So hier ist die Anlaufstelle für alle, die etwas auf dem Herzen haben und dieses den usern in lyrischer Form mitteilen wollen. Bitte schreibt hier nur abgeschlossene Kurzgeschichten, wer eine Fortsetzungsgeschichte schreiben möchte, sollte einen eigenen Thread aufmachen, sonst stört das den Lesefluss.
Um mit einem Guten Beispiel voran zugehen, kommt hier mal eine Story übers Schwimmen
Tausend
Tausend Meter.
Etwa drei Minuten zum Laufen, doch eine gute dreiviertel Stunde zu schwimmen. Warum? Eine Frage der Einstellung
Du willst es wieder wissen. Du willst wieder fühlen, wie es ist diese Strecke zu schwimmen, das Gefühl wenn du aus dem Wasser steigst mit dem Gefühl die Strecke wieder bezwungen zu haben, sich selbst besiegt zu haben.
Du gehst ins Freibad, es ist gerade halb sechs, die meisten Gäste gehen raus, weil die Sonne nicht mehr genug hergibt um sich sinnvoll bräunen zu können. Du verachtest sie, weil sie mit ihren Bodys prollen, obwohl sie im Wasser unbeholfen wie kleine Kinder sind. Schwimmer sind anders. Du erkennst einen Schwimmer wenn du einen siehst. Du siehst seine Entschlossenheit in den Augen glühen. Und du weisst dass diese von den Tausend Metern kommt. Dir geht es genauso.
Du ziehst dich um, die Umkleide riecht modrig, doch du bist daran gewohnt. Rein in die Badehose und die schweden Schwimmbrille um den Hals. Auf dem Weg zum Becken frägst du dich wer die Badeshort erfunden hat. Sie sind okay wenn man auf dem Strand ist, und diese über die Badehose anzieht, weil man was an der Strandbar trinken geht. Aber darin schwimmen? Niemals.
Du springst ins Wasser. Du kannst es nicht wie die Omis langsam ins Wasser zu steigen und du hast es nicht nötig wie die pseudocoolen Jugendlichen mit ihren 16 Jahren vom Startblock irgendeinen abgedrehten Sprung zu bringen. Nein. Ein kurzer kraftvoller Sprung ohne Anlauf und 10 Meter weiter tauchst du auf und schwimmst locker und kontrolliert die Bahn zu ende. Ein mal hin, einmal zurück, ohne Anstrengung. Du weisst, dass deine Kräfte heute Abend noch gebraucht werden. Du hast Glück, es ist eine 50 Meter Bahn, so sind es nur 18 Rollwenden, die so kraftraubend sind und dich im Rhythmus stören.
Du stehst im Wasser am Beckenrand. Die Leute sehen dich an, du spürst ihre Blicke und weisst, dass du Anerkennung findest. Man erkennt einen Schwimmer an seinem Kraulstil. Jemand, der denkt er kann schwimmen, sprintet die ersten Bahnen, bis er dann nicht mehr kann, und laut schnaufend am Beckenrand steht und sich umsieht, ob er bemerkt wurde. Ein Schwimmer schwimmt die ersten Bahnen langsam, mit kontrollierten Atemzügen um sich an das Wasser zu gewöhnen. Denn das Wasser ist dein bester Freund und dein erbitterster Feind. Heute hast du Glück. Das Wasser ist kalt, du fröstelst, wie du hier stehst. Du willst dich bewegen, und du weisst, dass dieser Drang dir noch helfen wird.
Genug getrödelt.
Du bist schon viele Tausend Meter geschwommen, doch es ist immer wieder eine Herausforderung. Du wirst niemals sagen können, dass du ohne Probleme Tausend Meter schwimmen kannst. Und du weisst, dass jedes Mal, wenn du die schwimmst, sie dich stärker machen.
Du startest im Wasser. Wozu noch rausgehen und sich die 15 Meter durch den Sprung sparen? Ein kraftvoller Abstoss vom Beckenrand und du gleitest durch das Wasser. Dann ein Paar langsame Delfin Beinzüge und du durchbrichst das Wasser als dein rechter Arm zum ersten Zug ansetzt. Der erste von vielen. Die ersten vierhundert Meter schwimmst du locker und zügig. Vierhundert Meter, sind die erste Schallmauer, weil vierhundert Meter eine typische Mittelstrecke sind. Du kraulst im Dreierzug. Links, Rechts, beim nächsten Linkszug atmen und wieder rechts, links, rechts atmen. Du denkst an alles mögliche. Daran, was dich beschäftigt, das hübsche Mädel, das dich heute an der Ampel angelächelt hat, und von der du hoffst, dass sie hier ist und dir zusieht.
Wie lange noch? Sechshundert Meter. Noch nicht mal die Hälfte geschafft. Du hast es dir angewöhnt in Brüchen zu denken. Noch die Hälfte schwimmen, nur noch ein Viertel, bis die letzte Bahn kommt und du alle Kraft sammelst und vorpreschst, wie ein Ertrinkender, der seine Rettung sieht. Du schweifst ab.
Die nächsten hundert Meter schwimmst du langsamer, du gönnst deiner Lunge etwas Pause, schwimmst im Zweierzug. Hin, zurück. Danach kommt die nächste Hürde. Das sind die nächsten dreihundert Meter. Diese scheinen viel länger zu sein, als die fünfhundert davor. Du schwimmst und konzentrierst dich nur auf deine Atmung. Links, rechts, links atmen. Der Dreierzug hat das optimale Verhältnis, zwischen Sauerstoffverbrauch und Belastung beim Atmen. Ausserdem gibt er einen Guten Rhythmus. Links, rechts, links. Wie beim Tanzen; der Takt ist alles. Manchmal hörst du eine Musik in deinem Kopf, und du schwimmst nach ihrem Rhythmus. Du brauchst ihn, um dich zu konzentrieren. Der Takt ist die Uhr, die dir deine Frage nach dem "Wie lange?" beantwortet. Noch vier Bahnen, zwei. Eine.
Du hast die achthundertmeter Marke erreicht. Eigentlich hast du es hinter dir. Denn es bleiben noch zweihundert Meter. Vier Bahnen. Hast du schon so oft gesprintet. Doch du fühlst die Müdigkeit. Dein Körper wird müde, doch das ist es nicht. Langsam frägst du dich warum du hier bist. Eine Stimme flüstert dir ein, du kannst jetzt aufhören. Was machen schon vier Bahnen mehr oder weniger? Doch du machst weiter. Du schwimmst die ersten zwei Bahnen ganz langsam. Du ruhst dich aus, sammelst Kräfte für den alles entscheidenden Sprint. Die Rollwende. Nun ist es soweit.
Du steckst all deine Kraft in den Abstoss nach der Wende, gleitest nur zwei Meter bewegungslos durch das Wasser, und fängst dann mit dem Beinschlag an. Der richtige Beinschlag. Du weisst, dass er aus dem ganzen Bein kommt, und nicht nur aus der Wade. Es ist wie Fahrrad fahren. Du fängst oben an, und hörst am Fuss wieder auf. Eine Welle. Das Wasser schäumt. Du schwimmst und tobst dich aus, doch du bist unendlich konzentriert und angespannt. Alles in dir, all deine Sinne fixieren sich auf den Beckenrand. Da, noch zwei Meter. Rolle, Abstoss, Gleitphase, mit sofort anschliessendem Beinschlag. Eine Sprinterwende. Du hast nichts mehr zu verlieren. Du musst keine Kraft sparen, denn da vorne, knapp fünfzig Meter entfernt ist die Erlösung. Nur noch einmal alles geben. Du bist wie im Rausch. Gleich ist es vorbei, nur noch lächerliche zehn Meter. Es sind diese zehn Meter, dererwegen du das ganze gemacht hast. Vor über einer halben Stunde bist du ins Wasser gesprungen, um das Gefühl der letzten Meter zu erleben. Dieses Glücksgefühl, es endlich geschafft zu haben, es ist wie ein Rausch.
Das Ziel. Du bist angekommen und alles dreht sich. Das Blut pocht dir in den Schläfen doch du hast das Gefühl, dass es die Anstrengung wert war. Langsam lässt du wieder den Beckenrand los. Ausschwimmen. Weniger um einen Krampf zu verhindern, sondern um dieses Sieggefühl zu geniessen. Du hast es wieder geschafft. Dich selbst besiegt. Es war es wert...
Um mit einem Guten Beispiel voran zugehen, kommt hier mal eine Story übers Schwimmen
Tausend
Tausend Meter.
Etwa drei Minuten zum Laufen, doch eine gute dreiviertel Stunde zu schwimmen. Warum? Eine Frage der Einstellung
Du willst es wieder wissen. Du willst wieder fühlen, wie es ist diese Strecke zu schwimmen, das Gefühl wenn du aus dem Wasser steigst mit dem Gefühl die Strecke wieder bezwungen zu haben, sich selbst besiegt zu haben.
Du gehst ins Freibad, es ist gerade halb sechs, die meisten Gäste gehen raus, weil die Sonne nicht mehr genug hergibt um sich sinnvoll bräunen zu können. Du verachtest sie, weil sie mit ihren Bodys prollen, obwohl sie im Wasser unbeholfen wie kleine Kinder sind. Schwimmer sind anders. Du erkennst einen Schwimmer wenn du einen siehst. Du siehst seine Entschlossenheit in den Augen glühen. Und du weisst dass diese von den Tausend Metern kommt. Dir geht es genauso.
Du ziehst dich um, die Umkleide riecht modrig, doch du bist daran gewohnt. Rein in die Badehose und die schweden Schwimmbrille um den Hals. Auf dem Weg zum Becken frägst du dich wer die Badeshort erfunden hat. Sie sind okay wenn man auf dem Strand ist, und diese über die Badehose anzieht, weil man was an der Strandbar trinken geht. Aber darin schwimmen? Niemals.
Du springst ins Wasser. Du kannst es nicht wie die Omis langsam ins Wasser zu steigen und du hast es nicht nötig wie die pseudocoolen Jugendlichen mit ihren 16 Jahren vom Startblock irgendeinen abgedrehten Sprung zu bringen. Nein. Ein kurzer kraftvoller Sprung ohne Anlauf und 10 Meter weiter tauchst du auf und schwimmst locker und kontrolliert die Bahn zu ende. Ein mal hin, einmal zurück, ohne Anstrengung. Du weisst, dass deine Kräfte heute Abend noch gebraucht werden. Du hast Glück, es ist eine 50 Meter Bahn, so sind es nur 18 Rollwenden, die so kraftraubend sind und dich im Rhythmus stören.
Du stehst im Wasser am Beckenrand. Die Leute sehen dich an, du spürst ihre Blicke und weisst, dass du Anerkennung findest. Man erkennt einen Schwimmer an seinem Kraulstil. Jemand, der denkt er kann schwimmen, sprintet die ersten Bahnen, bis er dann nicht mehr kann, und laut schnaufend am Beckenrand steht und sich umsieht, ob er bemerkt wurde. Ein Schwimmer schwimmt die ersten Bahnen langsam, mit kontrollierten Atemzügen um sich an das Wasser zu gewöhnen. Denn das Wasser ist dein bester Freund und dein erbitterster Feind. Heute hast du Glück. Das Wasser ist kalt, du fröstelst, wie du hier stehst. Du willst dich bewegen, und du weisst, dass dieser Drang dir noch helfen wird.
Genug getrödelt.
Du bist schon viele Tausend Meter geschwommen, doch es ist immer wieder eine Herausforderung. Du wirst niemals sagen können, dass du ohne Probleme Tausend Meter schwimmen kannst. Und du weisst, dass jedes Mal, wenn du die schwimmst, sie dich stärker machen.
Du startest im Wasser. Wozu noch rausgehen und sich die 15 Meter durch den Sprung sparen? Ein kraftvoller Abstoss vom Beckenrand und du gleitest durch das Wasser. Dann ein Paar langsame Delfin Beinzüge und du durchbrichst das Wasser als dein rechter Arm zum ersten Zug ansetzt. Der erste von vielen. Die ersten vierhundert Meter schwimmst du locker und zügig. Vierhundert Meter, sind die erste Schallmauer, weil vierhundert Meter eine typische Mittelstrecke sind. Du kraulst im Dreierzug. Links, Rechts, beim nächsten Linkszug atmen und wieder rechts, links, rechts atmen. Du denkst an alles mögliche. Daran, was dich beschäftigt, das hübsche Mädel, das dich heute an der Ampel angelächelt hat, und von der du hoffst, dass sie hier ist und dir zusieht.
Wie lange noch? Sechshundert Meter. Noch nicht mal die Hälfte geschafft. Du hast es dir angewöhnt in Brüchen zu denken. Noch die Hälfte schwimmen, nur noch ein Viertel, bis die letzte Bahn kommt und du alle Kraft sammelst und vorpreschst, wie ein Ertrinkender, der seine Rettung sieht. Du schweifst ab.
Die nächsten hundert Meter schwimmst du langsamer, du gönnst deiner Lunge etwas Pause, schwimmst im Zweierzug. Hin, zurück. Danach kommt die nächste Hürde. Das sind die nächsten dreihundert Meter. Diese scheinen viel länger zu sein, als die fünfhundert davor. Du schwimmst und konzentrierst dich nur auf deine Atmung. Links, rechts, links atmen. Der Dreierzug hat das optimale Verhältnis, zwischen Sauerstoffverbrauch und Belastung beim Atmen. Ausserdem gibt er einen Guten Rhythmus. Links, rechts, links. Wie beim Tanzen; der Takt ist alles. Manchmal hörst du eine Musik in deinem Kopf, und du schwimmst nach ihrem Rhythmus. Du brauchst ihn, um dich zu konzentrieren. Der Takt ist die Uhr, die dir deine Frage nach dem "Wie lange?" beantwortet. Noch vier Bahnen, zwei. Eine.
Du hast die achthundertmeter Marke erreicht. Eigentlich hast du es hinter dir. Denn es bleiben noch zweihundert Meter. Vier Bahnen. Hast du schon so oft gesprintet. Doch du fühlst die Müdigkeit. Dein Körper wird müde, doch das ist es nicht. Langsam frägst du dich warum du hier bist. Eine Stimme flüstert dir ein, du kannst jetzt aufhören. Was machen schon vier Bahnen mehr oder weniger? Doch du machst weiter. Du schwimmst die ersten zwei Bahnen ganz langsam. Du ruhst dich aus, sammelst Kräfte für den alles entscheidenden Sprint. Die Rollwende. Nun ist es soweit.
Du steckst all deine Kraft in den Abstoss nach der Wende, gleitest nur zwei Meter bewegungslos durch das Wasser, und fängst dann mit dem Beinschlag an. Der richtige Beinschlag. Du weisst, dass er aus dem ganzen Bein kommt, und nicht nur aus der Wade. Es ist wie Fahrrad fahren. Du fängst oben an, und hörst am Fuss wieder auf. Eine Welle. Das Wasser schäumt. Du schwimmst und tobst dich aus, doch du bist unendlich konzentriert und angespannt. Alles in dir, all deine Sinne fixieren sich auf den Beckenrand. Da, noch zwei Meter. Rolle, Abstoss, Gleitphase, mit sofort anschliessendem Beinschlag. Eine Sprinterwende. Du hast nichts mehr zu verlieren. Du musst keine Kraft sparen, denn da vorne, knapp fünfzig Meter entfernt ist die Erlösung. Nur noch einmal alles geben. Du bist wie im Rausch. Gleich ist es vorbei, nur noch lächerliche zehn Meter. Es sind diese zehn Meter, dererwegen du das ganze gemacht hast. Vor über einer halben Stunde bist du ins Wasser gesprungen, um das Gefühl der letzten Meter zu erleben. Dieses Glücksgefühl, es endlich geschafft zu haben, es ist wie ein Rausch.
Das Ziel. Du bist angekommen und alles dreht sich. Das Blut pocht dir in den Schläfen doch du hast das Gefühl, dass es die Anstrengung wert war. Langsam lässt du wieder den Beckenrand los. Ausschwimmen. Weniger um einen Krampf zu verhindern, sondern um dieses Sieggefühl zu geniessen. Du hast es wieder geschafft. Dich selbst besiegt. Es war es wert...

Bin ein begeisterter Schwimmer und wollte mal den anderen zeigen, wie es so ist eine Langstrecke zu schwimmen