Auslandserfahrungen



Wer hat von Euch an einem (internationalen) Schüleraustausch mal teilgenommen? Eure Erfahrungsberichte und Tipps für nachfolgende würden mich interessieren. Für mich selbst ist es ohnehin zu spät (studiere ja ... Augenzwinkern ), aber ich kann mir vorstellen, dass es noch so einige andere interessiert smile

Um einen Überblick zu geben, stelle ich mal ein paar Fragen, die beantwortet werden können:
Wo warst Du?
In welchem Schuljahr hast Du Deine Auslandserfahrungen gemacht?
Was hat Dich dazu geführt?
Welche Vorbereitungen musstest Du vorher treffen?
Würdest Du es wieder machen?

Viele Grüße,

Jama
Ich zähl einfach mal auf:

England (wo mein Bruder auch war), in Southend-on-Sea bei London: vier Monate lang - aber KEIN Austausch.
Da war ich in der Neun.
Geführt haben mich dazu, ich würde mal sagen, Langeweile und das Engagement meines Vaters, durch irgendeinen privaten Anbieter (nicht AFS oder so etwas).
So musste ich auch eigentlich keine Vorbereitungen treffen, außer dass ich einmal einen Brief an meine Gastfamilie geschrieben habe.
Und ja, ich würde es jederzeit wieder machen. Zuerst bin ich zwar in der Sixth Form gelandet, wo die Leute altersmäßig ja nicht so passten Augenzwinkern , aber nachdem sie mich in die richtige Klasse "year 10" gesteckt haben, habe ich eine ganze Menge Spaß gehabt. Als ich nach Deutschland zurück kam habe ich vor allen Dingen das tägliche Fußballspielen vermisst - und einen guten Freund mit dem ich bis heute noch Kontakt habe...

Frankreich - diesmal ein "echter" Schüleraustausch, sechs Monate. Das war vor zwei Jahren in der 11 (also normal), mit dem "Programme Voltaire". Das Programm ist insofern ganz gut, als das der Staat dort seine Finger mit drinne hat und sogar noch Taschengeld zahlt (bin mir aber nicht sicher, ob das immer noch so ist).
Ich war in Cergy-Pontoise bei Paris in einer sehr netten Gastfamilie. Mein Austauschschüler war auch sehr nett.
Auf die Frage, was mich dazu geführt hat, kann ich mal wieder die Langeweile anführen (ich habe scheinbar ständig Langeweile Augenzwinkern - nun ja, jetzt wisst ihr ja, warum ich hier bin Augenzwinkern ).
Hierfür musste ich auch einige Vorbereitungen treffen. So musste ich mich bewerben für das Austauschprojekt, an einem vorbereitenden Treffen teilnehmen und natürlich ein paar Formulare ausfüllen.
Und trotzdem würde ich es jederzeit wieder machen. Vor allen Dingen die französische Schule hat mir gefallen - auch wenn es teilweise sehr anstrengend war (Montag bis Samstag Schule, drei mal von 8-18 Uhr, jeden Samstag eine vierstündige Arbeit), aber es war eine echte Herausforderung. Und der Schnelligkeit der Franzosen ist es zu verdanken, dass ich mich - wieder zurück in Deutschland - in Mathe tierisch gelangweilt habe...

Joa und dann war da noch der dreiwöchige Schulaustausch in die USA in der 10. Aber das ist glaube ich nicht so interessant...

Ich hätte ja gerne noch mehr gemacht, doch zeitlich und fremdsprachenmäßig war ja leider nicht mehr drinne. Alles in Allem kann ich es nur jedem empfehlen. Vielleicht gibt's Probleme, aber das schult nur.

Gruß
Martin
Gut, ich mache dann auch mal weiter:

Ich wurde für ein halbes Jahr nach England gegangen (so hätte es mein alter Englischleher ausgedrückt). Meine Eltern wollten es, ich nicht wirklich, aber egal. Also bin ich in die gleiche Stadt gefahren wie mein Bruder damals, Southend-on-Sea (s.o.) und auf die gleiche Schule gegangen. Ich trat also ein Schweres Erbe an.
Der Ganze Aufenthalt hatte nur einige Probleme:
1. Meine Gastfamilie: zu danke habe ich ihr nur in einem Punkt. Mein Gastvater hat mich als ich für die Weihnachtsferien nach Deutschland zurückgeflogen bin, geweckt. Mein Wecker ist nicht (laut genug) gegangen. Das war absolute spitze. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn er es nicht getan hätte.
ABER sonst war die Familie nicht das wahre. Der Flächeninhalt meines Zimmers betrug maximal 4 m², die häfte davon war mit einem kleinem Bett bestückt. Ich wenn ich schlief, habe ich entweder mit meinem Kopf oder mit meinen Füßen die sehr schlecht isolierte Wand berührt. Des weiteren war das Zimmer auch noch so schlecht gelegt, dass bei jedem Windstoß die Durchschnittstemperatur im Zimmer um 10 runter ging. Ein Glück war die Heitzung ja gut, sodass die Ursprüngliche Temperatur ebenso schnell wieder erreicht war. Nur das man von Sowas schnell Kopfschmerzen kriegt.
Des weiteren haben die den Ganzen Tag nichts geredet, auch untereinander nicht. Die verstanden sich Stumm..... Ganz nett anzusehen, nur hat mir das überhaupt nichts gebracht.
2. Da man mit dieser Familie den ganzen Tag nur Fernsehgucken konnte (und auch nur Fussball - gut, ist geil, aber halt nur Englischer 0:0 Einbunkerfussball), bin ich meißtens zu einem anderen Deutschen gegenüber gegangen und wir haben dann 3 Stunden am Tag Pro Evolution Soccer 5 gespielt. Nach meinen 6 Monaten war ich zumindest dadrin absolute Weltklasse.....

Sehr gut war aber:
1. Dieser andere Deutsche hatte eine Super nette Gastmutter, mit der ich mich, bevor ich ihn abends verlassen habe (er musste immer um 9 ins Bett, da er um halb fünf wieder raus musste, um zu schwimmen - [ich wusste es schon immer - die spinnen, die Schwimmer]) immer gut unterhalten konnte, Mit ihr konnte man auch über andere Dinge als über's Wetter diskutieren.
2. Die Schule und vor allem der Unterricht sehr gut war. Unvergessen bleibt die Predigt meines Geologielehrers bei einer Schulmesse: Er hat ca. 20 minuten über STEINE gepredigt - das Steine wie Menschen sind und so -->wäre ein Thema für die Philowelt.... Auch unvergessen bleibt mein anderer Geologielehrer, der sich einmal bei uns entschuldigt hat, das wir keine Hausaufgaben haben.....Warum auch immer.....

Doch das Resultat dieses Austausches blieb nüchtern. Auf meinem Zeugnis danach hatte ich mich in ausnahmslos allen Fächern verschlechtert - bis auf Deutsch und Französisch (ich war kurz davor, Englisch sogar abzuwählen und dann Abi mit Latein und Französisch zu machen, doch dann ist mir aufgefallen, dass ich eigentlich gar kein Französisch kann und habe es abgewählt). Und auch jetzt bleibt meine schlechteste Note auf dem Zeugnis die Englischnote.
Aber die Erfahrungen und Erlebnisse, die ich da gemacht habe, waren einzigartig und haben mich (auf einer anderen Ebene) schon weitergebracht.
Ich war letztes jahr vom 30.März bis zum 27. April in dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten- Die USA. Dort lebte ich in Cincinnati, Ohio bei der Familie meiner Austauschpartnerin, die mich dann im Sommer selben Jahres besuchen kam. Ich besuchte mit ihr zusammen die Schule und ging in jeden ihrer Kurse, was ganz interessant war, weil sie eine Jahrgangsstufe über mir ist. Etwas langweilig war es, dass man jeden Tag dieselben Stunden hat. Ich kannte nach 3 Schultagen die Wege zu den Räumen ( Die Schüler müssen dort ja den Raum wechseln, nicht die Lehrer Augenzwinkern ).
Meine Gastfamilie und meine Austauschschülerin waren echt nett, haben sich gut um gekümmert und auch viel mit mir unternommen. Gleich am zweiten Tag bekamen wir spring break, sodass wir Zeit hatten viel zu unternehmen. Wir sind dann eine Woche nach Florida ans Meer gefahren, was einfach nur schön war (im Frühling schon im Meer zu baden ist toll smile ).

Ich habe an dem Austausch teilgenommen, da einerseits meine Schwester auch schon gute Erfahrungen mit diesem Austausch hatte, ich meine Sprachkenntnisse testen/erweitern wollte und einfach neugierig war.

Ich würde gerne nochmal dort hin, aber dann für längere Zeit, da die Zeit schon recht schnell verging und es einfach ein tolles Erlebnis war. smile

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