eigenen Brand für das Thüringische Warmblut. Von dem Sächsisch-Thüringischen Schweren Warmblut gab es 2005 1140, im Hauptstutbuch eingetragene weibliche Tiere. Lokaler Züchtungsschwerpunkt its das Landgestüt Moritzburg in Sachsen. In Baden-Württemberg gibt es außerdem noch eine Interessengemeinschaft Schweres Warmblut „Baden-Württemberg“, deren Aktivitäten vom Haupt- und Landgestüt in Marbach mitgetragen werden. Ansonsten spielt die Zucht ausserhalb Sachsen und Thüringens keine Rolle.

Bei der Zentralen Dokumentationsstelle für Tiergenetischer Ressourcen in Deutschland (TGRDEU) gilt die Rasse als gefährdet (Effektive Populationsgrößenwert Ne bei 231.6) und fällt dort unter die Kategorie „Erhaltungspopulation“. Nach der Einteilung „Risk-Status“ der FAO gilt die Rasse als gefährdet. Die Bundesländer Sachsen-Anhalt und Thüringen erhalten zur Erhaltung der Pferderasse eigens Fördermittel.

(Quelle: http://www.wikipedia.de )

-rausgenommen-

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