|
Es ging mir ja nichtmal um Nero, der war mir eigentlich egal.. Aber wieso mussten denn alle behaupten ich würde mich nicht um den Wallach kümmern?! Sam konnte nichtmal Britt reiten, die noch um welten einfacher war, als der hochsensible Nero. Tzz.. Die würden schon sehen, was sie davon haben. Trotzdem liefen mir Tränen die Wange hinunter und als ich dann endlich am Reitstall ankam, warf ich mich um Playmates Hals und knuddelte sie ausgiebig. Ich verlor einfach meine Freunde, da konnte ich machen, was ich wollte. Nein, Bastis Schuld war es ganz bestimmt nicht. So oft waren wir auch nicht zusammen weg. Ob ich wirklich langsam die Lust am Reiten verlor? Die Frage konnte ich nicht beantworten. Klar, waren die Ponys mir wichtig, aber Basti.. er ist immer so lieb zu mir und ohne ihn war das Leben nur noch schwerer. Als ich Playmate aus der Box führte, schauten mir viele meiner alten Freunde nach und ich fühlte mich echt beschissen. Keiner redete mit mir, aber so langsam bekam ich das Gefühl sie würden alle über mich reden.
So schnell wurde man also unbeliebt. Letztes Jahr war ich noch Jugendsprecherin gewesen und jetzt.. Oder waren sie einfach nur eifersüchtig, dass ich jetzt mit Basti befreundet war?
Ich beschloss, mit Basti zu reden. Ich meinte, eigentlich könnten wir ja auch mit den Pferden etwas zusammen machen, z.B. Ausreiten oder so. Dann könnte mir wenigstens niemand mehr sagen, ich vernachlässigte meine Pferde! Ich redete mit Basti darüber, der gerade Britt putzte. Ich erzählte ihm auch von der Sache mit Nero. Er fand es auch komisch, dass Sam ihn reiten sollte, und versprach, nochmal mit Ina zu rden. Doch zuerst ritten wir gemeinsam aus. Nur Schritt un Trab, damit Basti keine Panik bekam. Britt war bei einem erfahrenen, doch ängstlichen Reiter wie Basti sehr ruhig, um ihn nicht zu verunsichern. Nach dem Ausritt ging ich mit Playmate noch in die Halle, machte ein wenig Dressur und danach sprang ich über höhere Cavalettis, die noch von der Stunde rumstanden. Playmate gefiel das, denn sie sprang sehr schwungvoll und mit viel Spaß...mir kam eine Idee...war nicht in 3 Wochen dieses Springturnier in Kiel...? Ich musste ja nicht gleich gewinnen, doch ich zeigte dadurch meinen Eltern und meinen (Ex-)Freunden, dass ich meine Pferde sehr wohl noch sehr gern hatte und auch auf Turniere ging. Und außerdem, Playmate war 5, ein kleines Turnier wäre doch ganz gut für den Einstieg...
Ich hatte wieder ein Ziel vor Augen: Meine Eltern mussten einsehen, dass mir die Ponys sehr wohl noch etwas bedeuten und so konnte man es ihnen doch gut zeigen, oder?
Am folgenden Tag hatte ich mal etwas ganz anderes mit Playmate vor. Ich putzte sie gründlich, aber nahm sie am Halfter und mit einer Longe in die Halle. Sie schaute etwas verwirrt, aber nicht uninteressiert, als ich einen relativ niedrigen Sprung aufbaute. Er war auf E-Höhe, aber bevor ich Playmate springen ließ, longierte ich sie kurz, damit sie warm wird.
Die Longe machte ich dann ab und mit einer Gerte "scheuchte" ich Playmate auf den Sprung zu. Sie nahm ihn gelassen und in wunderschöner Manier. Klar, dass sie sofort ein Leckerlie bekam. Ich erhöhte den Sprung leicht und das Pony nahm in wie von selbst. Ich kam kaum dazu die Gerte wieder aufzuheben, schon war sie hinter dem Sprung. Ein erneutes Leckerlie, dann erhöhte ich ihn auf 1,20 und.. sie sprang den Sprung sofort, wie von selbst. Leckerlie und 1,30! Diesmal musste ich einmal mit der Gerte auf den Boden knallen, damit sie sprang. Aber sie tat es und schien sich nur ein wenig anzustrengen.
Klar, da musste ich einfach wieder erhöhen. 1,45. Selbst mir erschien der Sprung riesig, aber Playmate nahm ihn und hätte fast gerissen, wenn sie nicht noch in letzter Sekunde ihre Beine eingezogen hätte. Sie kam mir unheimlich stolz vor. Während ich den Sprung abbaute, lief sie im Imponiertrab durch die Halle, Schweif hochgestellt, Nase gen Himmel. Ich musste tatsächlich lächeln und Playmate steigerte den Gang noch ein wenig. Dh. Schweif noch höher, genauso wie die Nase.
Dann stolperte sie und galoppierte lieber noch ein wenig. Schließlich holte ich meine Kappe und hiefte mich auf ihren Rücken. Sicherlich war es gefährlich, so ohne Sattel und Trense, aber ich vertraute ihr und ritt nur Schritt. Sie gehorchte auch sehr gut auf Schenkel und tat was ich wollte. Naja, so halbwegs immerhin. Als ich wieder abstieg, war ich richtig happy und knuddelte sie ausgiebig.
Ich trainierte viel mit Playmate, doch auch um Britt kümmerte ich mich viel. Mit Basti hatte ich abgesprochen, max. 2x pro Woche wegzugehen, stattdessen ritten wir zusammen. Dabei nahm ich Britt, denn nach dem Streit mit meinen Eltern wollte ich beweisen, dass ich sehr wohl alle meine Pferde vesorgen konnte. Basti bekam solange Leander, ein sehr liebes, gut ausgebildetes Schulpferd. Es machte sehr viel Spaß, mit Basti zu reiten, und von mal zu Mal wurde er mutiger und nach kurzer Zeit traute er sich auch, wieder zu galoppieren.
Beim Training mit Playmate achtete ich vorerst nicht auf das Tempo, sondern mehr darauf, dass sie sauber absprang, die Beine hochnahm und mit dem richtigen Bein landete, damit sie sich erst gar nichts falsches angewöhnen konnte. 2x die Woche gab mir Anke auf Playmate Unterricht, um uns für das Turnier (wo wir nach Einverständnis meiner Eltern schon angemeldet waren), vorzubereiten. Playmate machte große Fortschritte, sie war mutig und vorsichtig zugleich und sie lernte es schnell, die Schritte zu verlängern und zu verkürzen, um richtig abzuspringen. Kurz: sie hatte wohl eine Begabung für das Springen! Als ich Anke mal darauf ansprach, antwortete sie, sie wüsste nicht, woher sie diese Begabung hätte, denn ihre Mutter war ein normales Freizeitpferd und ihr Vater mehr dressurveranlagt gewesen. Aber das war ja auch egal, Hauptsache, es machte uns beiden Spaß, und das tat es! Kein Wunder, dass ich das Turnier in einer Woche kaum noch abwarten konnte...
Na dann schreib ich eben weitaaaa *grummel*:
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
Und dann war das Turnier! Ihr könnt euch ja vorstellen, wie ich mich gefühlt habe...Ich hatte selbst wenig Turneirerfahrung und dann gleich mit einem Jungpferd...wenn das mal gut geht... dachte ich die ganze Zeit, als ich an diesem Samstag nach der 1-stündigen Fahrt meine Kleine putzte. Ich war so aufgeregt, dass ich meine positive Einstellung und den Willen, meinen Eltern etwas zu beweisen, ganz verdrängt hatte. Anke, die außer meiner Mutter auch dabei war, kam mit einem Becher Kakao zu mir. "Hier Lena, trink erstmal", sagte sie und hielt mir das dampfende Getränk unter die Nase. Ich nahm einen Schluck und schon fühlte ich mich wieder besser. Tiiiiieeeef durchatmen...Ich trank aus und machte mich daran, Playmates Hufen einzufetten. Glanzspray nicht vergessen. "Lena, deine Konkurrenz ist gut, bis jetzt 8 fehlerlose Ritte!" rief meine Mutter, als sie zurückkam. WAS?? Wie sollte ich das bitte schlagen? Mein einziger Joker war die Zeit. Ich hatte in der letzten Woche, nachdem Playmate die Grundkenntnisse sicher beherrschte, viel auf Zeit trainiert, was gut klappte. Wenn Playmate entspannt und ruhig war konnte sie den Parcours in 1:36 schaffen, aber das war bis jetzt auch das Beste. "Mama, kannst du mal nachsehen, wie schnell diese Ritte waren?" bat ich sie. "Langsam, Lena. Erstmal musst du dich dafür qualifizieren, indem du einen fehlerlosen 1. Ritt hinlegst!", warf Anke ein. Ich nickte. Doch trotzdem wollte ich es gerne wissen. Meine Mutter kam zurückgelaufen, als ich Playmate gerade den Sattel auflegte. "Also der beste Ritt war bis jetzt 1:53!", rief sie. Ich atmete auf. Das konnte ich schaffen! Doch erstmal musste ich mich dafür qualifizieren.
Ich ritt nun schon 20 Minuten auf dem Abreiteplatz und mit jeder Minute und somit auch dem Näherrücken meines Rittes bekam ich mehr Angst. Ich trabte ruhig, um Playmate in Stimmung zu halten. Mein Herz raste. Nochmal nachgurten. Traben. "Lena Müller auf Playmate bitte auf den Platz!", ertönte die Stimme des Spreches durch den Lautsprecher und mein Herzschlag setzte aus.
Ich ritt mit Playmate auf den Parcours zu und sie wurde von Schritt zu Schritt nervöser. Genauso wie ich.
Ich konnte sie kaum noch halten und erstrecht nicht anhalten, um zu grüßen. Okay, dass hatte ich dann schonmal verhauen..
Die Startglocke ertönte und ich ließ Playmate ruhig angaloppieren. Es war ein einfaches E-Springen und ich war nervös und kam mir vor wie bei den German Classics.
Nun waren wir endlich über dem ersten Sprung, meine Nervosität legte sich, ich gab ihr ein wenig mehr Zügel und ließ das Pony zum nächsten Sprung galoppieren und sie sprang sauber ab.
Ich fühlte mich nun sicher, ritt konzentriert und achtete darauf, ihr nicht im Maul zu reißen. Alles klappte wunderbar, aber ich wusste, wir waren nicht die Schnellsten.
Als wir den letzten Sprung genommen hatten und fehlerfrei geblieben waren, hörte ich noch die Stimme des Sprechers. "Lena Müller auf Playmate mit einem sehr schönem Ritt und einer Zeit von 1:57 bisher auf dem 2. Platz!" Ich schrie vor Freude auf, rutschte vom Pferd und küsste Playmate ab. Das Publikum applaudierte!
Den Rest der Zeit hoffte ich darauf, dass niemand mehr schneller sein würde als ich. Ich zitterte sogar.
Schließlich war ein Mädchen auf einem riesigen Fuchs noch schneller, als ich. Trotzdem war ich megaglücklich und freute mich über die weiße Schleiße und eine Stallplakete.
Nach meinem überraschendem 3. Platz beschloss ich, mit Playmate von nun an öfters auf Turniere zu gehen. Das hieß jetzt nicht, jede Woche eins, sondern, ab und an, wenn es sich anbot. Denn Playmate hatte eine Begabung und da es ihr auch Spaß machte, wollte ich das weiter ausbauen. Soviel dazu.
Mit Basti war auch alles ok, wie gesagt unternahmen wir jetzt viel auf dem Pferderrücken, was meine Eltern sehr begrüßten. Gott sei Dank litt Bastis und meine Beziehung nicht darunter, dass "zusammen weggehen" von dort an mehr oder weniger "Ausreiten" hieß. Aber auch in diesem Bereich wurden wir immer unternehmungslustiger und bauten öfter ein Picknick, Schwimmengehen im See o.Ä. ein. (Playmate hatte übrigens auch kein Problem damit, mit schwimmen zu gehen - ein tolles Gefühl!)
Das einzige Problem war die Sache mit Nero. Sam kam natürlich, wie erwartet, nicht mit Nero klar, das einzige was sie schaffte, war, ihn zu putzen und auf die Weide zu bringen. Aber sonst war er einfach viel zu temperamentvoll für die Anfängerin und das wurde Ina auch schnell bewusst. Da sie aber noch für mehrere Wochen im Bett bleiben musste, kam sie nach einiger Zeit zu dem Entschluss, ihn mir anzuvertrauen, was ich sehr genoss. Nero ging unter mir sehr gut und da Britt jetzt wieder von Basti versorgt wurde, hatte ich auch keine Zeitprobleme. Zweimal ging ich mit Nero sogar auf ein Turnier, ebenfalls Springen, wir belegten den 6. und den 3. Platz, was mich sehr freute! Insgeheim hoffte ich, Ina würde ihn mir als Reitbeteiligung geben, aber das dauerte noch eine Weile.
Kurz: Alles verlief zu meinen Gunsten und ich war rundum zufrieden.
Doch da war ja noch die Geschichte mit dem geheimnivsollen Mann, die ich nie zuende erzählt hatte...
. . . Anfangs hörte ich nichts mehr von ihm und versuchte das Ereignis zu verdrängen. Doch an einem Tag, als ich Ina besuchte und mich im Zimmer verirrte, traf ich ihn. Er lag in einem Bett und las. Schnell ging ich wieder aus dem Zimmer, aus Angst er würde nochwas sagen. Seitdem habe ich ihn nicht mehr gesehen.
Auf dem Hof:
Ich ging die Stallgasse hinunter, streichelte kurz Playmate und Britt. Als ich in Nero's Box gehen wollte, fand ich Ina.
"Ina!!! Das ist ja.. Seit wann bist du nicht mehr im Krankenhaus?" "Seit gestern. Eigentlich muss ich noch zu Hause bleiben, aber ich musste Nero einfach sehen"
Ich nickte und wir umarmten uns. "Eigentlich wollte ich ja Nero reiten, aber ist ja klar, dass ich ihn dir jetzt wieder überlasse." Diese Entscheidung fiel mir schwer, aber Nero war nunmal ihr Pferd - nicht meins.
Wir striegelten ihn gemeinsam und ich sattelte, während sie ihm die Trense ins Maul schob. "Longierst du ihn erst ab?" Sie nickte und ich ließ sie alleine.
In der Halle traf ich sie wieder und schaute zu, als sie sich auf Nero's Rücken schwang und mit ihm eine schöne A-Dressur ritt. Die Beiden passten einfach super zusammen! Als sie schließlich abstieg, war sie glücklich, umarmte Nero und brachte ihn in den Stall.
Nachdem ich Playmate und Britt bewegt hatte, bekam ich ein deja-vu. Einige Mädchen standen auf dem Hof um einen Jungen rum und alle machten ihn an. Einfach lächerlich! War ich froh, dass ich mit Basti zusammen war. Als ich mich abwandte, spürte ich Blicke auf meinem Rücken und ich ging schnell zu Playmate.
"Ist das dein Pferd?" Ich drehte mich um und starrte in genau in wunderschöne, braune Augen. Klar, ich war verliebt - in Basti und diesen Jungen. Was nun?
Ich beschloss abends im Bett, diesen Jungen zu vergessen. Außer einem süßen Lächeln und den tollen braunen Augen hatte er wirklich nichts an sich. Nichtmal seinen Namen kannte ich! Und Basti liebte ich, wir waren seit 3 Monaten ein sehr glückliches Pärchen und ich hatte nicht die Absicht, diese Beziehung aufzugeben! Also sollte ich ihn so schnell wie möglich vergessen und diese Szene verdrängen!
Am nächsten Morgen, ich erreichte gerade den Hof, kam Anke mir entgegengerannt. Ich wunderte mich, da sie sonst nie so stürmisch war und bevor ich fragen konnte, überschüttete sie mich mit Neuigkeiten wie ein Wasserfall. "Hallo Lena! Hoffe, es geht dir gut. Ich muss dir einiges mitteilen...also 1.: in 3 Wochen findet ein E-Springen in Hamburg statt, hier das Anmeldeformular, ich denke, du möchtest mit Playmate daran teilnehmen!" "Danke...", erwiderte ich nur verwundert. "Und, tut mir Leid, ich bin wirklich in Eile, in einer halben Stunde bekommen wir Neuzugang, eine junge Frau kommt mit ihrem Wallach, sie wird ihn hier hinstellen, da sie den Stall gewechselt hat. Ich glaube, sie reitet Turniere und ist Trainerin oder sowas...Na ja, wie auch immer, das war die 2. Sache. Wäre übrigens nett, wenn du mir mit der Box helfen könntest." Ich nickte. Klar hatte ich Lust! Anke fuhr fort: "Und die 3. Sache ist, dass ich für 1 Woche verreisen werde. Ich habe ein sehr interessantes Angebot bekommen, eine Zuchtstute und einen Reitschulwallach zu kaufen. Das klingt sehr vielversprechend, der Wallach ist 10 Jahre alt und angeblich ein ganz liebes Kinderpony, genau das, was wir brauchen! Nächsten Montag, also in 3 Tagen werde ich fahren, Markus übernimmt solange die Stellung hier, ich wollte dich nur fragen, ob du Lust hast, für etwas Taschengeld natürlich, meine Arbeit abzunehmen? Also ich meine natürlich nicht, Unterricht geben, aber füttern, misten, auf die Weide bringen, sich um die Kinder kümmern...du hast mir schon 1000 mal dabei geholfen und in einer Woche kannst du da nicht allzuviel falsch machen! Einverstanden? Ich würde dir pro Tag 15 Euro geben, okay? Gut, überleg es dir, aber ich muss jetzt wirklich los, die Arbeit ruft! Sag mir Bescheid!" und damit rauscht sie ab. Ich war ganz verwirrt von so viel Neuem, aber es waren wirklich gute Nachrichten! Eine Trainerin kommt auf unseren Hof...? Wenn ich da mal nicht gespannt war! Außerdem, das Trunier klang super und mit der Trainerin...Nein, nein nein! Ich dirfte mir keine falschen Hoffnungen machen...wer weiß was die Frau überhaut vorhat, vielleicht hat sie ja keine Zeit oder so!
Aber das mit dem Job als Aushilfestallbursche fand ich super! Und da ich gerade Osterferien hatte, hätten meine Eltern bestimmt nichts dagegen...
In meinem Kopf sprossen die Keime erster Ideen.
Aber erstmal wartete ich auf die Trainerin. Ich setzte mich auf eine Bank, kaufte vorher eine Cola im Reiterstübchen und genoss das schöne Wetter. Ich war ein wenig am Dösen und bemerkte die Ankuft des Pferdehängers nicht. Schließlich brachte mich eine Stimme wieder in die Gegenwart zurück. "Hallo? Kannst du mir vielleicht helfen? Meine Pferde können nicht ewig am Anbinder stehen und diese.. wie heißt sie nochmal.. Anke ist auch nicht auffindbar." Ich war noch verpennt und schaute auch dementsprechend. Mein einziger Laut war ein tiefes Grunzen. "Ist bei dir alles okay? Bitte, du weißt doch bestimmt, ob die Boxen für Leonora und Stromer fertig sind.." Ein erneutes Grunzen meinerseits. "Okay.. ehm.. ich lass dich dann mal hier sitzen.." Die Stimme wurde unsicherer und ich kam wieder halbwegs zu mir. Ich setzte mich auf und grunzte erneut. Ich war nunmal ziemlich schläfrig, wenn ich geweckt wurde, konnte ich auch nichts machen! Die Frau zog ab und mir wurde klar, was gerade passier war. Miiiiiiiist, was denkt die denn jetzt von mir?!
So ein Sch...jetzt kann ich mir meine Pläne von wegen mit ihr trainieren abschminken....Mist aberauch!!
Schnell rannte ich hinter ihr her und sagte:"Tut mir Leid, ich hab grad vor mich hingedöst und war noch im Halbschlaf. Sie haben mich gleich von meiner Nicht-Schokoladenseite kennengelernt...Ich heiße übrigens Lena und habe hier meine 2 Pferde!" Die junge Frau grinste: "Kein Problem, ich kenn das. Ich bin auch immer bisschen durcheinander, wenn mich jemand weckt. Ähm...könntest du mir jetzt bitte die Boxen zeigen?", antwortete sie. "Ich heiße übrigens Susanne und bin 26." Ich nickte und erzählte ihr vom Hof, Playmate und Britt, während ich ihr die Boxen zeigte. Dann kam Anke und entschuldigte sich vielmals, sie hatte noch ein wichtiges Telefonat zu führen, aber sie hoffe, es würde Frau Jakobs hier gut gefallen, bla bla bla...
Ich ging nach kurzer Zeit, diese Begrüßungszeremonie hatte ich schon oft genug miterlebt. Meine Pferde warteten auf mich und während ich mit Playmate über den Gehorsamkeitssrpung "flog", dachte ich, jetzt hätte ich vielleicht doch noch eine Chance.
"Ihr seid echt begabt", eine Stimme kam von hinten. Frau Jakobs stand an der Bande und schaute uns gelassen zu. "Willst du nicht mal wissen, wie hoch dein hübsches Pferdchen springen kann?" Ich war verunsichert. "Sicher doch, aber.." Doch ich wurde unterbrochen. "Dann steig doch mal ab und nimm den Sattel runter und leg die Trense weg." Es konnte ja nicht schlimm werden, dachte ich mir und befolgte die Anweisungen. Frau Jakobs kam in die Reitbahn - mit einer Peitsche in der Hand. Sie brachte mich dazu den Sprung zu erhöhen und Playmate zu Springen. Sie tat es, war aber vorsichtiger als sonst. "Mach mal höher, sie kann viel!" 5 Minuten später schon war das Hindernis auf 1,30. "Ehm.. Susanne.. Ich weiß nicht, ob sie das schafft.." Ich versuchte zögerlich ihr zu widersprechen, aber sie winkte ab. "Sicher, sie ist ein schicker Hannoveraner - wenn auch etwas klein geraten. Das macht sie!" Doch Playmate verweigerte. Ich sah das Weiße in ihren Augen und konnte nicht schnell genug reagieren um zu verhindern, dass sie sprang - die Peitsche war schneller. Im letzten Moment zog Playmate ihre Beine ein und nahm das Hindernis. "Mach höher, sie kann noch mehr." 1,40. Ob sie das Springen würde? Ich sah ihre Angst und wusste, dass es falsch war, aber was sollte ich machen? Susanne ist eine hervorragende Trainerin und wird wohl wissen, was sie macht - oder?!
Ich überlegte kurz...Das kann ich nicht machen! Ich kann meine junge Stute nicht in Gefahr bringen, das ist unverantwortlich!
"Nein!", rief ich entschlossen! "Das geht zu weit! Warum sollte ich meine Stute gefährden??! Ich bin doch nicht blöd!" Entschlossen stapfte ich in die Mitte und fasste Playmate am Halfter. Ihr Augen waren weit aufgerissen und sie pumpte heftig. Nur weil sie so erschöpft war, rannte sie nicht vor mir weg. Sie war am Ende ihrere Kräfte. Ich streichelte sie, redet mit ihr als Beruhigung..."Ist ja gut...", flüsterte ich leise. Doch sie entspannte sich nicht. Sie war immernoch starr vor Schreck. Frau Jakobs stand noch in der Mitte, wie ich das aus dem Augenwinkel sehen konnte. Aber sie war mir egal, jetzt erst recht! Was fiel der ein??
"Du wirst schon noch sehen, was du davon hast!", rief sie wütend und verließ die Halle. Und ich blieb da, mit meiner Stute, deren Vertrrauen ich zum 2. Mal mißbraucht hatte.
Nachdem ich sie in die Box gebracht hatte, half gar nichts mehr. Meine Leckerlies fraß sie nicht, sie drehte mir den Hintern zu und legte bloß die Ohren drphend zurück, wenn ich die Box betrat.
Ich stand noch fast 1 Stunde an der Box und redete mit ihr. Obwohl ich selbst völlig fertig war, versuchte ich zu lächeln. Als ich schließlich ging, heult ich los. Mein Handy vibrierte. Eine SMS von Basti!
"Hey Lena,
Können wir uns treffen? Muss dir was sagen."
Kein "HDL" oder "ILD".. Noch ein Grund zum Heulen. Ich simste schnell zurück.
"Huhu Basti! Was ist denn los? Komm doch zu mir nach Hause. Muss dir auch was sagen. I MISS YA Lena"
Ich beschloss, mir im Reiterstübchen einen Kakao zu machen. Jezt hatte ich das gleiche Problem wie vor einem halben Jahr mit Playmate. Aber ob sie mir nocheinmal verzeihen würde?
Piiieeep, Piiieeep...mein Handy klingelte wieder. Die Antwort von Basti vielleicht?? Ja! "Ich komme in 10 Minuten zum Hof, okay? Bis dann!" Schnell tippte ich: "Ist gut! Freu mich! LOVE U!" und schob das Sony Ericsson wieder in meine Hosentasche.
Da ich die Wartezeit nicht beib Playmate verbingen wollte (ich wusste, dass es nichts bringen würde), ging ich in Ankes Büro und heulte mich bei ihr aus. Ich erzählte ihr alles mit Frau Jakobs und dass sie Playmate praktisch gezwungen hatte, zu springen. Als ich fertig war, lächelte sie mich an. "Ich hab mal wieder alles beobachtet. Das überrascht dich,was? Aber ich war neugierig, was passieren würde, wenn Frau Jakobs zu dir in die Halle geht." Ich war wütend! "Warum hast du denn nichts unternommen?? Hättest du tatenlos zugesehen, wie sie Playmate umbringt??" Anke lächelte immernoch. "Ich wusste, du würdest es nicht so weit kommen lassen und ich muss sagen, ich bin trotzdem stolz auf dich. Ich denke, nicht jeder hätte so gehandelt wie du! Deine Pferde können froh sein, einen so verantwortungsvollen Besitzer zu haben wie dich, auch wenn du schon früher hättest eingreifen können." Ich seufzte. "Ich weiß. Aber ich dachte, Frau Jakobs ist ja eine Trainerin und wird es ja wohl wissen! Mittlerweile bin ich da auch anderer Meinung. Playmate führt sich wieder so auf wie neulich." Anke erwiderte: "Lass ihr Zeit. Sie wird sich schon wieder beruhigen, auch wenn dich das wieder viel Geduld und Nerven kosten wird. Aber versprich mir, dass du es das nächste Mal nicht so weit kommen lässt, okay?!" Bevor ich antworten konnte, klopfte es an der Tür und Bastis Kopf erschien. "Basti!" Ich rannte auf ihn zu und umarmte ihn. "Hi Lena!" flüsteret er leise und umarmte mich auch. "Gehen wir am besten raus. Tschüss Anke!" und damit zog er die Tür hinter sich zu. Alles war still. Es war schon spät. Nur das friedliche Mümmeln der Pferde war zu hören.
"Erzähl erst du! Ich mach mir schon Sorgen! Ist etwas passiert? Sag schon!" Ich platzte fast vor Neugierde, aber hatte auch Angst vor der Abtwort. "Lena, ich muss dir etwas Schlimmes sagen. Ich bin selbst sehr traurig." Ich erschrak. "Basti, was um Himmels Willen ist los???" Ich hatte Angst. Richtige Angst. "Wir werden umziehen. Mein Vater ist gefeuert worden aber hat einen neuen Job bei Stuttgart anbgeboten bekommen. Wir haben keine Wahl. In 3 Wochen sind wir weg." Meine Angst verlief in Trauer. Ich umarmte ihn und merkte, wei mir heiße Tränen übers Gesicht tropften. Das konnte nicht wahr sein! "Und was wird aus uns?", schluchzte ich, während ich mein Gesicht an seins drückte. Er legte einen Arm um meine Schulter. "Ich weiß es nicht. Auf jeden Fall werden wir in Kontakt bleiben! Hörst du?? Wir bleiben in Kontakt! Für immer!" Trotz der Tränen und dem Schluchzen hob ich meinen Kopf, sah in seine grünen Augen und sagte: "Für immer!"
Es war wie früher: Playmate wurde von Anke bewegt und ich teilte mir Britt mit Basti. Wir trafen uns oft auf dem Hof und ritten Schulpferde im Gelände oder halfen den jüngeren Kindern beim Satteln und Trensen. Schon jetzt vermisste ich Basti sehr, obwohl wir immernoch zusammen waren. Wie sollte es erst werden, wenn er weg ist? Ina wäre dann auch weg, genauso wie Nero..
Ich heulte ständig und überall. Meine Mutter dachte schon an Depressionen. Ich wusste nicht weiter. Playmate hasst mich, Basti ist bald weg, Ina auch, Nero auch..
Doch nach einer Woche kam Ina auf mich zu, als ich gerade Britts Box stand und sie putzte. "So ist´s fein, meine Süße. Bist ein braves Pferdchen...", sagte ich zu ihr. Sie benahm sich wirklich tadellos. "Du wirst Basti wahrscheinlich genauso vermissen, wie ich ihn!", redete ich weiter mit ihr, als Ina neben mir auftauchte. Ich zuckte zusammen. "Ich hab dich gar nicht kommen sehen!", sagte ich und lachte. "Tut mir leid, ich wollte dich nicht erschrecken." Ina wirkte etwas kleinlaut, doch bevor ich etwas erwidern konnte, fing sie an: "Du, Lena, wie du weißt, ziehen wir in 2 Wochen um." Ja, das wusste ich, sehr genau sogar. In 2 Wochen ist Basti endgültig weg...Und Tränen schossen mir in die Augen. Schnell fuhr ich mit dem Handrücken übers Gesicht. "Ich weiß", sagte ich tonlos. Sie redete weiter: "Genau darum geht es! Ich weiß, dass kommt jetzt überraschen und ich will dich keinesfalls überstürzen, aber..." Ich schaute sie an. "Aber...?", und platzte fast vor Negierde. Ina blickte mir ins Gesicht. "Ich möchte dir Nero verkaufen! So, jetzt weißt du´s." Ich sagte gar nichts. Mir hatte es die Sprache verschlagen. Ina will MIR ihren heißgeliebten Hanno verkaufen?? Aber..."...das kann ich doch nicht annehmen! Er gehört doch dir! Du liebst ihn doch und er dich! Das könnte ich nicht! Ich will dir doch nicht dein Pferd wegnehmen!", sprudelte es jetzt aus mir heraus. "Du nimmst ihn mir nicht weg, Lena." Ina strich über Britts Hals. "Ganz bestimmt nimmst du ihn mir nicht weg! Nur...", sie sah mich wieder an. "Ihr kommt so toll miteinadner aus. Als ich krank war, hat mir jeder gesagt, wie toll ihr zusammenpasst, was ich nur bestätigen kann! Und Nero liebt dich! Er geht so toll unter dir und freut sich immer tierisch, wenn du bei ihm bist!", sagte sie. Ich antwortete: "Ich kann nicht bestreiten, dass er ein tolles Pfed ist und ich ihn liebe, aber warum willst du ihn mir jetzt plötzlich verkaufen, ich mein, magst du ihn nicht mehr oder wie? Was ist passiert?" Sie schüttelte energisch den Kopf. "Quatsch!! Das ist es nicht! Ich finde ihn nach wie vor fantastisch! Aber wir ziehen nach Stuttgart, in eine Gegend, wo es keine Reitställe in der Nähe gibt, ich müsste über eine Stunde fahren! Das geht nicht! Das hätte auch Nero nicht verdient, wenn ich so selten zu ihm kann. Und außerdem, weißt du, Papa hat zwar einen neuen Job bekommen, aber um ehrlich zu sein, so toll bezahlt ist der auch nicht! Und wir müssen schon den Umzug bezahlen und ein paar neue Möbel und ein neues Auto brauchen wir auch, das wird einfach zu teuer! Und da ich weiß, ihr beiden seid ein Dreamteam - so schwer es mir auch fällt - ist das die beste Lösung!" ich sah, wie ihr eine Träne über die Wange rollte. Ich umarmte sie. "Danke, das werde ich dir nie vergessen!", flüsterte ich während ich spürte, wie sie weinte. Und konnte nur hoffen, das meine Eltern keine Einwände haben würden. Doch ich war sicher, das würden sie nicht haben.
Aber hatte ich denn eigentlich genug Zeit für 3 Pferde? Schon mit Playmate und Britt stand ich sehr unter Zeitdruck. Geld war kein Problem, da ich keine Boxenmiete für meine Pferde zahlen musste. Ich half immer so stark mit und irgendwann hatte ich mit Anke ausgemacht, dass ich lieber den Anfängern Unterricht geben solle - das bräuchte der Reitverein viel dringender.
3 Pferde würde ich wirklich nicht schaffen und Basti würde auch nicht mehr da sein um Britt zu bewegen - noch ein Problem.
Meine Eltern sahen das genauso und erlaubten mir weiterhin 2 Pferde - egal welche. Ich heulte verzweifelt und dachte an Playmate. Sollte ich sie weggeben? Nein, sie ist einfach mein Pferd - ich habe sie ausgebildet und liebe sie. Sie war und ist für mich immer die Nummer 1!
Kurz entschlossen ging ich zu Ankes Büro und kloppfte. Sie würde schon wissen, was ich machen sollte.
"Hey Anke..." fing ich an und schilderte ihr mein Problem. Sie überlegte einen Moment. Dann sagte sie: "Lena, ich versteh dein Problem durchaus und ich finde auch, dass du und Nero sehr gut zusammen passt. Eigentlich könnte ich auch mit deinen Eltern reden, aber da will ich mich lieber nicht einmischen. Das ist nunmal ihre Entscheidung." Ich antwortete: "Ja, ich denke, bei denen lässt sich nichts machen..." Anke erwiderte: "Lena, ich mach dir einen Vorschlag. Was hältst du davon, wenn wir, also der Retverein, dir Britt abkaufen? Laaangsam, lass mich ausreden. Wir suchen noch ein paar ganz, ganz liebe und zuverlässige Kinderponies, an denen man auch Theorie zeigen kann. Wir haben viele Pferde, die das nicht leiden können und dann rumzicken. Das ist immer problematisch, denn wie soll man dann die Theorie erklären und gerade Anfänger lassen sich durch z. B. einen sturen Blacky, der partout sein Maul nicht öffnen will, sehr schnell entmutigen. Britt wäre perfekt geeignet. Sie ist ganz lieb und ausgeglichen und ruhig und liebt es, wenn man sich mit ihr beschäftigt. Sie würde auch nur höchstens 2 Reitstunden am Tag laufen, eher 1. Was hältst du davon??" Fragend schaute sie mich an. Doch ich war unsicher: "Eigentlich keine schlechte Idee, aber ich will sie nicht verlieren! Ich liebe sie doch, auf ihr habe ich doch alles gelernt!" doch Anke erwiderte: "Du kannst sie ja immer sehen, immer bei ihr sein, wenn sie nicht gerade gebraucht wird, und sooo viel wird das auch nicht sein, aber sie wird eine sinnvolle und für ihr Alter angemessene Arbeit bekommen. Du kannst sie ja auch ab und zu reiten oder einfach putzen, sie wäre praktisch immernoch dein Pferd, nur dass sie eben mehr dem Unterricht dient. Du kannst immer zu ihr!" Anke lächelte mich freundlich und aufmunternd an. "Ich kann wirklich immer zu ihr und sie auch mal reiten??" fragte ich aufgeregt. "Klaaar, versprochen! Glaub mir, Britt wird gar nicht merken, dass du nicht mehr ihre Besitzerin bist!" Anke lächelte weiter ihr typisches Alles-wird-gut-und-ich-will-dir-helfen-Lächeln, das ich so liebte. Ich könnte immer zu ihr, und sie auch manchmal reiten...sie mag es so gerne, wenn man bei ihr ist, sie wird es lieben, den Kindern Reiten beizubringen...und ich kann trotzdem immer zu ihr! Ich schaute Anke an und jetzt lächelte ich auch! Die perfekte Lösung!
Sofort ging ich nach Hause und rief Ina an. Eine halbe Stunde später kam sie dann zu mir und wir machten ab, dass ich Nero schonmal reiten könnte und den Kaufvertrag würden wir nächste Woche machen. Ich umarmte sie und war richtig happy. Dann rief Anke an:"Hey Lena! Wissen deine Eltern das mit Britt schon?" "Ja, sie sind auch einverstanden!" "Das ist schön. Wie wäre es, wenn du sie noch einmal in der Woche korrekturreitest? Sie geht so schön, da wäre es doch schade, wenn nur Reitschüler sie reiten.." "Klar, fände ich super" Wir redeten noch ein wenig und schließlich legte ich auf.
Dann fiel mir wieder ein, dass ich Basti in 2 Wochen nie mehr wiedersehen würde und ich heulte erneut.
Ich versuchte, die noch verbleibende Zeit mit Basti bestmöglich zu nutzen. Wir unternahmen täglich etwas und hatten auch Riesenspaß. Heute kann ich sagen, wir liebten uns jeden Tag mehr und haben das Beste draus gemacht, doch das war mir nach 2 Wochen am Tag des Abschieds natürlich so nicht bewusst. Wir umarmten uns stundenlang und küssten uns noch länger. Mir liefen ganze Bäche von Tränen das Gesicht herunter und auch er konnte sich nur schwer zurückhalten. Die Welt war so ungerecht! Warum? Warum? Ich liebe ihn doch und habe mich vor diesem Augenblick gefürchtet. Ich wollte diesen Zeitpunkt immer hinausschieben, aber jetzt ist er gekommen. dachte ich, als seine Eltern ungeduldig hupten. Sie hatten eine lange Strecke vor sich. Sie waren auf dem Hof, weil meine Eltern mit ihnen vorhin das mit Neros Kaufvertrag endgültig geregelt hatten. Ich drückte Basti an mich. Ich wollte ihn nicht verlieren. Doch ich musste mich jetzt wohl von ihm trennen. "Ich muss gehen, Lena. Mach´s gut!" flüsterte er. "Ich liebe dich. Geh nicht!" sagte ich genauso tonlos. Von Ina und den Eltern hatte ich mich schon verabschiedet. "Ich muss! Aber sobald wir da sind, ruf ich dich an!" sagte er. "Es war eine schöne Zeit mit dir, die ich nie vergessen werde. Ich hoffe du siehst das genauso.", schluchzte ich. "Ich liebe dich!" und damit löste er sich aus meiner Umarmung (((wohl eher Klammergriff))) und setzte sich ins Auto. Er winkte. Doch ich winkte erst, als das Auto fast um die Ecke bog.
Heulend rannte ich in mein Zimmer und verbrachte den ganzen Tag dort. Sam besuchte mich, aber verzog sich schnell wieder, da ich kein einziges Wort sagen konnte. Meine Mutter brachte mir alle halbe Stunde etwas zu essen, aber ich rührte nichts an und war festentschlossen für immer liegenzubleiben und zu heulen.
Irgendwann schlief ich dann ein.
Am nächsten Tag ging ich wieder zum Hof, ständig liefen mir Tränen die Wangen hinunter. Natürlich ritt ich Nero und Playmate (die inzwischen wieder halbwegs normal war) und freute mich, als beide sehr schön gingen. Schließlich ritt ich noch mit Nero ins Gelände und ließ ihn lange über Felder galoppieren.
Die nächsten Tage waren ähnlich. Ich heulte zwar oft, aber so langsam wurde ich wieder normaler.
Mit Basti hatte ich am Anfang nach wie vor Kontakt, wir telefonierten täglich, mailten, chatteten und schworen uns ewige Liebe.
Ich heulte irre viel und brauchte mehrere Wochen, bis ich vollkommen akzeptiert hatte, dass mein Leben auch ohne Basti einen Sinn hatte. Und der bestand in den Pferden: Ich hatte zwei Junge, tolle Pferde, mit denen ich viel anfangen konnte! Und übrigens ging es Britt wunderbar, sie genoß ihr Leben als Lehrerin und freute sich sehr, wenn ich ab und an mit ihr über die Felder trabte, sie gründlich putzte oder einfach nur in ihrer Box saß und mit ihr redete. Kurz: sie war sehr glücklich und ich langsam auch. Mir wurde klar, dass das ich meine Zukunft auf den Pferderücken setzten sollte!
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
geh jezz off XD
Immerhin ritt ich schon sehr gut für mein Alter und hatte Pferde mit super Anlagen. Anke lachte, als ich ihr das erzählte. "Das war ja eh klar, Lena! Du dachtest doch nicht im Ernst, dass ich dich nicht irgendwann zu richtigen Turnieren zwingen würde, oder?" "Äh, was..?" "Schau dir doch Nero und Playmate an, die Beiden strotzen nur so vor Energie! Mit Playmate wirst du super dressurreiten und mit Nero.. er könnte beides. Schließlich hat er genug Ausstrahlung und Potential." Wir redeten noch eine Weile über das Thema und kamen zu dem Schluss, dass Anke mich für ein paar Turnierchen anmelden würde. Eine Trensen-A mit Playmate und eine Kandaren-L mit Nero! Springen sollte ich erstmal nicht.
Ich war hypernervös, als ich die Mähnen der Beiden Pferde einflocht...
...aber ich hatte keine Wahl, jetzt war es zu spät. In einer halben Stunde würde ich mit Playmate auf den Platz gehen und heute Nachmittag mit Nero.
Die 2-stündige Fahrt hatten sie beide gut überstanden und mümmelten zufrieden am Heunetz.
"Ankeeee?? Weißt du, wo mein Jackett ist?", rief ich aufgeregt in den Transporter. Kurz darauf erschien Anke mit einem Kleiderbügel - auf ihm die weiße Hose und das dunkelblaue Jackett. "Hier sind sie! Aber ich leg sie wieder zurück, du brauchst sie erst gleich!"
Also polierte ich weiter an Playmates schokobraunem Fell herum.
Bald war die Mähne war fertig und das Stütchen sah prächtig aus! Ich zog mich um, dann ging ich auf den Abreiteplatz. Playmate war sehr nervös. Ich bog sie und beschäftigte sie im Maul, um sie zu beruhigen. Nach 10 Minuten ritt ich sie vom Stand in den Trab und andesrum, eine Lektion, die gleich gefragt war. Sie kaute schön, trat prima unter und machte sich rund. Alles in einem gaben wir ein tolles Paar ab! Ich klopfte sie. Gleich war es soweit!
"Na Lena, wie wars?? Ihr saht toll aus, Playmate war ganz entspannt und nur bei der Hinterhandwendung ist sie ein Schrittchen rückwärts gemacht! Sonst habt ihr alles korrekt ausgeführt und sie war auch schön unten. Alles in einem eine tolle Vorstellung!", begrüßte mich Anke 10 Minuten später, als ich vom Platz kam. Das fand ich eigetnlich auch. Playmate war sehr ausgeglichen und dadurch auch extrem durchlässig.
Abe das war erst der erste Teil gewesen. Der leichtere. Wenn ich an die L in 3 Stunden dachte, wurde mir ganz mulmig.
Ich klopfte Playmate immer wieder und wartete auf die Bekanntgabe der Platzierten. Dann kam sie
"Platziert in der Trensen-A sind Nummer 194,74,12,96,89 und 124!"
Ich kreischte auf und Playmate machte einen Seitensprung. "Lena, ganz ruhig!" Anke verkniff sich ein Grinsen, als ich schnell aufstieg und mit Playmate wieder auf den Platz ritt.
Glücklich nahm ich eine silberne Schleife und die Wertnote 7,9 in Empfang. Wenn jetzt die L noch gut läuft..
Ich putzte Nero schon seit einer halben Stunde und das pechschwarze Fell wurde noch dunkler. Mein Herz raste. Ich hatte zwar vorhin den 2. Platz gemacht, aber das hier war um Welten schwieriger! Die A hatte ich mit links hinbekommen, da kam es mehr auf Playmate drauf an. Aber jetzt, bei der ersten L meines Lebens mit einem Pferd, das ich seit einem Monat hatte? Da musste selbst ich an meine Grenzen gehen und musste mich völlig auf Nero verlassen können. Und dann auch noch mit einer Kandare! Wie leicht etwas schief gehen konnte! "Lena, du zitterst ja richtig! Komm, zieh das hier an.", sagte Anke, als sie aus dem Transporter kam und hielt mir eine Jacke hin. Sie hatte Recht, ich zitterte wirklich.
Hatte ich mir da nicht vielleicht zuviel vorgenommen?
Ich schwang mich auf Nero's Rücken und ritt ihn warm. Er ging locker und bog dich schön in den Kurven. Anke gab mir letzte Anweisungen und ich wurde mit jeder Minute neröser... würde ich versagen?
Ich nahm in an den Zügel und versuchte, meine Aufregung nicht auf ihn zu übertragen, was natürlich nicht klappte. Er war nervös udn schlug aufgeregt mit dem Hals. Biegen, biegen. Beschäftigen. Innen nachgeben. Mein Kopf platze fast, dann war es soweit. "Lena auf Nero bitte auf den Platz!"
Jezt war es soweit - würde es gelingen?
Ich atmete ruhig aus und ein. Dann ritt ich in die Halle und grüßte Brav. Nero machte alles soweit lieb mit. Ich sortierte die Zügel und ritt die Aufgabe. Eigentlich lief alles gut und obwohl der 1. Galoppsprung auf der linken Hand etwas höher war, als normal, hatte ich ein gutes Gefühl.
Am Ende grüßte ich wieder und Nero nahm das Klatschen der Zuschauer als Anlass, eines seiner Kunststückchen zu zeigen. Er zog die Oberlippe hoch und ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen. Erneutes Lachen und ich ritt lieber hinaus, nicht, dass er sich noch hinlegt!
Nachdem ich abgestiegen war und den Sattelgurt etwas lockerte, sah ich den anderen Reitern zu. Die meisten waren wirklich gut, aber es gab auch einige Kinder, die dachten, kaum setzen sie sich auf ein Großpferd, gewinnen sie. Ich hatte 3 davon entdeckt und mich gefragt, wie blöd Richter sein mussten, nicht zu bemerken, dass das Pferd die ganzen Lektionen einfach auswendigkonnte und dass das Kind mehr oder weniger einfach nur draufsaß! Anke dachte wohl das gleiche und wir hofften, dass es trotzdem zu einer fairen Bewertung kommen würde!
Der Sprecher fing an, die Nummern aufzuzählen, die platziert werden würden, als der letzte Reiter, ein etwa 16-Jähriger Junge mit einem großen Schimmel, vom Platz ritt.
"...65, 13, 95, 43..." knarrte die Stimme durch den Lautsprecher. Ich war enttäuscht, denn die Nummer 78 wurde noch nicht aufgerufen.
"Und zu letzt bitten wir die Nummer 29 und 78 auf den Platz!" Ja!! Das war ich!! "Jupiiiiieeeeeh!!" , rief ich zu Anke, die mich umarmte. Schnell stieg ich auf meinen Rappen und ritt für die Siegerehrung auf den Platz.
Insgesamt 8 Reiter wurden platziert, die Plätze 8 und 7 waren schon vergeben. Mein Herz raste noch schneller. Ich war immernoch dabei!! Nero drehte nervös seine Ohren in alle Richtungen, er war Tunriere noch nicht gewöhnt und die dazugehörigen Geräusche erst recht nicht!
"Und der 6. Platz geht an Nummer 95!" rief der Sprecher durch das Mikro. Ich konnte es nicht fassen! Wir waren immernoch drin!
"Und den 5. Platz vergeben wir an Nummer 78!!" JAA!! Das waren wir!!!
Stolz übernahm ich die Platzierungsurkunde, während einer der Richter die feuerrote Schleife an Neros Kopfstück steckte. Und dabei musste Nero natürlich die Oberlippe hochziehen, wie hätte ich es anders erwaretet!
Auf dem Hof drehte ich voellig durch. Kaum waren die Pferde in den Boxen, rannte ich laut groelend ueber den Hof.
Meine Eltern freuten sich mit mir, jedoch machten sie die ganze Zeit ein sehr ernstes Gesicht. Ich konnte mir nicht erklaeren, wieso. Aber das wuerde ich schon diesen Abend erfahren..
nach dem abendbrot, wir waren zur feier des tages beim itliener essen, sagte mein vater zu mir:" lena wie würdest du es finden wenn ich wo anders arbeite und wir deshalb umihn müssten?"
Uiiii, endlich mal wer neues (: nicht nur nightmare un' ish
____________________________________________
"Nein.." Ich flüsterte und hörte mich selbst kaum. "Das.. das geht nicht! Was ist mit Playmate und Nero?" Mein Vater räusperte sich. "Nun, wir müssen natürlich einen Reiterhof finden, aber ich bin sicher, dass wir sie mitnehmen können"
"WAAAS?!" Meine Schockierung hatte sich in Wut verwandelt. "Ihr DENKT, dass wir sie mitnehmen können?"
"Lena, jetzt sei doch mal leise! Du blamierst uns.." Meine Mutter schämte sich anscheinend für mich. Ich musste mich stark anstrengen um sitzen zu bleiben.
"Ich blamiere euch? Warum steckt ihr mich nicht einfach in ein Kinderheim oder zu Pflegeeltern? Ihr.."
"Jetzt mach aber mal einen Punkt" Dad's Kopf wurde rot "Sicher ist es schwer für dich, aber in München ist alles auch viel teurer und Reiterhöfe gibt es auch nicht viele, aber wir werden bestimmt einen Unterstellplatz für Playgirl und Nepo finden."
Das war's. Ich sprang auf, zitterte vor Wut. "Ihr interessiert euch nichtmal für mich!"
"Sicher tun wir da.." Mom versuchte mich zu beruhigen, aber ich unterbrach sie.
"Ich bin euch einen scheißdreck wert! Nichtmal die Namen meiner Pferde kennt ihr. Playmate und Nero! Habt ihr's verstanden?? PLAYMATE UND NERO!" Während ich sprach hatte ich mir meine Jacke über die Schulter geworfen und war in Richtung Tür gegangen. Einmal drehte ich mich noch um und sagte: "Geht doch in euer bescheuertes München und lasst mich hier sitzen". Dann ging ich durch die Tür und spürte die Blicke sämtlicher Leute aus dem Restaurant. Tränen liefen mir die Wangen runter und die ganze Wimperntusche verschmierte in meinem Gesicht. Ich ging bis zur Busstation und fuhr direkt zum Hof. Als ich da war, rannte ich in den Stall, kuschelte mich an Playmate und heulte los. Ich erzählte ihr alles und war froh, dass wenigstens sie mir zuhörte. Ihre Ohren zuckten und ab und zu schnaubte sie, als wolle sie sagen Alles wird gut, Lena, wir bleiben für immer zusammen!. Stundenlang stand ich so bei ihr und bemerkte nichtmal, dass ich beobachtet wurde. Anke stand hinter uns..
"Was ist los, Lena?", fragte sie und kam näher. Ich konnte nicht mehr, fing wieder an zu heulen und erzählte ihr alles mit dem Umzug - denn sie hatte nicht alles gehört.
Sie hörte mir ruhig zu, wie immer und dann sagte sie: "Lass deinen Eltern ein bisschen Zeit. Für sie ist ja auch alles neu! Aber deine Szene im Restaurant war nicht gerade gut...". Sie strich mir über den Kopf. Ich nickte nur. Vielleicht war das im Restaurant wirklich nicht gerade gut, aber mir war einfach der Kragen geplatzt! Es war 8 Uhr und da Wochenende war, beschloss ich, Playmate zu longieren, Nero war auf der Weide und hatte erstmal ein bisschen frei. Die braune Stute machte sich toll und hörte aufs Wort! Durch ein leises Kommando war sie in der Lage, sämtliche Lektionen auszuführen, undzwar ohne Longe! Ich brachte sie in den Stall zurück und als ich ihr ein Abschieds-leckerli gab, musste ich wieder heulen. Ich konnte nicht ohne sie, uns zu trennen wäre einfach nicht fair!
Ich schrak hoch als mein Handy klingelte. Wer auch sonst wenn nicht Mama...
"Hallo mein Schatz, wir müssen reden! Komm doch bitte nach Hause damit wir uns alle beruhigen können."
Beruhigen?!?Wer soll sich hier beruhigen schließlich kannte mein Vater ja nichtmal die Namen meiner Lieblinge!
"Vor heut Abend wird das nichts, eher geh ich hier nicht weg, oder wollt ihr mir gar keine Zeit mehr zugestehen die ich mit meinem Pferden verbringen kann?"
Ich ließ meine Mutter nicht mal mehr zu einer Antwort ansetzen und legte auf.
Also ehrlich wer zum Henker ist denn hier nicht ruhig, die sind doch nicht ganz bei sich.
Traurig ging ich langsam zu Anke ins Büro,aber da sie telefonierte, konnte ich nicht mit ihr reden sondern musste warten.
Was ich dort hörte, fand ich jedoch spitze.
Anke sprach gerade mit meiner Mutter und machte ihr den Vorschlag dass ich doch bei ihr wohnen könnte bis ich meine Schule zu Ende gemacht hätte, dann müsste ich auch nicht mitten im Schuljahr die Schule wechseln und ich könnte bei meinen Pferden sein. Sie sprach auch solche Themen wie Unterhalt an und Ähnliches und versuchte meine Mutter zu überreden einzusehen das es so das Beste für alle wäre.
Und ausserdem würde sie ungern auf meine Hilfe auf dem Hof verzichten und ich bekäme natürlich ausserdem ein Taschengeld für meine Arbeit hier.
Ich war überglücklich als ich das hörte.
"Anke, was hat sie gesagt?!?"
"Oh Lena erschreck mich doch nicht so, eigentlich solltest du das doch gar nicht hören. Ich will dir schließlich keine falschen Hoffnungen machen ABER sie hat gesagt dass das eine gute Idee wäre und es mit deinem Vater bespricht."
Mein Gesicht glühte vor Freude und ich umarmte Anke heftig.
ich hoffte das alles klappen würde umzihen müsste ich den zwar auch nur ich hatte noch etwas zeit .
so machte ich mich mit super laune auf den weg nach hause. doch das ich dort erst sehr viel später akommen würde wusste ich noch nicht.
den als ich an einer koppel vor bei kam, sah ich wie durch den sturm ein rieser baum umfihl und auf den zaun landetete. die pferde standen zwar noch dich gedräng in ihrem offen stall, aber sobald der stürm Nach lassen würde, würden sie den kauptten zaun entdecken und was passieren würde wenn die pferde ausbrechen und auf die autobahn liefen, wollte ich mir nicht aus malen. doch was sollte ich machen? ich wußte nicht wen die pferde und die koppel gehörte, doch weg gehen konnte ich auch nicht ich wollte nicht die schuld haben wen sich eines der pferde verletzt ohne das ich was dagegen unternommen hätte.
ich versuche mit meinem handy anke zuerreichen.
Doch - wie immer in Notfällen - ging sie nicht dran. "Verflucht.." Ich war ratlos, dann kam mir ein Einfall. In meinem Rucksack befanden sich mehrere Stricke und Halfter, die ich eigentlich waschen wollte.
Langsam stieg ich über den Zaun und halftere die Ponys auf. Sie ließen das brav mit sich geschehen und ich öffnete das noch heile Tor. Nun ging ich mit den 3 nicht sehr scheufreien Pferden zum Reiterhof. Es war nicht weit, aber mir kam der Weg sehr lang vor - immerhin scheuten diese Pferdchen alle paar Meter und wurden nervöser. Als ich endlich ankam führte ich die Ponys in die Halle und ließ sie sich beruhigen, während ich Anke suchte. Klar, sie war in ihrem Büro und schlief. "Anke..?" Ich sprach leise und sie wachte allmählich auf. Im Gegensatz zu mir war sie sofort hellwach und folgte mir in die Halle. "Oh, die kenne ich. Auch den Besitzer. Ich werde ihn anrufen, dass er die Pferdchen abholt und auf eine seiner Weiden stellt - wir haben hier echt keinen Platz. Danke, Lena!"
Nach einer halben Stunde knuddeln mit Playmate ging ich nach Hause - oder wollte es zumindest. Mir fiel mein Rad ein und als ich am Unfallort ankam, war es weg! "Dreck.." Ich fluchte, während ich in den Büschen schaute, aber nichts zu finden. Wohl oder übel musste ich jetzt 5 Kilometer nach Hause laufen, der Akku meines Handys war auch leer.
Aber andereseits: Ich war gut in Sport und fit, das heißt, ich würde es in einer halben Stunde schaffen!
Das einzige, worüber ich mir Sorgen machte, war, dass es schon 10 war und meine Eltern sich sicher Sorgen machen würden. Also beschloss ich, zum Hof zurückzulaufen, dort anzurufen und dann Anke bitten, mich zu fahren. Denn wer weiß, ob meine Eltern in der Zeit, wo ich nach Hause laufen würde, nicht schon längst die Polizei oder sonstwen alarmiert hatten.
"Danke Anke, echt nett von dir", rief ich nocheinmal, bevor ich die Autotür hinter mir zuschlug. "Da bist du ja, Schätzchen! Komm rein!", begrüßte mich meine Mutter und mein Vater winkte Anke als Dank. "Komm, ich hab einen heißen Tee gemacht und ich wärm dir das Essen auch nochmal auf, wenn du Hunger hast." sagte meine Mutter und nahm mir die Jacke ab. "Lena, wir müssen dir etwas sagen.", sagte mein Vater ernst, drehte sich um und sah mich an. Was denn jetzt?? Dass ich vielleicht auch noch meine Pferde verkaufen muss oder was?? schoss es mir durch den Kopf. "Wir haben uns noch einmal Gedanken gemacht und uns entschlossen, doch nicht umzuziehen!", sagte mein Vater plötzlich und ich wusste nicht, ob ich lachen oder weinen sollte.
Ich lächelte schief und musste mir verkneifen zu weinen. Keine Ahnung wieso - es kam einfach hoch.
Am nächsten morgen musste ich schon um 8 auf dem Hof sein und die Anfänger unterrichten und beim Putzen und Satteln beaufsichtigen.
"Leeena? Können wir heute Springen?", "Lena, reiten wir aus?" "Lena, Chico hat mich gebissen" "Hilfeee, der Kobold versucht nach mir zu treten".. Ich schaffte es dann ihnen zu versichern, dass wir erstmal nicht ausreiten werden und springen würden wir heute auch nicht. Schließlich saßen alle im Sattel und ritten ihre Pferde im Schritt und Trab warm. "Maraike, auf welchem Fuß trabst du gerade?" Schnell saß das kleine Mädchen um und ich betrachtete meine Schützlinge stolz. Sie alle saßen sicher im Sattel und grinsten über beide Ohren. Als alle selbstständig nachgegurtet hatten, ging es an's Galoppieren. Selbst die ängstliche Kim ließ Kobold 3 Runden auf dem Zirkel galoppieren und saß einigermaßen okay.
"Machst du super" Anke hatte den Unterricht schon längere Zeit beobachtet und freute sich, dass alle Kinder große Fortschritte gemacht hatten. Was Anke gleich sagen würde, wusste ich aber noch nicht..
|