Cleveland Bay



Cleveland Bay

Cleveland Bays werden eher selten als Reitpferd verwendet, umso öfter jedoch an der Hand oder vor der Kutsche. Dabei ergeben sie eigentlich sehr gute Reitperde, sofern sie mit anderen Rassen (bevorzugt Vollblütern) gekreuzt werden. Andererseits gibt es kaum ein gutes Reit- und Wagenpferd, in dem nicht auch Cleveland-Bay-Blut fließt.
Schon vor langer Zeit wurde der Cleveland Bay mit Alter-Real-Blut gemischt und hat wohl von diesem portugiesischen Pferd seine Wendigkeit. Diese Pferde sind berühmt dafür, daß sie alle ihre guten Eigenschaften auf andere Rassen, mit denen sie gekreuzt werden, weitervererben. Das betrifft dabei nicht nur das harte Gebäude und die gute Aktion, sondern auch die Farbe, die Härte und die Ausdauer. Reingezogenen Cleveland Bays ergeben sehr gute Springpferde, die diese Qualitäten an ihre Nachkommen weitergeben. Es entstehen aber auch gute Militarypferde und Jagdpferde, besonders wenn die Zucht mit Vollblütern aufgefrischt wird. Aus diesen Gründen werden die Cleveland Bays immer mehr exportiert, vor allem in die USA, nach Kanada, Australien und Südafrika.

Eigenschaften:
Der reingezogene Cleveland gilt als ein sehr sensibles Pferd mit viel Charakter, das bei schlechter Behandlung sehr leiden kann. Er ist aber sehr brav, tapfer und ehrlich.

Geschichte:
Die Clevelands gehören mit zu den ältesten britischen Pferderassen; sie waren schon im Mittelalter im Cleveland District in der Nähe von Yorkshire bekannt, woher sie auch ihren Namen haben. Sie wurden anfangs als Pack- und Zugpferde gezüchtet sowie für die Arbeit in der Landwirtschaft. Zur Zeit von Königin Elizabeth 1. wurde es modern, mit der Kutsche zu reisen, und aufgrund ihrer guten Gänge und ihrer hervorragenden Eigenschaften vor dem Wagen waren hier die Clevelands sehr gefragt. Diese Beliebtheit hat sich bis heute erhalten.
Die Zucht erlitt damals einen Einbruch, als die Landwirtschaft immer stärker automatisiert wurde und das Auto die Kutsche verdrängte. So gab es im Jahr 1962 nur noch vier Zuchthengste in Großbritannien. Doch kurz danach begann eine fast schon dramatisch zu nennende Rettungsaktion. Königin Elizabeth II. kaufte den Hengst Mulgrave Supreme, mit dem die Zucht einen neuen Anfang nahm. Der Hengst ging unter dem Sattel wie vor der Kutsche bis kurz vor seinem Tod.

Größe: zwischen 163 und 170 cm.
Farbe: Cleveland Bays müssen braun sein mit schwarzen Points. Schimmelhaare in Mähne und Schweif disqualifizieren die Pferde nicht; in einigen Zuchten waren sie für lange Zeit sogar Pflicht. Weiße Abzeichen dürfen nur in Form eines kleinen Sterns auftreten. Sind die Beine unterhalb der Sprunggelenke nicht schwarz, sondern braun oder fuchsfarben, so ist dies zwar ein Fehler, bedeutet aber bei der Beurteilung keine Disqualifikation.
Kopf: hübsch, nicht zu klein und gut aufgesetzt. Große Augen mit viel Ausdruck. Große, aber edle Ohren.
Hals: lang und gebogen.
Schultern: schräg, tief und kräftig bemuskelt.
Gebäude: breit und tief. Rücken nicht zu lang, mit gut bemuskelter Lendengegend.
Hinterhand: gerade, kräftig, lang, oval. Gut aufgesetzter Schweif.
Gliedmaßen: Vorderbeine: Ober- und Unterschenkel gut bemuskelt. Knie und Gelenke breit und geschlossen. Die Röhre unterhalb des Knies sollte mindestens 23 cm Durchmesser haben. Fesselgelenke kräftig, schräg und nicht zu lang. Die Beine dürfen keinen Kötenbehang zeigen und sollten so trocken wie möglich sein.
Hufe: am wichtigsten in der Rasse. Sie müssen kräftig und dunkel sein. Zu enge oder zu weite Zehenstellung ist unerwünscht.
Aktion: gerade und offen. Hohe Aktion ist nicht charakteristisch und auch nicht erwünscht. Die Bewegung muß frei aus der Schulter kommen bei guter Beugung der Knie und Sprunggelenke. Bewegung und Aktion des Pferdes zeigen genau seinen Gesundheitszustand an.

edit: Bilder entfernt, da nicht selbstgeschossen und fehlende Quellenangabe
Cleveland Bay

Ein mittelgroßes Pferd im Karossier-Typ, dabei mit guten Reitpferdepoints und überdurchschnittlichem Springvermögen. Großer, leicht geramster Kopf von besonders verlässlichem Ausdruck. Der Hals ist hoch aufgesetzt, lang und entspringt einer für Reitzwecke nicht immer ganz idealen Schulter. Der Widerrist ist flach und geht in einen langen Rücken über, der als rassetypisch gilt. Das Fundament ist kräftig, die Beine sind relativ kurz. Die Korrektheit lässt manchmal etwas zu wünschen übrig, doch die blauen Hufe sind von ausgezeichneter Qualität. Kein Fesselbehang, weiße Abzeichen unerwünscht, nur ein winziger Stern ist erlaubt; die Pferde müssen braun (bay) sein.
Der Cleveland Bay ist vermutlich die älteste englische Pferderasse. Man nimmt an, dass seine Ursprünge auf einen Pferdetyp zurückgehen, den die Römer nach Großbritannien gebracht haben. Sicher ist jedenfalls, dass reisende Kaufleute (»Chapman«) des Mittelalters im Norden Englands ein Lastpferd, das »ChapmanPferd«, benutzt haben. Von diesem Pferd stammt das Cleveland Bay ab.
Seine Zucht wurde im Nordosten Englands betrieben. Hier wurde es für jeden denkbaren Zweck eingesetzt: in der Landwirtschaft, als Zug- und Wagenpferd, zum Reiten und Jagen. In erster Linie wurde das Cleveland Bay aber als Packtier geschätzt.
Wegen seines guten Aussehens und seiner fügsamen Art war es im 19. Jahrhundert dann als Wagenpferd sehr begehrt. Zu dieser Zeit erhielt die Rasse einen »Schuss Vollblut«. Das Ergebnis war so überragend, dass eine weitere Rasse mit noch mehr Vollblutanteil, das Yorkshire-Coach-Pferd, entstand. In den 30er Jahren ist dieses noble und vornehme Wagenpferd aber ausgestorben. Heute feiert das Cleveland Bay als Wagenpferd bei Wettbewerben dauerhaft Erfolge. Zudem springt es gern und produziert bei Kreuzungen mit Vollblütern Sprung- und Dressurpferde von internationalem Rang.

täterätä:

edit: Bilder entfernt, da nicht selbstgeschossen und fehlende Quellenangabe

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