Das Zuckerpferd
1.Teil
Der Zuckerbäcker Mister Edwards ist ein dicker alter Mann mit einem Bauch wie ein Fass,er ist genauso rund und prall vom vielen probieren,schlemmen,abschmecken und kosten seiner Leckereien, wie man sich das ebenso vorstellt.Im Moment steht er zufrieden vor seiner neuesten Kreation.Lächelnd dreht er an seinem mächtig,prächtigen Schnurrbart herum und zirbelt die Enden hoch...und vor ihm steht..Das Zuckerpferd.Eine Köstlichkeit aus dem feinsten,weissesten und besten Zucker Nordenglands geschmolzen.Winzige Steigbügel aus Marzipan,eine Minitrense aus Schokolade und einen Sattel aus feinstem Nougat hat es auf,das Zuckerpferd.Schmunzelnd blickt er auf und vor seinem Schaufenster stehen wie üblich die Gossenkinder und drücken sich die Nasen platt."Ungezogene Bälger!"Mister Edwards hatte erst gestern seine Scheiben gereinigt!Und jetzt klebte der Rotz dieser Hören daran!Wütend rollte er zur Tür,aber die Kinder waren schneller sie stoben kreischend auseinander und in alle Himmelsrichtungen davon.Aber Elisabetha war nicht schnell genung gewesen,zu verzaubert hatte sie das kleine Pferd angestarrt.Und nun schüttelte der Zuckerbäcker sie wütend am Kragen"Du machst das sauber,junge Maid!"
2.Teil
"Ja Sir!"erschrocken schaute das Mädchen den schimpfenden Mann an.
Ein paar Augenblicke später kniete Elisabetha vor dem Schaufenster,mit einem Ledertuch und etwas Kernseife.Sie schrubbte und putzte bis die Fensterscheiben blitzeblank waren.Immer wieder wanderten ihre Augen zu dem Zuckerpferd.Unachtsam hatte Mister Edwards es einfach auf dem Tresen stehen lassen und Elisabetha war an das Klauen gewöhnt.Wie sonst hätte sie sich durchbringen sollen? Ihre Mutter hatte schon genung mit Elisabethas 11 Geschwistern zu tun,das musste sie als Älteste sich eben selbst versorgen.Rasch legte sie Putzeimer und Seife nieder und nahm mit behutsamen Händen das zerbrechliche Zuckerpferd hoch und ihre Beine in die Hand.Sie spurtete aus dem Laden, indem es so verführerisch duftete.Elisabethas Magen knurrte...
3.Teil
"Unglaublich!Hat dieses Luder mein Zuckerpferd gestohlen!"wütete der Zuckerbäcker als er entdeckt hatte dass es fehlte.
Da kam dann auch noch Kundschaft herein und herrjemine! Der Mann für den das Zuckerpferd bestimmt war...!!!Was sollte er Mister Edwards nur tun?
"Mister Edwards?Ich hole das Zuckerpferd schon ab!"
Der Mann der gesprochen hatte trug eine Marineuniform,sehr energisch sah er auch noch dazu aus!
Verlegen zwirbelte Mister Edwards seinen Bart und nuschelte"Sir,es,es wurde mir entwendet!"
"Um Himmels Willen,das war ein Geschenk an des Königs Tochter!"zischte der Offizier beinahe lautlos!
Erschrocken zuckte der alte Zuckerbäcker zusammen..
4.Teil
"Das wird Folgen haben!" höchst sauer verließ der Kunde den Laden.
"Siiiir!Ich kann ihnen die feinste Schokolade anbieten...Probieren sie mal!..."versuchte der verzweifelte Mister Edwards den wegeilenden Herrn zu besänftigen.
"DREIMAL VERFLUCHTES BALG! WEGEN DIR HAB ICH DIE KÖNGLICHE GARDE AM HALS!" schrie der Zuckerbäcker so wütend dass alle Leute neugierig die Köpfe aus den niedrigen fenstern steckte..
5.Teil
Elisabetha aber hatte ihre Freude an dem Diebesgut.Sie spielte über drei Wochen mit dem Zuckerpferd ohne auch nur einmal daran zu lecken.
Sie wünschte sich so sehr ein Pferd!
Eines Tages kamen Söldner vorbei und warfen ihre Mutter ins Gefängis,steckten ihre Geschwister in Klöster und Kinderheime,die schrecklicher waren als auf die rauhe,nass-kalte Straß.Heiße Tränen rannen Elisabetha über die Wangen und zeichneten ihr Spuren in das ungewaschene Gesicht.
Die Tränen tropften dick und traurig auf das Zuckerpferd.Irgendwann schlief Elisabetha dann ein in ihrem geheimen Versteck unter der Brücke.
Aber was war das?! Ein leises Schnauben,ein Scharren von Hufen? Träumte Elisabetha immernoch?Sie öffnete langsam die Augen.UND NEBEN IHR STAND DAS ZUCKERPFERD.Weiss schimmerte es in all dem Dreck.
Und der Sattel war nougatbraun!
6.Teil
Elisabetha schloss ihre Augen wieder "Nein,das musste ein Traum sein!"
Aber das war es nicht! Neben ihr stand treu & ergeben ihr Pferd,das Zuckerpferd.
Seidig fiel ihm eine vollmichlbraune Mähne über den weißen Hals.
"Mein Zuckerpferd!"Elisabetha steig vorsichtig auf und nahm die hellroten Zügel in die Hand.Eines Königs gleich ritt sie mit dem edeln Zuckerpferd durch die nächtlichen Gassen,soag am Zuckerbäcker traute sie sich vorbei.
Der stand gerade wiedermal an seinem Tresen und formte kleine Tiere aus Marzipan,noch hatte sich die köngliche Garde nicht blicken lassen.
Hufe knallten hart auf den Asphalt.OHJE würden sie ihn wohl des nachts holen?!Panik überfiel,aber als er nach draussen spähte ritt nur ein Mädchen vorbei...
7.Teil
Das war doch das Gör das ihm das Zuckerpferd gestohlrn hatte!ER stürmte nach draussen.Und blieb erstarrt stehen,dass war nicht nur das Mädchen sondern sein Zuckpferd war auch dabei!Und zwar lebendig!Wie konnte das sein?! Der Zuckerbäcker griff sich an die Stirn und sank für so einen dicken,schweren Mann fast lautlos zusammen.Erst am nächsten Morgen weckten Nachbarn den Zuckerbäcker aus seiner Ohnmacht.Aber Elisabetha war weit über alle Berge.Sie würde Arbeiten müssen um ihre Mutter und Geschwister zu befreien!Was ihr eines Tages auch gelingen wird aber der Zuckerbäcker versuchte vergeblich bis zu seinem Tod ein weitres so perfektes Zuckerpferd herzustellen...Er scheiterte jedoch an dieser Aufgabe,aber er war durchaus kein unglücklicher,armer Mann.Er machte großes Geld mit dem Verkauf seiner Zuckerpferde,auch wenn sie nicht so perfekt waren,als dass sie durch die verzweifelten Tränen eines Menschens zum Leben hätten erweckt werden können...
http://shop.antik-aachen.de/typo3temp/pics/b6a51ee08b.jpg
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Ende