South Dakota



Heute haben wir zwei Kätzchen in Pflege aufgenommen - einmal die kleine Miss Moonlight und zum anderen die hübsche Miss Sunshine. Die zwei Süßen sind British Kurzhaar-Babys, deren Mutter überfahren worden ist. Meine Freundin hat sie mit der Flasche aufgezogen, ist gestern allerdings für 14 Tage in den Urlaub gefahren. In dieser Zeit werde ich mich um die zwei Kätzchen kümmern!

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Bericht vom 28. November 2007

Minishettys on Tour, Teil 3

"Was heißt hier, Sie waren schon ewig nicht mehr in der Scheune? Da drin hat etwas gepoltert, ich hab es doch gehört!", erwiderte ich. "Mädchen, du hörst gespenster", sagte Bauer Müller forsch. "Ich habe keine Zeit, mich um solch Geschichten zu kümmern, in einer halben Stunde wird mein Heu geliefert, bis dahin möchte ich, dass du dich verzogen hast!" Ohje, das waren Töne, so kannte ich unsern alten Bauern gar nicht! Er knallte die Tür zu und ließ mich stehen. Ich seufzte, zog den Kopf ein und wollte gehen. Da hörte ich ein leises Scharren, oder etwa doch nicht?! Was war das bloß? Ich schaute durchs Fenster des alten Bauernhauses und sah den Müller auf seinem Sofa Fernsehn schauen. Pff, mir doch egal, was er sagte - ich wollte auf jeden Fall nachgucken, was da in dem herunter gekommenen Schuppen war! Leise rannte ich zurück und versuchte erneut, den Riegel zu öffnen, aber: keine Chance. Das alte Eisenteil war so verrostet, dass glaube ich nicht einmal der Schlüssel etwas gebracht hätte. Ich rüttelte noch ein paar Mal und versuchte, durch die Holzlatten hindurch zu spicken, aber in der Dunkelheit sah ich nur zwei Katzenaugen, die mir grell entgegen blickten.
Heute kam mein neuer Oldenburgerwallach Icecold am Stall an. Er ist ein 165cm großer Fuchs mit einem Alter von 16 Jahren. Er war früher bereits Schulpferd und wird bei mir noch ungefähr ein Jahr im Betrieb mitlaufen, danach privat geritten.

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Bericht vom 30. November 2007

Minishettys on Tour, Teil 4

Die Kätzchen können das Poltern nicht ausgelöst haben, es hörte sich eher so an, als wäre etwas umgefallen oder gegen die Wand gestoßen! Da, da war es wieder! Ich konnte zwar nichts erkennen, aber ich spürte, dass sich da drin irgendwas bewegte. Der Wind pfiff mir um die Ohren, ich konnte nicht hören ob und was da drin tatsächlich war. Ich wusste nicht, wie lange ich dort stand und lauschte, ich merkte nicht einmal mehr die Kälte. Auf einmal kam ein Schrei „Was machst du da? Hab ich dir nicht ausdrücklich gesagt, du sollst verschwinden? Mach dass du vom Hof kommst!“ Ich konnte mir nicht vorstellen, was Bauer Müller heute so wütend gemacht hat. Normalerweise ist er ein sehr freundlicher, hilfsbereiter und zuvorkommender Mann, der im Dorf sehr geschätzt ist. Doch heute? Da kam dann auch schon der Traktor ums Eck, der dem Bauern sein Heu brachte. Mit hängenden Schultern lief ich vom Hof. Mittlerweile war es schon 19:00 Uhr, und meine zwei kleinen Hengste sind noch immer nicht aufgetaucht. Ich wollte die Nacht noch abwarten, dann würde ich die Polizei rufen. Drei Stunden später, ich war schon zu Hause und hatte mich geduscht, klingelte mein Handy.
Bericht vom 01. Dezember 2007

Minishettys on Tour, Teil 5

Es war Simone, die zwei Häuser weiter vom Müller wohnt. „Du, es spricht sich rum, deine Minishettys sind verschwunden? Tatsächlich?“, fragte sie. „Ja, leider“, sagte ich. „Ich habe heute schon alles abgesucht, doch im Schlamm verlieren sich ihre Hufabdrücke.“ Simone druckste, schluckte und sagte schließlich, ob mir am Bauern etwas augefallen sei, als ich mein Stroh holte. Ich erzählte ihr, dass er sich heute sehr merkwürdig benahm und recht unfreundlich war. „Schon mal dran gedacht, dass er deine Ponys haben könnte?“, fragte sie leise. Nein, wenn ich an alles gedacht hätte, aber das? Nee! Was wollte er denn auch mit ihnen? „Ich habe ihn heute mit einem kleinen Transporter für Schweine fahren sehen, nur hat es, soweit ich mich nicht täusche, da drin nicht gegrunzt – sondern gewiehert; nur ganz leise! Ich konnte aber nichts sehen, da er direkt in seine alte Scheune damit gefahren ist und auch erst nach einer halben Stunde wieder raus kam. Ohne Hänger.“ „Meinst du die alte Scheune, die kaum noch benutzt wird? Die hab ich mir heut angesehen, das Schloss ist total verrostet und der Müller meinte, er wüsste nicht einmal mehr, wo der Schlüssel steckt.
Bericht vom 02. Dezember 2007

Minishettys on Tour, Teil 6

Aber seltsam ist das schon alles.Wenn er doch heute erst noch drin war?“, äußerte ich in Gedanken versunken. Simone riet mir, ich solle die Polizei rufen. Ich bedankte mich für ihren Anruf und legte auf. Das Gespräch ging mir nicht aus dem Kopf, aber ich kam zum Entschluss, erst mit dem Bauern zu reden – wenn das nichts bringt, wird die Polizei eingeschaltet. Gleich am nächsten Morgen in aller Herrgotts Früh klingelte ich an seiner Tür. Er öffnete nicht, aber im Kuhstall sah ich Licht brennen; wahrscheinlich war er am Melken, dachte ich. Ich spitzelte durchs Fenster und klopfte, ich wollte schließlich nicht, dass er sich erschreckte, wenn ich plötzlich in der Tür stehe. Das Klopfen hörte er nicht – oder wollte er es nicht hören? Was macht er denn da überhaupt, dachte ich mir? Er stand mit einem Eimer Hafer in der hintersten Ecke des Stalls, wo normalerweise die Kälbchen drin standen. Seit wann fressen Kühe Hafer?? Nun war es mir egal, was Bauer Müller von mir hielt und über mich dachte, ich wollte da nun unbedingt rein. Leise schlich ich mich durch die schwere Tür, die den Melkstand von den Boxen trennte. Tatsächlich, ich traute meinen Augen nicht, da standen Ponys. MEINE Ponys!
Bericht vom 04. Dezember 2007

Minishettys on Tour, Teil 7

Mich packte die Wut,ich rannte zum Müller,schlug ihm den Eimer Hafer aus der Hand und starrte ihn wütend an. „Was soll das? Wieso haben Sie meine Shettys geklaut?!“, brüllte ich ihn an.Er guckte mit gesenktem Blick auf den Boden. „Raus mit der Sprache, oder muss ich erst die Polizei rufen?!“, tobte ich. „Nein“, sagte er leise.
Ich verstand nicht,warum er ausgerechnet meine Ponys geklaut hatte. GEKLAUT!Anders konnte man es nicht nennen.Wir kannten einander schon sehr lange,er half mir,wo er nur konnte. Und auch meine Maschinen und das Stroh durfte ich bei ihm lagern! Erwartend guckte ich ihn an. Als er nicht einmal den Anschein machte, mit der Sprache raus zu rücken, zückte ich mein Handy und schaute ihn bitter an. "Nagut...", begann er langsam. "Ich wollte es einfach nicht wahr haben, dass mein Rappe gestorben ist. Ich wollte es einfach nicht wahr haben, dass er nicht mehr lebt! Du hast so viel Erfolg mit deinen Minishettys, warum hab ich immer nur Pech?" Ihm stand die Trauer ins Gesicht geschrieben und vereinzelt rollte eine Träne. Ich hatte den alten Mann noch nie so verzweifelt gesehen! "Ohne meinen Hengst ist der Hof einfach leer und einsam. Er fehlt mir so sehr..."
Bericht vom 05. Dezember 2007

Minishettys on Tour, Teil 8

Der Müller schaute mich traurig an. Meine Wut verflog und ich wurde nachdenklich. Ich kannte tatsächlich keinen anderen Bauern hier im Dorf, der so sehr an seinen Pferden hing! Er verbrachte jede Sekunde bei ihnen, ging täglich spazieren, bot seinen Kleinen viel Abwechslung und backte sogar die Leckerlies selber! Aber auf der anderen Seite fand ich es unmöglich, dass er sich den Ersatz einfach von mir geholt hat und mir meine Minishettys geklaut hatte! Das blieb Fakt. Auf eine Anzeige verzichtete ich natürlich, aber das Thema war noch nicht vom Tisch. Wir redeten noch lange in den Tag hinein, und als ich abends nach Hause kam, überlegte ich, was ich dem Bauern denn Gutes tun könnte. Ich war auf der Suche nach einer weiteren Koppel, speziell für meine Hengste. Vielleicht wäre es eine Möglichkeit, die Kleinen auf seinem Grundstück unterzustellen? So wären sie zwar noch in meinem Besitz, aber der Müller hätte seine heiß geliebten Minis um sich und sein Hof schaut nicht mehr ganz so verlassen aus. Das war eine gute Idee, gleich am nächsten Tag wollte ich mit ihm darüber sprechen. Doch als ich auf seinem Hof ankam, schien alles verlassen zu sein...
Bericht vom 06. Dezember 2007

Minishettys on Tour, Teil 9

Nein,es schien nicht nur alles verlassen - es WAR alles verlassen!Hastig guckte ich durch die verschmutzten Fensterscheiben und sah...Nichts!Rein gar nichts!Das kann es doch nicht geben,schrie ich in Gedanken.Wo war der Bauer bloß?Ich rannte rings ums Haus,doch alles war leer.Es stand keine Gießkanne mehr,die Pflänzchen waren weg und als ich in den Schuppen schaute,waren sämtliche Maschinen fort.Und das alles über Nacht!Ich begriff nicht,was da vorgefallen war.Auf meinen Anruf reagierte er auch nicht.Da kam mir freundlich winkend Frau Meier entgegen,die Tratschtante vom Dorf. "Weißt du schon?", fing sie an. "Er ist verschwunden!Über Nacht!Nachbarn meinen,er habe die Maschinen heimlich abtransportieren lassen und hat sich aus dem Staub gemacht!Weißt du warum?Ich nicht!", schrie sie schon fast hektisch. Ich konnte es mir denken...Ob der Bauer wohl ein schlechtes Gewissen hatte,weil er meine Ponys geklaut hatte?Das gibts doch nicht,ich wollte ihm heute doch anbieten,meine Minishettys bei ihm unter zu stellen!Ich weiß doch,wie sehr er an Pferden hängt,und der Tot von seinem Rappen raubte ihm die letzte Lebensfreude. Hoffentlich mache ich den Müller ausfindig!
Bericht vom 08. Dezember 2007

Minishettys on Tour, Teil 10

Über eine Woche lang versuchte ich den Bauern Müller auf seinem Handy zu erreichen,doch er hob einfach nicht ab! Ich konnte mir nicht vorstellen,dass er sauer auf mich war,denn schließlich hatte ich freundlicherweise auf eine Anzeige gegen ihn verzichtet,was für mich selbstverständlich war,als ich den Hintergrund seines "Diebstahls" erfahren hatte. Allmählich wurde ich wütend,erst zieht er so eine Aktion durch und dann macht er sich einfach aus dem Staub? Für kurze Zeit überlegte ich,den Bauern einfach bleiben zu lassen und mich wieder voll und ganz meinen Tieren zu widmen. Für den heutigen Tag hatte ich eine große Putzaktion der Minishettys geplant mit anschließendem Spaziergang. Ich lud meine Freundin Sarah ein,wir machten die Kleinen fertig bis bei meinem Tigerschecken die Punkte glänzten und der Palomino Golden aussah! Wir streiften ihnen die Trensen über und beschlossen,die winzig kleinen Westernsättel aufzulegen. Reiten konnten wir sie leider nicht,dafür waren wir zu groß. Jedoch kamen wöchentlich zwei Mädchen aus dem Dorf,die meine Zwerge bewegten. Ich dachte,ob ich sie vielleicht fragen sollte,ob sie mit wollten,doch ich überlegte es mir anders...
Seit heute morgen haben wir ein neues Pferd auf der South Dakota! Er ist ein 11jähriger Araberwallach namens Raffaelo, der aus finanziellen Gründen und Zeitmangel vom Vorbesitzer abgegeben wurde!
Raffi wurde Western ausgebildet und wird zum Großteil privat geritten - werde eine Reitbeteiligung für ihn suchen! Bei Schulpferdemangel wird er auch im Betrieb eingesetzt, da er einen sehr ruhigen und umgänglichen Charakter hat, auf den man sich 100%ig verlassen kann! Der Wallach ist kein aufbrausendes Pferd, er läuft auch gerne mal gemütlich im Schritt durch die Gegend!

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Bericht vom 09. Dezember 2007

Minishettys on Tour, Teil 11

Ich wollte das Wetter und den Spaziergang mit meinen Ponys einfach mal für mich alleine genießen.Tag täglich stehen Leute an meiner Koppel,man hört ein "Oh!" und ein "Ah!" und meine Shettys werden mit Möhren und Zuckerstückchen zugestopft.Das kann man hundert Mal erwähnen und in dicker Schrift am Gatter befestigen,daß man die Pferde NICHT füttern soll,doch kein Schwein hält sich dran.Es wird Zeit,daß es wieder Sommer wird und ich mit den Zwergen wieder trainieren kann.Bodenarbeit,Longenarbeit und und und.Abspecken wird im Frühjahr 2008 bei mir auf der Ranch großgeschrieben!Ich überlegte kurz,ob ich mich auf meinen Norwegerwallach Laredo schwingen soll und die Minishettys als Handpferde mitnehme,doch ich entschied mich dagegen - schließlich war Sarah dabei.Um kurz nach 15:00 Uhr marschierten wir los,die Kleinen in eine kuschlige Winterdecke eingehüllt.Wir plauderten und lachten und achteten gar nicht auf die Zeit. Fast zwei Stunden waren wir schon unterwegs -es dämmerte bereits- als ich erschrocken auf die Uhr schaute. "Huch,schon fast 17:00 Uhr!", quietschte ich. "Es wird Zeit,daß wir nach Hause kommen!" Wir suchten den schnellstmöglichen Weg zurück zum Stall.
Bericht vom 10. Dezember 2007

Minishettys on Tour, Teil 12

Der schnellste und auch schönste Weg zurück zur Ranch ist eine Grasstrecke, insgesamt 2km lang, knapp neben den Bahnschienen. Aber Gott sei Dank fahren da nur sonntags Züge, und wenn, dann auch nur die Bummelbahnen! Meine Pferde waren absolut scheufrei, was das Rattern der Lok auf den Gleisen angeht. Der einzige Nachteil ist, dass sie ca 200m am Stall vorbeiführt. Nach etwa zwanzig Minuten Rückweg waren wir müde und verschwitzt am Hof angelangt. Bei der Dunkelheit war es doch schon etwas anstrengend, da nicht nur wir –auch die Pferde- bei jedem kleinsten Geräusch und jeder kleinen Bewegung aufmerksam werden. Es war nun schon gut 18:00 Uhr, als wir abgesattelt, abgetrenst und die Pferde grob gebürstet hatten. Wir wollten uns noch ein paar Minuten ins Heu setzen und ein Tässchen Tee aus den mitgebrachten Thermoskannen trinken, als wir plötzlich eine Bewegung aus der hintersten Offenstallbox wahrnahmen. Auch die Pferde hörten auf, auf ihrem Heu zu malmen, hoben die Köpfe und guckten erwartungsvoll mit gespitzten Ohren in Richtung Unterstand. Was war das?
Bericht vom 11. Dezember 2007

Minishettys on Tour, Teil 13

Wir hatten an jedem Offenstallboxen-Eingang Schreckmatten angebracht. Das sind (bei uns blaue) Streifen aus Plastik, die angebracht sind, und die Tiere dort durchlaufen müssen um in den Stall zu kommen. Ist eigentlich ganz praktisch! Anfangs hatten sie etwas gezögert und waren zimperlich, aber das duftende Heu hat sie gelockt.
Wir –und auch die Pferde- standen wie erstarrt und guckten in Richtung, aus der das Geräusch kam. Da, da war es wieder! Ich zupfte Sarah am Arm und wich zurück. Normalerweise war sie die jenige von uns beiden, mit der großen Klappe. Doch was machte sie heute? Ich hätte sie dafür hassen können! Sie fing an zu quietschen und rannte davon. Vor lauter Schreck sprang ich panisch hinterher und meine Pferde stöberten auseinander. In Panik rufen wir meinen Freund an, der nur knapp einen Kilometer vom Stall entfernt auf einer Baustelle arbeitete, er müsse sofort vorbeikommen. Zitternd hockten wir uns in mein Auto und drehten die Musik auf. Mir stockte der Atem: Huschte da nicht etwa ein Mann über die Koppel?? Ich rieb mir die Augen und sah genauer hin, doch in der Dunkelheit erkannte man nur die Umrisse. Ich konnte es kaum glaube, täuschte ich mich so sehr?
Der Rafaello gefällt mir wahnsinnig gut. So einen würde ich auch sofort nehmen. Aber der Raashido ist auch hübsch. Daumen hoch
Bericht vom 12. Dezember 2007

Minishettys on Tour, Teil 14

Natürlich war der Mann über alle Berge, als mein Freund endlich eingetroffen war. Zitternd und noch immer total verängstigt krochen wir aus dem Auto und suchten erst einmal gemeinsam die Umgebung ab, doch es war klar, dass wir nichts bzw niemanden mehr fanden. Für heute war der Tag sowieso gelaufen, nicht nur weil es dunkel war. Somit fuhr ich gemeinsam mit meinem Freund nach Hause und brauchte erst einmal ein warmes Bad. Doch der mysteriöse Mann in meinem Stall ließ mir keine Zeit mich auszuruhen. Die halbe Nacht lag ich wach und dachte nach. Gleich am nächsten Tag (es war Wochenende, Samstag) wollte ich so früh wie möglich in den Stall um zu schauen, ob er vllt irgendwas verändert hatte! Zur Unterstützung nahm ich Sascha mit. Uns fiel nichts auf, aber die Schuhabdrücke der flüchtenden Person von gestern waren im Schlamm noch gut zu sehen! Meine Pferde guckten ganz verdattert, als ich um 06:00 Uhr schon auf der Matte stand. Wir folgten den Fußspuren, die an das Bauernhaus zum verschwundenen Bauern Müller führten. Seltsam! Der Bauer war doch nun schon seit ein paar Tagen verschwunden? Vllt war es irgendein Penner, der nachts in den Scheunen Zuflucht gesucht hatte?
Bericht vom 13. Dezember 2007

Minishettys on Tour, Teil 15

Mir fielen nur zwei Möglichkeiten ein. Entweder hält sich der Bauer hier selbst versteckt (was ich für relativ unrealistisch finde), oder es war tatsächlich irgendein Obdachloser, der hier in den zugigen Scheunen Unterschlupf suchte. Das Seltsamste an der ganzen Geschichte allerdings war, dass die Fußspuren in die verriegelte Scheune führten, wo der Bauer angeblich keinen Schlüssel mehr hatte? Ich schaute abermals durch die Löcher des Holzgatters und hörte -wie schon vor ein paar Tagen zuvor- ein Rumpeln und Poltern. Meine Ponys können es nicht sein, die stehen nun wieder sicher bei mir! Doch was war es dann? Womöglich der selbe Mann, der gestern Abend bei mir im Stall rumgegeistert ist? Mein Freund hielt es für das Beste, die Polizei zu rufen, was wir kurzerhand dann auch taten. Die Streife brauchte knapp 20 Minuten um zum Bauernhaus zu kommen. Mit Brecheisen und Taschenlampe bewaffnet machten sie sich am schweren Holztor zu schaffen. Sie rüttelten und sägten, sie ächzten und stöhnten, und plötzlich sprang mit einem lauten PENG die Verankerung des Schlosses ab und das Gatter öffnete sich. Mir stockte der Atem...
Bericht vom 14. Dezember 2007

Minishettys on Tour, Teil 16

Vor mir stand Bauer Müller! Ich konnte es kaum glauben, wo kam der denn plötzlich her? Er war nicht vernünftig gekleidet, hatte nur Lumpen und Fetzen an und einen Drei-Tage-Bart. Er kam uns schwer schnaufend und humpelnd, auf einen Stock gestützt entgegen, an der Hand ein...ein schwarzes Mini-Shetty! Es sah seinem verstorbenen Hengst sehr ähnlich. Er sah traurig aus, sehr traurig - und schwach. Doch als er sein Pony ansah, begannen seine Augen zu glänzen und funkeln. Es war wirklich erstaunlich, wie ein Tier solch Lebensgeister bei einem alten Menschen erwecken kann! Doch dann plötzlich begann der Bauer zu wanken und geriet ins schleudern, es machte einen lauten Knall und er flog zu Boden, stieß sich dabei den Kopf am Betonpfosten an. Hysterisch begann ich zu schreien, die Polizisten riefen sofort den Notarzt an und mein Freund kam mir zur Unterstützung herbei geeilt. Es dauerte knapp 20 Minuten, bis die Sanitäter eintrafen. Sie führten die ersten Hilfsmaßnahmen durch, hieften ihn auf die Trage und nahmen ihn mit. Das kleine Pony stand wie eine Statue, rührte sich nicht, hängend am Führstrick. Was wird nun aus dem kleinen Kerl?
Schon in aller Herrgotts Frühe kam der Pferdeanhänger aus Norddeutschland auf der South Dakota an und Michael führte den wunderschönen 9jährigen Fjordwallach Ravenclaw aus dem Hänger! Ravi wurde Western ausgebildet und wird für die fortgeschrittenen Reiter im Geländeunterricht mitreiten.
Er hat für seine Ankunft einen wunderschönen, schneebedeckten Tag gewählt!

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(Fotos sind alle von Slawik.com)
Ich kann euch beruhigen, es folgen nur noch zwei Teile Augenzwinkern

Bericht vom 15. Dezember 2007

Minishettys on Tour, Teil 17

Mein Freund entschied, im Krankenwagen mitzufahren, denn Verwandte hatte der Bauer keine mehr. Er wollte mich anrufen, sobald er Neuigkeiten vom Gesundheitszustand des Müllers hatte! Ich wartete und wartete und erst nach 5 Stunden rief mich Sascha an. Er klang bedrückt und seine Stimme verlor den Klang. „Was ist los?!“, rief ich schon fast panisch ins Telefon. „Er hat es nicht überlebt, er starb an schweren Hirnblutungen.“, flüsterte er. Ich konnte es kaum glauben. Mir stockte der Atem, meine Hand mit dem Handy wurde schwerer, und immer schwerer und sank herab. Ich legte auf und vergrub mein Gesicht in der wuscheligen Mähne des schönen Rappen. Mir rollte eine Träne über’s Gesicht. Mir kam es vor, als stünde ich ewig in dieser Position und kraulte das Pony, doch es waren knapp 20 Minuten. Erst als Sascha wieder bei mir eintraf, bemerkte ich die Rolle Papier, die am Halfter des Shettys befestigt war. Sie war schön mit einem roten Schleifchen angebunden. Verdattert sah ich meinen Freund an, der nur nickte und mich aufforderte, das Geschriebene zu lesen.

Was steht wohl in diesem Brief? Fortsetzung folgt!
Bericht vom 16. Dezember 2007

Minishettys on Tour, Teil 18

„Tagelang war ich auf der Suche nach dir, mein hübscher Rappe, niemals mehr möchte ich dich missen! Meinen verstorbenen Hengst kann keiner ersetzen, nicht einmal du, doch ich möchte dir alles bieten können und werde mein Bestes geben!“ Erschrocken sah ich Sascha an. Das muss der Bauer wohl in seiner Verzweiflung geschrieben, und an sein neues Pony geheftet haben! Er tat mir so leid. Nun hatte er endlich wieder etwas gefunden, das seinen Lebensmut erweckte und dann passierte so etwas schreckliches. Es war einfach grausam. Die Polizisten hatten die ganze Geschichte (auch das mit dem Diebstahl) erfahren und mitbekommen, doch den Brief an den wunderschönen kleinen Rappen ließ ich ihnen nicht lesen. Sie meinten, es wäre wohl das Beste und ganz bestimmt auch im Sinne des Müllers, wenn ich den Hengst vorerst mit zu mir auf die Ranch nehme, solange bis sich ein neuer Käufer gefunden hat. Ich zögerte keine Minute und sagte, dass ich Roscuro nehmen werde. Roscuro, ja, der Name fiel mir spontan ein – er passte einfach zu diesem Minifriesen! Die Polizisten nickten und waren einverstanden. Ich nahm den kleinen Bub am Führstrick und führte ihn den halben Kilometer zu mir an den Stall. FF!
der ist ja hübsch
Tolle Nachrichten!

In ein paar Tagen wird unsere Reithalle fertig sein...Es wird dann ein richtiges Einweihungsfest mit Longen- und Reitstunden geben; es werden Westernshows aufgeführt und unsere Zuchthengste bzw Zuchtstuten mit den jeweiligen Fohlen von diesem Jahr vorgeführt! Außerdem erwarten wir einen Überraschungs-Dressurgast!
Für die kleinen Reiter unter uns wird es Ponyführen auf meinen zwei kleinen Superhengsten geben. Lasst euch überraschen!

Wir sind jetzt schon ganz gespannt und hoffen auf zahlreiches Erscheinen!

Loala

Hier mal ein paar Bilder vom Bau:
http://www.reitanlage-hohe-mark.de/db_Halle1_gross10.jpg

http://www.reitanlage-hohe-mark.de/db_halle_3_gross8.jpg

http://www.reitanlage-hohe-mark.de/db_halle_5_gross8.jpg

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http://www.reitanlage-hohe-mark.de/db_halle_7_gross8.jpg

Und so schaut sie momentan noch aus. Es fehlen ein paar Kleinarbeiten, dann kann's bald losgehen!

http://www.reitanlage-hohe-mark.de/db_halle_12_gross8.jpg
(Quelle: http://www.reitanlage-hohe-mark.de)
Ich komm vorbei, ich komm vorbei!
Gibts auch Tee und Glühwein und so? großes Grinsen Soll ja kalt werden
Auf jeden Fall! Es gibt nicht nur Tee und Glühwein, es gibt auch Kaffee und Kinderpunsch! Und von den Eltern unserer Longiergruppe kommt der Kuchen! :-) Wink
Bericht vom 17. Dezember 2007

Minishettys on Tour, Teil 19 (LETZTER TEIL!)

Vorerst wollte ich ihn noch getrennt von den anderen stehen lassen, sie sollten sich erst einmal über (bzw bei der Größe eines Minishettys: UNTER) dem Weidezaun beschnuppern können. Er war ein Prachtkerl und passte zu meinen anderen kleinen Shettyhengsten Irish Coffee und Ice Cream absolut dazu. Eigentlich hatte ich mir eingebildet, dass mein nächstes Pony eine Stute sein sollte, doch ich denke, das bin ich dem Bauern schuldig, seinen Hengst anzunehmen. Mich verfolgten die Gedanken an den tragischen Tod des alten Mannes noch sehr lange, jedes Mal wenn ich den kleinen Rappen ansah, wurde ich traurig und nachdenklich. Was er in seinem Leben alles mitgemacht hatte, kaum vorstellbar. Mir ging das Bild nicht mehr aus dem Kopf, wie er in Lumpen und Fetzen mit einem Drei-Tage-Bart vor uns stand. Grausam. Und alles nur, um sich seinen Lebenstraum eines Ponys – eines schwarzen Ponys – zu erfüllen. Sein Herz zerriss, als ihm sein wunderschöner Hengst verstarb.
Tja, an diesem Tag wuchs meine kleine Herde um ein weiteres Prachtpferd, dass ich mindestens genauso lieben und schätzen werde, wie meine anderen Tiere auch!
Bericht vom 18. Dezember 2007

Traum vom Pferd

Wer hat ihn nicht, den Traum vom eigenen Pferd? Als ich noch als kleines Mädchen vor 9 Jahren angefangen habe zu reiten, war es mein größter Wunsch, ein Pony zu besitzen. Natürlich war mir damals nicht bewusst, was für Konsequenzen so ein Kauf haben kann und wie sehr ich mich selbst einschränken wird. Aber wie auch jeder andere dachte ich, wozu gibt’s Mama und Papa?! Tag und Nacht lag ich ihnen mit meinem ersehnlichen Wunsch in den Ohren, bis es eines Tages – genauer gesagt nach fast 3 Jahren endlich so weit war. Wir fuhren an verschiedene Reitställe, die Verkaufsanzeigen aufgegeben hatten. Ich guckte mir vom Shettlandpony, über den Isländer bis hin zum Fjordpferd so einige Rassen an! Doch hängen geblieben bin ich letztendlich bei den hübschen Norwegern. Beim Anblick von Attila, einem kleinen Wallach schlug mein Herz schneller und ich wusste sofort: dieser oder keiner! Meine Eltern verstanden zwar nicht, was ausgerechnet an diesem (naja, freundlich gesagt: an diesem SEHR GUT ernährten) Pony so Besonderes war, aber sie verstanden den Sinn der Reiterei sowieso nicht und hatten es schon längst aufgegeben, nachzuforschen.
Bericht vom 19. Dezember 2007

Traum vom Pferd, Teil 2

Den Papierkram erledigten meine Eltern. In der Zwischenzeit schmuste ich mit MEINEM Pony und stopfte es mit Leckerlies voll. Der Stallbesitzer lachte und sagte zu mir, dass er sich sicher sei, dass sich Attila bei mir voll und ganz wohl fühlen wird. Ich war so aufgeregt, dass ich am Liebsten gleich direkt im Pferdehänger mit nach Hause gefahren wäre,hätten mich meine Eltern kopfschüttelnd nicht davon abgehalten. Die Fahrt dauerte nicht lange, vielleicht eine dreiviertel Stunde. Zu Hause angekommen, sprang ich aus dem noch rollenden Auto und preschte in Richtung Hänger. Ich konnte es kaum abwarten, meinen Süßen rauszuführen und ihm den Stall zu zeigen. Schon seit Tagen hatte ich die Box pickobello gesäubert, geschruppt und geputzt und letztendlich dick eingestreut, sodass sich mein neuer Liebling auch ja wohl fühlen wird! Alles klappte reibungslos, und schon nach kurzer Zeit stand mein Attila in seiner frischen Box und fing an, am Heu zu knabbern. Stundenlang hockte ich noch neben ihm, starrte ihn an und hatte förmlich Herzchen in den Augen. Nach zwei Stunden kamen meine Eltern vom Kaffeetrinken aus dem Reiterstübchen zurück und schmunzelten nur. FF!
Bericht vom 20. Dezember 2007

Traum vom Pferd, Teil 3

„Na ob wir unsere Tochter heute noch nach Hause holen können?“, fragte meine Mum augenzwinkernd. „Ich glaube nicht“, lachte mein Vater. Sie gönnten es mir, und so schlief ich die erste Nacht mit einem Lächeln im Gesicht auf dem Heuboden ein. Ich war schon gespannt auf den folgenden Tag! Ich stand schon um kurz nach sieben Uhr auf der Matte - und das, obwohl wir Ferien hatten! Meine Eltern rieben sich noch den Schlaf aus den Augen, als ich ihnen sprichwörtlich entgegen "zwitscherte", dass ich sofort und auf der Stelle zu meinem Pony in den Stall möchte. Um diese Jahreszeit, es gab Tiefschnee, war es mir leider nicht möglich mit dem Rad zu fahren, und so war ich immer auf meine Eltern angewiesen. Sie fragten mich nur mit müden Augen, ob ich nun vollends den Verstand verloren hätte. Natürlich, typisch Eltern! Die verstanden mal wieder gar nicht, worum es ging. Letztendlich musste ich noch bis neun Uhr warten, bis sich mein Vater endlich erbarmte und mich zu Attila fuhr. Er stand zufriedend kauend in seiner Box, puuuh, Gott sei Dank! Er scheint sich schon recht gut eingelebt zu haben und verstand sich auch mit seiner Boxennachbarin Sunshine sehr gut.
FF!

Juhuuuuu am Samstag ist es endlich so weit!

Schon seit gestern sind wir mit dem Bau unserer Reithalle fertig geworden, es muss nur noch ein bisschen gesäubert und für eine gemütliche Zuschauertribüne gesorgt werden!

Ab nächster Woche werden dann die Reitstunden wie gewohnt - nur diesmal in der neuen Reithalle stattfinden. Mensch und Tier ist gespannt!
Bericht vom 22. Dezember 2007

Traum vom Pferd, Teil 4

Mit dem ersten Koppelgang wollten wir noch etwas warten, obwohl das Wetter gradezu perfekt wäre. Vllt wollten wir es am Abend mal versuchen, wenn die andren Pferde wieder im Stall standen. Aber unser erster gemeinsamer Ausritt - ja, der stand uns heute bevor! Ich war etwas aufgeregt, versuchte es aber so gut wie möglich zu verstecken. Mit ruhiger Stimme sprach ich meinem Attila während dem Putzen gut zu, es war beinah perfekt. Seine Hufe gab er einwandfrei und auch das Satteln und Trensen ließ er gnadenlos über sich ergehen! Ich war sehr stolz auf ihn, und auch ein kleines bisschen stolz auf mich. Da wir nur eine sehr kleine Reithalle hatten, die momentan belegt war, blieb uns nichts anderes übrig als ab ins Gelände. Ich beschloss, ihn den ersten Weg vom Stall weg zu führen. Man sah ihm die Aufregung an, doch er lief sehr schön mit. Er war etwas nervös, spielte mit den Ohren, schaute sich die Gegend aufmerksam an und machte lauter kleine Tribbelschritte. Doch er blieb gelassen! Sogar als ein schwerer Traktor mit Anhänger an uns vorbei donnerte. Ich beschloss, aufzusteigen.
Bericht vom 23. Dezember 2007

Traum vom Pferd, Teil 5

Er blieb beim Aufsteigen still stehen, das war ich von meinen (Pflege)Pferden gar nicht gewohnt! Ich musste meinen Freudenjauchzer stark zurückhalten, doch bis über beide Backen grinsend ritt ich los. Schon gleich nach den ersten paar Metern kam uns erneut ein Traktor entgegen und ich musste erschreckend feststellen, dass ich starkes Bauchkribbeln verspührte. Ich war angespannt, hoffte aber, dass es mein Attila nicht bemerkt. Puuuh, ich war so stolz auf ihn, als der Trecker brummelnd an uns vorbei gerattert war! Ich lobte ihn und sprach ihm gut zu. Weiter gings dann mit einem Baumstamm, der unverhofft unseren Weg kreuzte. Es führte kein Weg drum herum, da an den Seiten links ein Graben, und rechts ein Bächlein vorbei führte. Ich beschloss, im Schritt drüber zu stapfen, doch mein fleißiges Fjordpferd nahm den Stamm mit einem kleinen Hüpfer! Wahnsinn, er konnte also auch springen! Nach gut zwanzig Minuten, beschloss ich, den ersten Trab zu wagen. Er reagierte auf die feinste Hilfe und trottete zügig voran. Herrlich, ich fühlte mich wie im siebten Himmel. Dann sah ich schon von weitem, ein anderes Pferd auf uns zu kommen...
Bericht vom 24. Dezember 2007

Traum vom Pferd, Teil 6

Ich rechnete schon mit dem Schlimmsten, denn meine bisherigen Pflegepferde drehten vollkommen am Rad, sobald sie ein anderes Pferd sahen. Schließlich wollten sie zeigen wie hübsch und toll sie doch sind! Und da ich meinen Attila noch nicht lange kenne und es unser erster Ausritt war, wusste ich nicht, wie er wohl darauf reagieren würde. Doch er blieb (wie in den vielen anderen Situationen auch) vollkommen gelassen und zockelte an dem schönen unbekannten Rappen vorbei, als hätte er ihn übersehen. Es war eindeutig, mit meinem Fjordpferd hab ich den besten Kauf meines Lebens gemacht! Schon jetzt war ich der festen Überzeugung, dass es kein besseres Pferd als meinen Atti gab. Nach gut einer Stunde kamen wir zurück auf den Hof, und es gab erstmal eine dicke fette Belohnungs-Karotte für mein Pony. Grinsend und überglücklich betrat ich das Reiterstübchen, wo meine Eltern auf mich warteten. "Und, wie lief's?", fragte mich mein Vater. Meine Mum kicherte und antwortete spöttisch: "Siehst du das denn nicht schon an ihrem Gesichtsausdruck?" Lachend wollten sie jedes kleinste Detail meines ersten Ausrittes mit dem eigenen Pferd wissen.
Bericht vom 25. Dezember 2007

Traum vom Pferd, Teil 7

Müde und glücklich fuhren wir nach Hause. Spät am Abend hörten wir die Sirene des Feuerwehrhauses, dachten uns aber nichts weiter dabei. Am nächsten Tag bekamen wir einen schrecklichen Anruf von Moni, der Reitstallbesitzerin, in welchem mein Pony stand. In der Nacht hätte es im Hauptstall einen Brand gegeben, die Feuerwehr habe zwar alles schnell in den Griff bekommen, dennoch kamen ein paar Pferde ums Leben, andere konnten durch den hinteren Ausgang davon galoppieren. Gott sei Dank hat der Stallhelfer Thomas blitzschnell die Riegel der Pferdeboxen öffnen können und die Tiere ins Freie getrieben. Sie wisse leider nicht, was mit meinem Attila passiert war. Mir stockte der Atem, ich wurde kreidebleich und musste mich fast übergeben. Tränenüberströmt rannte ich meiner Mutter in die Arme, die mich sofort packte, ins Auto hockte und zum Stall fuhr. Es waren insgesamt 5 Pferde, die noch fehlten. Entweder kamen sie bei dem Feuer ums Leben oder sie konnten sich irgendwo hin retten. Es war einfach alles so schrecklich! Ich kam mir vor, wie in Trance. Es fühlte sich alles so unrealistisch an! Eigentlich wollte ich den Stall gar nicht sehen...
Bericht vom 27. Dezember 2007

Traum vom Pferd, Teil 8

Meine Mutter nahm mich in den Arm, und wir traten langsam dem niedergebrannten Hauptstall entgegen, wo ein Teil der Pferde ums Leben kamen. Ich konnte gar nicht mehr klar denken, hoffte nur über alles, dass mein geliebtes Fjordpferd noch am Leben war! Der Stallbursche Thomas kam mir mit Schrammen und rauchverschmiertem Gesicht entgegen. Er wirkte niedergeschlagen. "Ich habe versucht, die Pferde zu retten. Doch in den hinteren Boxen war das Feuer schon so ausgebreitet, dass ich es einfach nicht mehr schaffte, an die Riegel zu gelangen." Ich horchte auf. Hatte er da eben gemeint, die HINTEREN Boxen stünden in Flammen? Mein Attila stand in der zweiten Box von vorne! Mein Herz raste und ich fragte ihn, ob er noch wüsste was mit meinem Pony geschah. Er sah mich mit seinen dunkelbraunen Augen durchdringlich an, und nickte schließlich langsam. "Ich habe gleich zu Beginn seine und Leonie's Box geöffnet." (Leonie war ein Schulpferd in der äußersten Stallung) "Ich habe geschrien und die Beiden angetrieben, sie galoppierten durch den hintersten Ausgang nach draußen! Komm schnell, schauen wir nach!" Doch es war weit und breit nichts zu sehen.
Bericht vom 28. Dezember 2007

Traum vom Pferd, Teil 9

Panisch rannte ich Richtung Wald, in der Hoffnung, die Pferde (im Vordergrund natürlich mein Pony) haben dort Zuflucht gesucht. Durch das momentan sehr trockene Klima hinterließen sie leider keine Hufspuren, denen man folgen könnte. Thomas rannte mir hinterher und versuchte mich zu beruhigen, ich solle doch gefälligst etwas langsamer machen. Doch das überhörte ich, schließling ging es hierbei um das Leben von meinem Attila! Der Wald, besser gesagt das Wäldchen, war nicht sonderlich groß. Ich dachte nicht, dass mein Pony auf seinen Namen hören wurde, von den Vorbesitzern wurde nichts gesagt. Dennoch rief ich mir die Seele aus dem Leib "Attila, Attila wo bist du den?!", schrie ich schon fast panisch. Thomas hinter mir brüllte nach Leonie. Von den Beiden waren wir uns sicher, dass sie sich retten konnten. "Leonie, Attila, kommt!" Immer und immer wieder. Meine Füße schmerzten bereits. Es war gar nicht so einfach, sich durch das dichte Gestrüpp zu quälen. Die Bäume hier standen so dicht, da bezweifelte ich, dass sich die Pferde da durchgequetscht haben. Doch dann hörte ich aus der Ferne ein lautes Knacksen...und nochmal...
Bericht vom 30. Dezember 2007

Traum vom Pferd, Teil 10

Aufgeregt schrien Thomas und ich weiter nach meinem Pony und dem Schulpferd Leonie und das Knacksen wurde lauter. Auf einmal vernahm ich ganz leise ein Pferdeprusten, oder war es gar doch was anderes? Ich stand auf Kommando mucksmäuschen still und gab auch Thomas das Zeichen, er solle sich nicht mehr bewegen. Es war absolut ruhig, nicht einmal mehr das Knacken war zu hören. Ich seufzte. Fing ich nun allmählich in der ganzen Aufregung schon an zu halluzinieren? Ich wünschte es mir so sehr, dass wir meinen Attila wieder fanden. Thomas schubste mich an und lächelte mir zu. "Nur Mut, gib nicht auf, wir finden die Beiden schon noch", sagte er in sanftem Ton zu mir. Er war ja so süß...Aber nein, momentan stand wichtigeres im Vordergrund als meine heimliche Liebe zum Stallknecht. Wir kämpften uns weiter durch's dichte Gestrüpp und da war es. Ein Wiehern! Und nein, ich habe es mir nicht eingebildet - Thomas hat es auch gehört! Hektisch fingen wir wieder an, die Namen der Pferde zu rufen und erneut, ein Wiehern. Trotz der schlechten Bodenverhältnisse rannte ich wie vom Blitz getroffen in die Richtung, aus der die Pferde wohl kamen.
Bericht vom 31. Dezember 2007

Traum vom Pferd, Teil 11

Ich rannte, als gäbe es kein Morgen mehr. Das Wiehern der verschwundenen Pferde wurde immer lauter und lauter, Thomas und ich riefen dennoch weiter. Dann gab es ein schrilles Quietschen und auf einmal war es wieder mucksmäuschen still. Mein Herz begann zu rasen. Durch das dichte Gestrüpp des Waldes verhängte ich mich ziemlich oft in den Wurzeln des Grüns und schlug am Boden auf. Mittlerweile hatte ich mir die Knie schon wundgescheuert und eine kleine Blutrinne floß mir an der Stirn herab. Doch das war mir in dem Moment egal - Hauptsache war, dass wir die Pferde wieder fanden. Auf einmal sah ich die weiße Blesse der Fuchsstute Leonie vor mir aufblitzen. Mir rannen Tränen die Backen hinunter, ich hoffte so sehr, dass mein Attila vor mir stehen würde. Natürlich war ich trotzdem froh, zumindest eines der Pferde gefunden zu haben. Thomas, der an die Halfter gedacht hatte, legte es dem Schulpferd um und führte sie behutsam auf den Wanderpfad um sie erstmal untersuchen zu können. Mit seinem Handy rief er die Stallbesitzerin an um ihr mitzuteilen, dass sie das Pferd an der dritten Lichtung des Waldes abholen konnte.
Die Suche nach meinem Fjordpferd ging weiter.

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