|
Bericht vom 30. März 2008
~
Im selben Moment wurde Cry For Mercy ruhig. Fast völlig entspannt stand er vor dem Hänger, von Leuten umringt, stellte leicht den Schweif auf. Aus den Augenwinkeln sah ich, wie Toms Gesicht bleich wurde. Ich trat an den Hengst heran, zog ihm das Halfter vom Kopf und wartete. Genüsslich schüttelte der Braune seine wallende Mähne und schnaubte. Ich lächelte. Dann drehte ich ihm den Rücken zu und ging langsam auf den Hänger zu. Ich hörte, wie der Hengst mir folgte. Ich drehte mich nicht um, ging einfach weiter, als gäbe es die Menschen um mich herum nicht. Ich trat auf die Rampe des Hängers. Ich war mir nicht sicher, ob es klappen würde, ob Cry das nötige Vertrauen zu mir hatte. Doch seine Hufen klapperten weiter. Ich blieb stehen. Der Hufschlag hinter mir verstummte. Es war ungewöhnlich still, als hätten selbst die Vögel den Atem angehalten. Ich berührte sanft die Schnauze des Hengstes und küsste ihn auf die Blesse. „Leb wohl, Cry For Mercy.“ Ich drehte mich um und trat wieder in die Sonne, völlig gelassen blieb der Braune im Hänger stehen. Ich presste die Lippen aufeinander und ließ die Menschenmenge und den Hänger hinter mir.
Cry For Mercy wieherte.
~
Hallo Bella,
du hast eine tolle Hofvorstellung!
Hast du denn deinen Hof nach dem Film "Jenseits der Stille" benannt? Ich finde den Film nämlich klasse.
LG
Ja, hab ich, ich liebe den Film, als kleines Mädchen sieht Lara so wahnsinnig hübsch aus
Bericht vom 31. März 2008
~Epilog~
Ich ließ die Füße baumeln. Zwei Meter unter mir wellten sich die weißen Dünen, rollten dahin wie Wellen. Wasser aus weißem Sand. Wind fuhr mir angenehm weich durch die Haare, ich rieb meine nackten Füße aneinander. Cry war weg, auf und davon - frei. Unendlich frei, wie das Licht, wie der Wind. Der Duft des Sommers lag in der warmen Luft. Ein kleiner Schmetterling kam angeflattert und ließ sich auf meinem linken Fuß nieder. Es kitzelte, wenn er langsam mit den Flügelchen schlug. Auf, zu. Auf, zu. Ich lächelte glücklich und wackelte mit den Zehen. Der Schmetterling flog fort. Ich sah ihm hinterher. Das gleichmäßige Rauschen der Wellen drang an mein Ohr.
Ein Pferd trat in den weichen Sand. Es war Cry For Mercy. Ich erkannte sein glänzend braunes Fell, seine schwarze Mähne. Die Sonne brach sich in seinen dunklen Augen, es sah aus, als hätten sie Feuer gefangen. Ich schloss für einen Moment die Augen, rotes Licht drang durch meine Lider. Als ich sie wieder öffnete, war das Pferd verschwunden. Ich sah mich nicht um, ich wusste, Cry würde nicht wieder kommen. Nur noch ein Traum bleib von ihm übrig. Der Traum vom Duft der Freiheit des Windes.
~
Jelly Fish
Sie ist ein kleiner Teddybär im Pferdeformat. Überall hat sie ihre Schnauze, kann von nichts die Finger, äh, Hufen lassen
www.slawik.com
Mir fehlen die Worte... Du kannst soo super gut schreiben! Weiter so!
Lg LittleFairy (*Kira*)
Wow, danke, LittleFairy
Malka
Die Kleine ist ein zierliches Elfchen, so benimmt sie sich auch. Ein klein wenig schüchtern. Egal wie sie sich bewegt, er sieht bei meinem kleinen Malkale immer anmutig und elegant aus.
www.slawik.com
Bericht vom 2. April 2008
Der Stern, der vom Himmel fiel (1)
~
Lola saß kichernd auf dem Geländer der Tribüne und streichelte Potilla. Potilla unter mir wackelte mit dem Schweif und schüttelte ihre Mähne. Ich grinste Lola an, bis ich bemerkte, dass ihr Blick plötzlich glasig und abwesend wurde. Ich wedelte mit der Hand vor ihrem Gesicht herum. "Lola? Hallo? Gibt's dich noch?" Mein Pony stubste sie frech mit der Schnauze an. "Siehst du das?" fragte meine Freundin mit weit aufgerissenen Augen. Ich sah mich um. Außer mir waren noch drei andere Reiter in der Halle. Alle drei kannte ich nur flüchtig, vom Sehen her. Ein Junge trabte scheinbar hochkonzentriert auf seinem Rapphengst. "Oh nein" Ich stöhnte. "Nicht wirklich, oder? Lola! Das kann nicht dein Ernst sein." ich starrte sie entsetzt an. "Wieso nicht?" fragte sie schnippisch. "Er sieht echt gut aus" Ich zog die Nase kraus. "Lola, du verknallst dich in jedes Wesen, dass in Hosen rumrennt." Ich schlug mir mit der flachen Hand auf die Stirn. Lola schüttelte den Kopf. "Du hast auch Hosen an, Bella" erinnerte sie mich. Resigniert ließ ich die Schultern hängen. Potilla schnupperte neugierig an Lola's Tasche.
~
Bericht vom 4. April 2008
Der Stern, der vom Himmel fiel (2)
~
Als der Junge auf seinem Rapphengst vorbeiritt, ließ Lola aufmüpfig ihre schulterlangen karottenroten Haare wippen. Soo gut sah er auch wieder nicht aus. "Wenn du da auf deinem Pony eh nicht reitest, könntest du dann den Hufschlag räumen?" knurre er gereizt. Verächtlich verengte ich die Augen zu Schlitzen und blickte wieder zu Lola. Wie er allein das Wort "Pony" ausgesprochen hatte. Als wäre es giftig. "Wenn du mich fragst ist er einfach nur arrogant und wichtigtuerisch." Ich rümpfte die Nase. "Ja, schon, aber er ist wahnsinnig süß, Bella, schau ihn dir doch mal an." hauchte Lola verträumt. Ich zuckte mit den Achseln. "Naja..." Ich trabte Potilla an und ließ die vor sich hinsäuselnde Lola stehen. Meiner Meinung nach, wer dieser Junge ein aufgeblasener Idiot, der sich wahnsinnig viel auf sein edeles Ross einbildete. Und jemand, der nicht viel von Leuten hielt, die nicht in seine übertrieben perfekte Welt passten, also von Leuten wie ich und dem Rest der Welt. Potilla sprang freudig in ihren flotten Galopp und sprintete die lange Seite entlang. Warum machte ich mir überhaupt Gedanken über so einen? Vielleicht, wie meine beste Freundin in anhimmelte?
~
http://www.virtueller-pferdehof.de/beric...report&id=21640
Dein Hof ist voll schön und deine Pferde hast du super vorgestellt!!!
Viel Spaß mit deinen Pferden!!
Viele Grüße, Bianca
Bericht vom 6. April 2008
Der Stern, der vom Himmel fiel (3)
~
Über mir wölbte sich der Nachthimmel wie ein schwarzes Samttuch, auf dem jemand willkührlich glitzernde und funkelnde Kristalle verteilt hatte. Ausgestreckt
lag ich in der Wiese, frischer Grasgerucht stieg mir in die Nase, neben mir stand Potilla und rupfte die grünen Hälmchen ab. Sie blieb zwar in meiner Nähe, beachtete mich aber nicht weiter. Erst, als ich sie mit leiser Stimme lockte, beschnupperte sie mit ihrer samtweichen Schnauze meine Stirn. Ich streckte die Hand nach dem Pony aus und strich ihr über die Nüstern. "Na, meine Süße" flüsterte ich ihr zu. Ich schielte schräg nach oben, die Sterne spiegelten sich in Potillas weichen, großen Augen. Wie Perlen.
Ein weißer Strich zog über den Himmel. "Potilla, eine Sternschnuppe! Sieh doch!" Potilla schien sich nicht für Sterne zu interessieren, sie kitzelte mit ihren Tasthaaren meine Wange. Ich verfolgte fasziniert den Flug der Sternschnuppe. Seltsamerweise erlosch sie nicht, wie sie es hätte tun sollen. Ich hatte das Gefühl, sie würde immer heller und heller. Und langsamer. Ich zwinkerte angestrengt. Warum sollte sie langsamer werden?
~
http://www.virtueller-pferdehof.de/beric...report&id=21753
Shooting Star
Die kleine Sternschnuppe ist sehr lebendig und lebhaft, den ganzen Tag Faxen ohne Ende...
www.slawik.com
Bericht vom 7. April 2008
~
Ich war aufgesprungen und starrte gebannt auf den fallenden Stern. Langsam wurden seine Umrisse klarer. Es sah aus wie ein Mensch, der da fiel. Ich schüttelte den Kopf. Ein Mensch, der vom Himmel fiel. Natürlich.
Dieses Etwas, ich wagte nicht es genauer zu bezeichnen, würde etwa zweihundert Meter entfernt aufprallen. Plötzlich gellte ein markerschütternder Schrei durch die Nacht, der mir die Nackenhaare zu Berge stehen ließ. Dann war alles still. Zu still. Ich rannte los, stolperte, rappelte mich wieder auf und hetzte weiter, auf die Stelle zu, an der diese Etwas aufgeschlagen haben musste. Meine Lungen drohten zu bersten, ich schnappte nach Luft wie ein Ertrinkender.
Vor mir lag ein Mensch, ein Junge, um genau zu sein. Das Gesicht ins Gras gepresst lag er da und rührte sich nicht. Aber das war nicht das Seltsame, was mich zurückschrecken ließ, auch nicht seine leicht verdrehten Glieder. Ein mattes Schimmern ging von dem Jungen aus, ein glimmendes Leuchten. Nicht hell genug um seine Umgebung zu beleuchten, es war wie der Schein eins erlöschendes Feuers. Es widerstrebte mir mich ihm zu nähern und doch ließ ich mich neben ihm nieder und streckte die Hand aus.
~
http://www.virtueller-pferdehof.de/beric...report&id=21862
Bella,Shooting Star is super...wenn ich nich schon Snippeling Boy hätte und ihn super lieb haben würde und Shooting nich so klein wäre...ich könnt mich glatt in ihn verlieben
Ja, das glaub ich dir, dass dir Shooting Star gefällt *lach* Ihr zwei passt gut zusammen
Bericht vom 9. April 2008
Der Stern, der vom Himmel fiel (5)
~
Das Licht, dass der Junge ausstrahlte, besaß keinerlei Wärme, wie ich es erwartete hatte. Erschrocken zog ich die Hand zurück und lehnte mich weg von ihm. Eine Gänsehaut kroch mir über den Rücken, ich fröstelte. Mit einen Schlag kam Leben in meine Füße, ich sprang auf und machte einen Satz nach hinten. Ich sollte ihn einfach liegenlassen und so tun, als hätte ich ihn nicht bemerkt. Nein, das konnte ich nicht. Er lebte noch, ich konnte ihn nicht einfach dort lassen. Ich kaute nervös auf meiner Lippe herum, wie immer, wenn ich ernsthaft nachdachte. Dann, ohne nachzudenken, wandte ich mich wieder der leblosen Gestalt zu. Aber was sollte ich tun? Ihn mit nach Haus nehmen? Ich hörte die schrille Stimme meiner Mutter "Bella, was hast du dir dabei gedacht, mir einen leuchtenden Jungen ins Haus zu schleppen?!" Ich schüttelte den Kopf. Nein, mir musste etwas besseres einfallen. Als allererstes musste er hier weg. Ich sah mich um. Unser Haus käme auf gar keinen Fall infrage. Da schon eher der Stall. Andererseits, wäre es angemessen, ihn in einem Stall unterzubringen? Ich zuckte mit den Achseln. Er wird sich damit zufrieden geben müssen.
~
http://www.virtueller-pferdehof.de/beric...report&id=22003
Bericht vom 12. April 2008
Der Stern, der vom Himmel fiel (6)
~
Er fühlte sich sogar an wie ein Mensch, soweit ich das durch den groben Stoff beurteilen konnten. Peinlichst darauf bedacht nicht seine Haut zu berühren packte ich ihn unter den Achseln, stemmte ihn hoch und zog ihn keuchend einige Meter. Zitternd ließ ich mich auf den Boden sinken. Nein, so ging das nicht, er war zu schwer. Da kam mir Potilla in den Sinn.
Ich schwang mich auf den blanken Rücken des Ponys und treib sie in einen hektischen Galopp. Ich hatte so gut wie keine Ahnung, wo ich den Jungen zurückgelassen hatte, es war so dunkel, das ich ihn nur durch Zufall wieder finden konnte. Potillas Mähne flatterte vor meinen Augen, immer wieder musste ich anhalten um zu erahnen, wo ich war. Als erstes nahm ich sein schwaches Leuchten wahr, ich trieb Potilla energisch an, noch im Galopp sprang ich wagemutig von ihrem Rücken. Sekundenlang verharrte ich gebückt bevor ich mich keuchend aufrappelte und den Jungen an den Schultern packte. Sein Leuchten wurde schwächer, ich war mir nicht sicher, ob das ein gutes oder ein schlechtes Zeichen war. Eher ein schlechtes. Ich drehte ihn um, sein Kopf kippte zur Seite, zum ersten Mal sah ich sein Gesicht.
~
http://www.virtueller-pferdehof.de/beric...report&id=22211
Bericht vom 13. April 2008
Der Stern, der vom Himmel fiel (7)
~
Er war nicht hässlich, ganz und gar nicht. Ich merkte, wie mir der Mund aufklappte, als ich sein perfektes Ankltitz musterte. Das Blut schoss mir in die Wangen, schnell wandte ich den Kopf ab, obwohl er mich sah. Ich versuchte panisch kühlen Kopf zu bewahren. Potilla schnaubte. Zum Glück war sie nicht gerade groß, es könnte klappen, ihn auf ihren Rücken zu zerren. Ich holte tief Luft und packte ihn dann wieder unter den Armen, sein Gewicht ließ mich ungeschickt taumeln, doch es gelang mir erstaunlich leicht seinen Oberkörper auf den Rücken der Ponystute zu hieven. Ich strich mir erschöpft eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Unter Ächzen und Stöhnen konnte ich ihn so schieben, dass sein Gleichgewicht wieder hergestellt war, auf der einen Seite baumelten seine Arme, auf der anderen seine Beine. Potilla schien dem bewusstlosen Jungen zu vertrauen, er leuchtete zwar, aber das schien ihr nichts weiter auszumachen. Ich strich ihr über die samtige Schnauze. "Er schläft bei dir, Süße, ja?" Die Stute tat ganz so, als hätte sie mich nicht gehört. "Das ist nett von dir, Potilla, wirklich reizend" Sie schnaubte amüsiert.
~
http://www.virtueller-pferdehof.de/beric...report&id=22305
Melodie
Egal wie sie sich bewegt, es sieht immer sehr graziös und anmutig aus. Melodie liebt es im Mittelpunkt zu stehen und lässt gerade ihre Schokoladenseiten bewundern.
www.slawik.com
wow, wunderschön, deine Melodie...
Ja - ein Traum! Auch wenn ich eigentlich Schimmel nicht so mag... Aber die ist einfach toll!
Bericht vom 20. April 2008
Der Stern, der vom Himmel fiel (8)
~
Vorsichtig ließ ich den Jungen von Potillas Rücken ins Stroh rutschen. Er sah ganz friedlich aus, fast so als schliefe er. "Potilla, du musst gut auf ihn aufpassen, okay?" Die Ponystute schnaubte leise. "Das ist schön" Ich kraule sie zwischen den Ohren, entspannt ließ sie die Unterlippe hängen und schloss halb die Augen. Ich gab ihr einen Klaps auf den Hals. "So, mach's gut, meine Kleine" Ich trat aus der Box und verriegelte sie. Das Leuchten des Jungen war nun so schwach, dass es nur noch als sanftes Schimmern wahrzunehmen war, ein Glimmen. Ich drehte mich um und verließ mit schlechtem Gewissen den Stall.
Ich schlief schlecht in dieser Nacht. Was sollte ich jetzt mit dem Jungen anfangen? Woher kam er überhaupt? Und was genau fehlte ihm? Ich hatte keine Ahnung, was ich jetzt tun sollte. Beinahe zögerlich sickerte das morgendliche Sonnenlicht durch mein Fenster und warfen Muster auf die Bettdecke. Ich blinzelte, meine Wimpern malten lange Schatten auf meine Wangen. Es würde ein schöner Tag werden, der Himmel war von einem strahlenden Blau, nur vereinzelt trieben Wolkenfetzen vorüber. Aber das würde dem Jungen auch nicht weiterhelfen.
~
http://www.virtueller-pferdehof.de/beric...report&id=22810
Bericht vom 25. April 2008
Der Stern, der vom Himmel fiel (9)
~
Unschlüssig stand ich vor Potillas Boxentür. Ich traute mich nicht sie zu öffnen. Was würde mich erwarten? Lebte der leuchtende Junge noch? War er tot? Oder würde mich gar Leere erwarten? Ich blickte ängstlich über die Schulter, ich wusste selbst nicht, warum ich das tat. Angewohnheit. Ich biss mir auf die Lippe und trat von einem Fuß auf den anderen. "Potilla?" fragte ich und kam mir wahnsinnig bescheuert dabei vor. "Sag mal, ist er noch da?" Potilla knabberte gelassen an einem Strohhalm und irgnorierte mich kalt. Scheinbar gelangweilt blicke sie an mir vorbei als wäre ich Luft. "Schönen Dank auch, Pony" zischte ich halb verärgert, halb belustigt. Das war doch lächerlich. Schwungvoll öffnete ich die Türe, laut krachend knallte sie gegen die Wand, ich zuckte erschrocken zusammen.
Der Junge war noch da. Er lag im Stroh, auf die Ellenbogen gestützt und blinzelte ich verschlafen an. Verwirrt starrte ich zurück. "Du bist, äh, vom Himmel gefallen." stammelte ich. In meinen Ohren klang das vollkommen idiotisch. Vom Himmel gefallen, also bitte. "Wenn du es so nennen willst" Die Stimme des Jungen klang rau, so, als hätte er sie lange nicht mehr benutzt.
~
Schöne Pferde stehen da bei dir im Stall. Besonders gut gefällt mir Bright Heart, sie erinnert mich ein wenig an mein eigenes Pferd. Viel Spaß dir noch!
Danke für das Kompliment, chocolat.
Bericht vom 26. April 2008
Der Stern, der vom Himmel fiel (10)
~
Potilla kaute weiter desinteressiert an ihrem Strohhalm und schenkte uns keinerlei Beachtung. "Wieso?" fragte ich mit verhaltener Neugierde. "Wie würdest du es denn nennen?" Er schüttelte den Kopf. "Nicht so wichtig" Mir gefiel seine Stimme, sie hatte so etwas Warmes. Ich mochte den Jungen von Anfang an. Ich setzte mich neben ihn ins Stroh und legte die Hände in den Schoß. Er starrte mich an als sei ich ein Außerirdischer. Ich sah weg. Ungefähr eine Million Fragen explodierten im selben Moment in meinem Kopf, doch ich blieb still. Ein langes Schweigen breitete sich aus. Eine schillernde Fliege summte vorbei. Ich sah hin. An Potilla's Boxenfenster trieb ein Blatt vorbei. Ich sah hin. Der Junge bewegte sich. Ich sah nicht hin. Endlich duchbrach seine Stimme die Stille. "Wieso... leuchtest du nicht?" Verwundert legte ich den Kopf schief. "Wieso ich nicht leuchte? Das ist doch normal. Lampen leuchten, Kerzen leuchten, vielleicht auch noch Glühwürmchen, aber doch keine Menschen" Ich schüttelte den Kopf. "Aber wieso leuchtest du?" Der Junge zuckte die Achseln. "Wieso nicht?" Ja, wieso eigentlich nicht? Was sprach dagegen, dass ein Junge leuchtete?
~
http://www.virtueller-pferdehof.de/beric...report&id=23239
Bericht vom 29. April 2008
Der Stern, der vom Himmel fiel (11)
~
Der Junge sah an unserem Esstisch und löffelte Suppe. Er war sehr still, nur das leise Geräusch des Löffels am Teller war zu hören. Ich saß auf der Arbeitsfläche gegen das Fenster gelehnt durch das die Sonne schien. Sie tauchte die Küche in ein warmes goldenes Licht. "Wie heißt du eigentlich?" fragte ich zögernd. Er sah auf. "Spielt das eine Rolle?" Ich zuckte die Achseln. Der Junge war seltsam, seltsamer als ich mir eingestehen wollte. "Nein..." ich seufzte. Er senkte den Kopf wieder über den Teller und aß weiter. Dunkle Haarsträhnen fielen ihm ins Gesicht und ließen ihn sehr hübsch aussehen. Ein leises Murmeln. "Imiak" sagte er. Ich lächelte vorsichtig. "Bella" antwortete ich. Im Gegensatz zu seiner Stimme klang meine merkwürdig hoch. Mir war aufgefallen, dass er fast nicht mehr leuchtete. Jedenfalls nicht so wie gestern Nacht. Vielleicht sah man es auch nur nicht so gut, weil es so hell war, vielleicht aber auch nicht. Imiak legte den Löffel beiseite. "Bella?" fragte er vorsichtig. "Kannst du mir helfen? Kannst du mir helfen wieder zurückzukommen?" Ich wusste, ich konnte es nicht, und doch kam ein leises "Ja" über meine Lippen.
~
http://www.virtueller-pferdehof.de/beric...report&id=23464
Bericht vom 30. April 2008
Der Stern, der vom Himmel fiel (12)
~
Ich räumte Imiaks Teller in die Spüle und setzte mich zu ihm an den Tisch. "Ich werde es versuchen. Versprochen" Meine Stimme zitterte kaum merklich, ich wich scheu seinem forschenden Blick aus. Dann lachte er leise. "Was ist? Was ist so lustig?" Imiak schwieg. "Nein, nichts ist lustig" Ich gewöhnte mich langsam an seine raue Stimme. Ich hob eine Augenbraue. "Was dann?" "Du kannst mir nicht helfen" flüsterte er leise, als wäre ihm gerade die Erkenntnis gekommen. "Was? Wieso denn nicht?" Ich senkte die Stimme, bis es nur noch ein leises Flüstern war. "Bella, verdammt nochmal", brauste der Junge plötzlich auf, ich zuckte zusammen. "Versteh mich doch, es geht nicht! Es geht einfach nicht!" polterte er. Ich sank auf meinem Stuhl zusammen wie ein Häuflein Elend. Vielleicht war es ein Fehler gewesen, ihn mitzunehmen. Ein riesengroßer Fehler. Wortlos stand ich auf, drehte mich um ung ging stumm und leise die Treppe hoch, schloss die Zimmertür hinter mir und setzte mich auf den Holzboden. Was bildete er sich eigentlich ein? Was glaubte er, wer er war? Ich verbarg das Gesicht in den Händen, hörte die leisen Schritte auf der Treppe nicht.
~
http://www.virtueller-pferdehof.de/beric...report&id=23567
Rebell
Rebell und rebellisch? Nein, das passt ganz und gar nicht, man hätte den Gutsten eher "Engelchen" nennen sollen, aber leider wurde ich bei der Namensgebung nicht gefragt.
www.slawik.com
Bericht vom 2. Mai 2008
Der Stern, der vom Himmel fiel (13)
~
Eine Hand strich sanft über meine Haare, ich sah auf. Imiak ging neben mir in die Hocke. "Tut mir Leid, Bella. Wirklich" Es klang, als meinte er es ernst. Ich wischte mir verstohlen über die Augen. "Schon okay" Ich sah zu Boden. "Hey, Bella. Wir schaffen das, ja? Wir ziehen das gemeinsam durch." Ich nickte langsam. "Na komm" Er streckte seine Hand aus, dankbar ergriff ich sie und ließ mich von ihm hochziehen. Er legte freundschaftlich den Arm um meine schmalen Schulter. "Gut, okay" fing ich mit meiner dünnen Stimme an. "Und wie genau wollen wir das anstellen?" "Wenn wir Glück haben, kann ich es dir zeigen. Wenn nicht, dann..." Es sprach den Satz vorsorglich nicht zu Ende. "Wann?" fragte ich nun neugierig. Er sah aus dem Fenster, sein Blick wanderte den Feldweg entlang, verfing sich in den goldenen Halmen. Ich wurde leise, ich wollte ihn nicht stören bei seiner Tagträumerei, dann damit kannte ich mich aus. Woran dachte er? An seine Familie? An seine Freunde, seine Heimat? Oder dachte er einfach gar nichts? "Heute Nacht" murmelte er leise, ohne mich anzusehen. Leise ging die Treppe hinunter, Minuten später drückte ich das Gesicht in Potillas Mähne.
~
http://www.virtueller-pferdehof.de/beric...report&id=23742
Leonardo
Er ist nach meinem Bruder benannt, weil ich ihn so sehr vermisse. Ich brauchte jemanden, der ihn in guter Erinnerung hält.
www.slawik.com
*wein* mann, ich vermiss meinen Leo doch auch *wein* aber das Pferd ist nur halb so hübsch wie unser Schatz...
Ich weiß, aber es war das hübscheste, was ich finden konnte, glaub mir, Ana.
*wein* warum is die welt nur so ungerecht ?
Die einen stehen in der tagtäglichen Sonne, die anderen im kalten Schatten
| Zitat: |
Original von -Bella-
Die einen stehen in der tagtäglichen Sonne, die anderen im kalten Schatten |
Ja, da hast du vollkommen Recht, Bella. Ähm, sag mal, was ist denn mit Leonardo?
wunderschönes Pferd...
| Zitat: |
Original von Tinkerle
wunderschönes Pferd...
|
*grins* dankeschön, Tinkerle
Bericht vom 12. Mai 2008
Der Stern, der vom Himmel fiel (14)
~
Ich saß im Gras, die dunkle Nacht warf ihren finsteren Schatten über uns. Es war, als wolle sie die Welt unter einem schwarzen Tuch ersticken. Imiak lag neben mir in der Wiese, die Arme ausgebreitet, als wolle er den Himmel umarmen. Potilla, die Ponystute graste friedlich. Imiak hatte gesagt, er hätte sie gerne dabei, also tat ich ihm den Gefallen. "Was genau passiert jetzt, Imiak? Holen sie dich zurück?" fragte ich und konnte nicht verhindern, dass leise Skepsis in meiner Stimme mitschwang. Er drehte den Kopf in meine Richtung. "Wenn wir Glück haben, dann holen sie mich. Wenn nicht, dann..." Er machte eine unbestimmte Geste mit den Händen, die ich nicht zu deuten wusste. Ich starrte ihn an. Er leuchtete, stärker als heute Morgen, aber immernoch schwächer als gestern Abend, als ich ihn fand. Ein Glühwürmchen flog vorbei, ich fing es mit der Hand, die nun von einem matten Schimmern umgeben war, das Licht sickerte dich die Lücken zwischen meinen Finger. Ich ließ es wieder fliegen, als es ärgerlich zu Summen anfing, hastig verschwand es in der Nacht. Mit großen Augen starrte ich den Junge an. Etwas war anders, ich konnte aber nicht erkennen, was es war.
~
http://www.virtueller-pferdehof.de/beric...report&id=24457
|