Das Gut Pappel!



Gut Pappel!


Das Gut Pappel, ist ein Hof im Norden Deutschlands, in der Nähe von Lübeck. Egal von welcher Seite man den Hof anfährt, man hat immer den Blick auf ein große Windrad. Man könnte sozusagen sagen: „Das Windrad weist einem den Weg!“
Das Gut ist idyllisch versteckt hinter Bäumen und von den Feldern aus nur zu erahnen. Zum Hof gehören vier Wohnhäuser, ein Kuhstall, eine Scheune, ein Hofladen, ein Haus in dem Bäckerei Schweine- und Hühnerstall untergebracht sind, eine Gemüsehalle und ein Gewächshaus.
Das Besondere an diesem Hof ist die Hofgemeinschaft, von der er geführt wird und das er bereits seit 1976 nach den biologisch-dynamischen Anbauprinzip und den darauf folgenden demeter-Richtlinien bewirtschaftet wird.
Die gesamte Hofgemeinschaft bildet sich aus derzeit fünf Familien, langjährigen Mitarbeitern, Auszubildenden und ständig wechselnden Praktikanten, so dass es im Durchschnitt an die 20 Personen sind, die dort mitarbeiten.
Das Anliegen der Hofgemeinschaft ist es, die scheinbar gegensätzlichen Bedürfnisse des Menschen und der Natur in ein ausgewogenes Verhältnis zu bringen. Es wird an einem lebendigen Hoforganismus gearbeitet, in dem Viehhaltung und Feldwirtschaft die Grundlage der Arbeit bilden. Mehrjährige Fruchtfolgen (10-jährige) im Anbau der Kulturpflanzen schaffen gesunde Wachstumsbedingungen, wodurch vollständig auch chemisch-synthetische Dünge- und Pflanzenbehandlungsmittel verzichtet wird.
Im Hofladen laufen alle Arbeitsbereiche der Gemeinschaft zusammen, wo alle auf dem Hof erzeugten Produkte angeboten werden. Als Direktvermarkter kann das Gut Pappel, die besondere Frische der eigenen Produkte garantieren. Durch die vielfältigen Bereiche von Backstube über Hofkäserei, Gärtnerei, Tierhaltung, Kartoffel- und Getreideanbau, wird eine große Produktvielfalt gewährleistet.
Als kleiner Nebenverdienst wurde vor einigen Jahren dort eine Isländerzucht aufgegriffen. In diesem Jahr Besteht die ganzjährig im Freien gehaltene Herde aus 9 Zuchstuten.
Desweiteren werden dort auch 30 Milchkühe und eigenen Nachzucht gehalten, wodurch die regelmäßige Milchproduktion gewährleistet wird.


Kolfreyja muss ihm Rahmen ihres Studiums ein Praktikum absolvieren und hat sich diesen Hof dazu ausgesucht.



Und was ihr auf dem Hof so alles wiederfährt...das könnt ihr sehr schön hier nachlesen (allerdings seh ich grad...das die alle durcheiandergewürfelt sind...naja für die dies nich abwarten können^^ ansonsten stell ich die Teile auch hier noch mal on und zwar inner richtigen Reihenfolge):

Was bissher geschah!


Ansonsten halte ich euch auf dem laufenden, wenn etwas neues Passiert.
hey! smile

viel erfolg mit deinem neuen hof Danke mit Blumen

LG Wink
Viel erfolg und gutes gelingen liebe kora!!!

Danke mit Blumen
Loala
Hey, hört sich schon toll an, viel erfolg!
Hey, ihr drei. Vielen Dank! ^^



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Die neun Zuchtstuten des Gut Pappel:

Gletta(die Schelmin): 7 Jahre, hellbraun, mit zwei weißen Fesseln vorne und Schnippe und Stern

Ör (der Pfeil): 10 Jahre, Schwarzschecke

Milska (Gemisch aus Bier und Met): 5 Jahre, Beige-Braun-Schecke

Lend (die mit der auffällig gefärbten Kuppe): 6 Jahre, Falbe mit heller Mähne aber dunklem Aalstrich und Kopf

Neista(der Funke): 15 Jahre, rot-braun, schmale Blesse, drei weiße Fesseln

Ponta(die Schnupftabakdose): 17 Jahre, braun mit dunkler Mähne ohne Abzeichen

Skota(Regenschauer, Graupel): 14 Jahre, Grauschimmel mit schwarzer Mähne

Assa(Adlerin, graue Farbe) : 8 Jahre, grau mit dunkler Mähne, Schnippe, rosa Maul

Kolfreyja(weiblich Rappe): 5 Jahre, Rappe, weiße breite Blesse, vier weiße Fesseln
kommenauch noch bilder?
würd mich nämlich arg interessieren, wie deine zuchtstuten aussehen... smile
Klar kommen noch Bilder. Aber bisher hab ich leider erst zwei fertig bekommen.
Drei sind grad noch in Arbeit, die müssen aber noch eingescannt werden.

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Gletta
Gletta ist eine 7 jährige fuchsfarbene Isländerstute. Sie wurde vor zwei Jahren in den Zuchtbestand aufgenommen und bekommt dieses Jahr ihr zweites Fohlen.
Gletta ist sehr ausgefuchst und hat einige Tricks auf Lager, die bissher zum Glück noch nicht auf die anderen Pferde abgefärbt haben.
Sie ist nicht eingeritten, beherscht aber einige Bodenarbeisübungen.

http://img166.imageshack.us/img166/1954/glettafr5.th.jpg

Kolfreyja
Kolfreyja ist eine 5 jährige Rappisistute. Sie kam erst vor drei Monaten in die Herde dazu. Sie hat noch leichte Schwierigkeiten in der Gruppe klar zu kommen, ist leicht zickig und noch nicht eingeritten. Das soll aber in den nächsten Monaten nachgeholt werden.
Sie wurde von einem anderen Hengst gedeckt und bekommt dieses Jahr ihr erstes Fohlen.

http://img260.imageshack.us/img260/3079/kolfreyjagj3.th.jpg


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(Ich versteh nur leider nicht, warum die Quali beim Hochladen aufeinmal so schlecht ist.)
geil, wie du zeichnen kannst!
Danke! ^^

In Orgiginals siehts besser aus, wie gesagt, ich weiß auch nich, warum das nach Hochladen so mieß aussieht.
Ich kann aber gar nicht zeichnen ! großes Grinsen

scheib doch sonst noch ein paar Infos zu den Pferden hin oder so!

Vieleicht magst du ja auch mal meinen Tread besuchen: Gestüt Vanki
So, Charakterbeschreibungen sind jetzt auch dabei. ^^
So, hier kommt jetzt der erste Teil von Kolfreyjas Praktikumsgeschichte
(*g* ein wenig lang):

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Ein Neuanfang!

Es ist Anfang April. Seit drei Stunden bin ich mit dem Auto von Berlin nach Lübeck unterwegs. Gähnend schaue ich auf das nächste Autobahnschild. Reinfeld! Ich setzte den Blinker und bremste langsam ab. Plötzlich quietscht etwas neben mir. Meine beiden Djungarischen Zwerhamster sind mal wieder übereinander hergefallen und zanken sich nun. "Hey Jungs!", sage ich laut und erschrecke fast selber über meine Stimme. Schweigend mit lauter Musik hatte ich die letzten Stunden verbracht, aber nun würde ich endlich bald da sein. Da, auf dem neuen Hof, wo ich für die nächsten paar Monate bleiben würde. Hallo, ich bin Kolfreyja und mache im Rahmen meines Studiums nun ein Praktikum auf einem Ökologischen Hof (demeter) und das Besondere daran, dort werden auch Isländer gezüchtet. Isländer interessieren mich einmal, weil ich Pferde sehr gern mag und zweitens weil ich selber einen Isländischen Namen trage. Kolfreyja ist die weibliche Bezeichnung für Rappe.
Die letzten paar Kilometer lege ich über Land zurück und staune über den vielen Rapsanbau den es hier in Schleswig-Holstein gibt. Dann steht da ein Schild: „Gut Pappel“

Ein Kopfsteinpflasterweg führte mich direkt zu einem Hof, der versteckt hinter einer Pappelallee lagt. Er besteht aus drei Haupthäuser, wie ich auf den ersten Blick sehen konnte. Ich parkte mein Auto und stieg aus.
„Bist du Kolfreyja?“, hörte ich eine Stimme hinter mir. Ein wenig erschocken drehte ich mich um: „Ja, die bin ich!“
Ein älterer Mann steht vor mir, ein Fahrrad in der Hand. Die leere reicht er mir: „Willkommen, ich zeig dir dein Zimmer! Ich bin Reinhard! Wir sind hier alle beim Du“
Wie selbstverständlich halft er mir schon einige meiner Sachen mit reinzubringen. Vor der Eingangstür, zog er seine Schuhe aus: „Hier drinnen ist totales Schuhverbot. Wir haben hier extra eine Schmutzschleuse in der auch die Stallsachen abgelegt werden können!“
Neugierig sah ich mich um, während ich aus meinen Turnschuhen schlüpfte. Der Raum war nicht groß und an den Wänden waren Fächer aus Holz angebracht.
„Das hier kannst du haben!“, er zeigte mir ein leeres Fach, das mit alten Zeitungen ausgelegt war. Ich nickte und folgte ihm dann die Treppe hinauf in den ersten Stock, um die Ecke, einen Flur entlang, eine kleine Treppe hinunter gerade zu und in ein kleines Zimmer hinein. Grinsend überlegte ich ob ich mein Zimmer alleine wieder finden würde. So viele Enden und Ecken hatte ich in einem Haus noch nie gesehen.
„Wenn du dich eingerichtet hast, kannst du ja gegen 15.30 Uhr in den Stall kommen!“, und weg war Reinhard wieder.
Ich stellte den Käfig meiner Hamster auf den Tisch und sah mich erst einmal um. Es war ein kleines Zimmer mit Dachschräge und einem großem Klappfenster. Mitten im Zimmer befand sich ein Holzpfeiler, bei dem ich mich sofort fragte, was der wohl stützen soll, bei einer Dachschräge. Ein Bett stand in der Ecke, daneben ein Sessel, ein Schreibtisch und auf der anderen Seite des Zimmers ein Regal und ein Schrank. Zufrieden nickte ich, das Zimmer war völlig in Ordnung, ich hatte schon Befürchtungen gehabt ich müsste mir mit jemand anderem ein Zimmer teilen.
Nachdem ich noch zweimal zum Auto gelaufen war und meine Sachen hinauf geschleppt hatte zog ich mich um für den Stall.
Als ich zur Tür hinaus trat, fuhr mir eine eisige Böhe entgegen. Ich blinzelte und sah mich um. Neben dem Haupthaus lag ein Kuhstall, daneben ein Schweinestall, auf der anderen Seite ein Hofladen und daneben eine Scheune. Das Gut war verdammt groß, dachte ich bei mir, während ich zum Kuhstall hinüber stiefelte. Dort waren bereits einige Angestellte dabei die Kühe in ihre Fressgitter zu sortieren. Ein großes kräftiges Mädel erblickte mich und wank mir zu: „Komm mal her und hilf uns.“
Ich nickte und kletterte in den Mistgang. „Ich bin Christa!“, sagte das Mädel und drückte mir eine Kuh in die Hand.
„Ich bin Kolfreyja!“, stellte ich mich vor.
„Du bist die neue Praktikantin?“, fragte Christa und deutete auf einen Fressplatz, „Bring die Felina da hin!“
Ich vermutete mal, dass das die Kuh war, die ich am Halfter hielt. Langsam führte ich sie zu der Stellte auf die Christa gezeigt hatte. Die Kuh hob den Kopf und ging brav in das Fressgitter, welches sofort einrasstete.
„Kannst du die nächsten paar Kühe in den Stall treiben?“, Reinhard stand plötzlich neben mir und brachte ebenfalls eine Kuh ins Fressgitter.
„Klar, kann ich machen!“, sagte ich und machte mich auf den Weg zum Auslauf. In diesem Moment verfluchte ich mich selbst, dass ich mir immer noch keine Gummistiefel gekauft hatte, denn der Mistgang war, wie sein Name schon sagte, voller Mist und ich hatte nur einfache Lederarbeitsschuhe an. Auf Zehenspitzen hüpfte ich weiter. Im Auslauf standen noch fünf Kühe, die mich alle mit wachen Augen und aufgestellten Ohren begutachteten. Zögernd trat ich hinter sie und versuchte sie durch gutes zureden vorwärts zu treiben. Doch außer als das sie mich weiterhin anglotzten passierte nichts.
„Hey, wird’s heut noch was?“, fragte ich etwas lauter und fuchtelte wild mit den Armen in der Luft herum. Das wirkte! Zwei der Kühe setzten sich in Bewegung. Als sie im Stall verschwunden waren folgten auch die andren drei Kühe.
Drinnen waren Christa und Reinhard noch damit beschäftigt die restlichen Kühe an ihre Plätze zu bringen. Ich fragte mich wie sie die alle auseinander halten konnten, denn für mich sah eine Kuh aus wie die andere. Braungescheckt!
Reinhard kam auf mich zu: „Du gehst mit Christa auf den Futtertisch, sie wird dir alles zeigen!“
Ich nickte wieder und folgte ihm durch den Melkstand hinaus.
„Immer die Schuhe erst abspritzen, bevor du füttern gehst.“, sagte Reinhard und drückte mir einen Schlauch in die Hand.
Ja, das kannte ich noch gut, von meinem alten Hof. Schuhe abspritzen…nur hatte ich immer noch meinen Lederschuhe an und natürlich prompt, nachdem ich fertig war, auch noch nasse Füße.
Christa erwartete mich schon auf dem Futtertisch. Nach zwei Stunden waren wir mit Füttern durch und ich völlig k.o.. Mir taten die Arme höllisch weh. Ich hatte schon lange nicht mehr so viel mit der Forke hantiert, und schon gar nicht mit Silage. Heu oder Stroh war dagegen ja nichts, aber diese Silage war so langstrohig und schwer, dass ich richtig Mühe hatte mir was vom Rundballen loszumachen.
Total erschöpft ließ ich mich auf mein Bett fallen. Doch bevor mich die Augen zufielen, fing mein Magen an laut zu knurren. Schwerfällig richtete ich mich noch einmal auf. Eigentlich war ich viel zu müde um noch mal hinunter zu gehen und was zu Essen, aber auf Magenknurren hatte ich nun noch weniger Lust.
Schlurfend ging ich hinunter und war leicht erstaunt, dass ich nicht die einzige war die wohl noch Hunger hatte.
In der Küche saßen bereits Reinhard, Lina (die ebenfalls im Kuhstall arbeitete), zwei Männer und noch ein Mädchen in meinem Alter.
„N`abend!“, sagte ich und schloss die Tür hinter mir.
„Guten Abend!“, kam es fast wie ein Chor zurück.
„Für sein Abendbrot ist jeder selber zuständig!“, sagte Reinhard, „Da drüben findest du Brettchen und Besteck.“ Er deutete auf die Küchenzeile. „Brot und Belag steht schon auf dem Tisch!“, sagte einer der Männer, mit schulterlangem Haar und einem leichten italienischen Akzent.
Mehr als nicken konnte ich gar nich mehr und setzte mich dazu.
„Und wer bist du?“, fragte der andere Mann.
Ich sah ihn verdutzt an: „Ich bin Kolfreyja, ich mach hier ein Praktikum!“
Er nickte und sah mich an. Direkt in die Augen.
„Und du bist?“, fragte ich um die aufkommende Stille zu unterbrechen.
„Malte!“, sagte er und lehnte sich zurück.
„Ich bin Ricardo!“, sagte der Mann mit dem Akzent und gab mir die Hand zum Gruß, „Und hier für die Isländerzucht verantwortlich. Interessierst du dich für Isländer?“
„Ja, wieso? Sieht man mir das an?“, fragte ich grinsend.
„Fast!“, auch er lächelte, „Dein Name!“
„Du kennst ihn?“, fragte ich erstaunt, das hatte ich ja noch nie erlebt.
„Natürlich kenne ich den Namen, so heißt eine unserer Stuten nämlich auch!“, Ricardo lehnte sich zurück.
„Wie viele Pferde habt ihr denn?“, mein Interesse war geweckt und meine Müdigkeit verflogen.
„Im Moment sind es neun Zuchtstuten, die bald fohlen werden!“
„Habt ihr auch einen Zuchthengst?“, fragte ich weiter.
„Hatten. Den haben wir aber vor ein paar Monaten verkauft. Wir wollen frisches Blut einbringen. Dieses Jahr kaufen wir einen neuen.“, erklärte Ricardo.
„Und was is mit dir? Wo wirst du arbeiten hier auf dem Hof?“, warf Malte ein.
„Ähm, ich denke erst mal im Kuhstall, oder? Aber ich wollte sowieso so viele Bereiche wie möglich durchlaufen.“, fragend sah ich Reinhard an.
Dieser nickte: „Erst einmal im Kuhstall und dann kommt sie noch zu dir in den Gemüsebau!“
„Ach wirklich!“, neugierig lehnte Malte sich vor, „Hast du denn schon mal auf einem Hof wie diesem gearbeitet?“
Ich schüttelte den Kopf: „Bisher hatte ich nur mit Tieren zu tun, von Gemüse hab ich keine Ahnung!“ Im selben Moment kam mir diese Antwort ziemlich dämlich vor.
Malte grinste: „Naja, das wird sich schnell ändern!“

Fortsetzung folgt!

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Dieser Part ist bereits auf mehrere Berichte verteielt erschienen!
schöne zeichnungen Kora, sind im anime styl oder seh ich das falsch? Augenzwinkern
zumindest die augen Zunge raus

aber ich finde die bewegung in den bildern sehr schön ausdrucksvoll
> KLASSE ! <
Animestyle? Eigentlich nich beasichtig...ich zeichne auch Animes...aber so was versuch ich eigentlich immer zu trennen ^^.
So, hier ist der zweite Teil von Kolfreyjas Praktikumszeit.

(und wieder sehr lang ^^)

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Auf zu den Isländern

Dann fielen Ricardo und Malte in ein Gespräch, wo ich nicht mehr mitreden konnte, weshalb ich mich noch einmal an Reinhard wandte, der bereites seine Sachen abzuräumen begann.
„Wann geht’s denn morgen früh im Stall los?“
Reinhard sah mich kurz an und sagte dann: „Um 5.30Uhr!“ Erstaunt riss ich die Augen ein wenig auf: „Hui, das is aber früh! Ich glaub dann geh ich lieber gleich schlafen!“
Lina grinste: „Naja man gewöhnt sich irgendwann daran, aber ich geh auch lieber immer früh schlafen.“
„Hast du Lust dir vorher noch die Isländer anzusehen?“, warf Ricardo ein, bevor ich darauf etwas erwidern konnte.
Na und wie ich Lust dazu hatte. Sofort war meine Müdigkeit wie weggeblasen, im Hinblick auf die Pferde. Begeistert nickte ich.
Ricardo warf einen Blick auf mein leeres Brettchen, das immer noch leer vor mir stand.
„Willst du vorher noch was essen?“, fragte er führsorglich, doch ich schüttelte nur den Kopf und schob meinen Stuhl zurück.
„Ich ess später noch was.“, ich hätte vor Aufregung sowieso nichts mehr runter bekommen. Gerade wegen der Isländerzucht hatte ich mir diesen Hof für mein Praktikum ausgesucht. Pferde waren mein Leben. Auch daheim in Berlin hatte ich eine Reitbeteiligung auf einem Ponywallach, den ich jetzt schon schmerzlich vermisste. ´Hoffentlich´, dachte ich bei mir, ´habe ich hier auch die Möglichkeit einmal auszureiten!´ Denn ganze vier Monate ohne Reiten, das würde ich nicht aushalten.
Ricardo stand auf: „Na dann lass uns los, bevor es zu dunkel wird!“
Ich nickte und folgte ihm hinaus. Vor der Tür, schwang er sich auf sein Fahrrad und sah mich erwartungsvoll an.
Ich zuckte hilflos mit den Schultern: „Ich hab mir kein Fahrrad mitgebracht!“
Er sah sich kurz um, deutete dann auf eine rosanes Rad: „Dann nimm Maltes, er hat sicher nichts dagegen.“
Ich hatte Mühe mit dem rosa Rad, das dazu noch eine Acht im Hinterrad hatte, mit Ricardo mitzuhalten, der mit seinem Rennrad ein beachtliches Tempo vorlegte.
Wir fuhren vom Hof und an einigen Feldern vorbei, bis er schließlich rechts in einen Feldweg einbog und nach guten 200 m vor einem Tor stoppte.
„Das hier ist die Klimme! Also die Klimmeweide, die heißt so wegen dem kleinen Flüsschen da unten. Das ist die Klimme!“, erklärte Ricardo mir und deutete auf einen Bachlauf, der Bäumen ziemlich zugewuchert war. Die Weide war riesig. Erst musste man einen Hang hinunter, an den dann eine große Fläche angrenzte. Doch das war noch lange nicht alles, wie ich später feststellte.
Ich schnaufte und hielt mir die Seite. Ich hatte noch nie eine gute Kondition gehabt und das machte sich nach dieser rasanten Radfahrt mal wieder bemerkbar.
Ricardo schien nicht mitzubekommen wie schwer ich nach Luft ringen musste, denn er kletterte bereits über den Zaun und wies mich an ihm zu folgen.
Vorsichtig kletterte ich über den Lattenzaun und schloss zu Ricardo auf, der einige Meter den Hang hinunter gegangen war. Dann rief er laut: „Kommt, kommt!“
Ich zog die Augenbrauen hoch und sah ihn verdutzt an, doch keine 10 sec später hörte ich ein Wiehern, worauf aufgeregtes Hufgetrappel folgte.
Hinter einer Baumgruppe kam eine kleine Herde Isländer angetrabt. Vom Hang aus, hatte man einen atemberaubenden Blick auf die kleine Herde, die nun den Hang hinauf stürmte. Eine bunte Farbenpracht, die sich vom matten grün-braun, der Landschaft und dem langsam dunkel werdenden Himmel abhob.
Prustend und schnauben kamen die acht Stuten vor uns zum stehen und umringten uns neugierig.
Eine hellbraune Stute stupste mich an und suchte mit ihren Nüstern systematisch meine Jacke ab.
„Das ist Gletta.“, sagte Ricardo, „Hier drüben die Graue, das ist Assa und die daneben mit der hellen Mähne und dem dunklen Aalstrich, das ist Lend.“
Ich sah mir die Stuten an und musste grinsen. Die Namen passten haargenau. Assa, die Graue, Lend, die auffällig gefärbte Kuppe.
„Lass mich raten.“, sagte ich und deutet auf eine schwarze Stute mit breiter Blesse, die ein wenig abseits stand, „Das ist doch sicher Kolfreyja, oder?“
Diesmal grinste Ricardo: „Stimmt, gut aufgepasst!“
Dann stellte er mir noch die anderen Stuten vor. Ör, eine schwarz gescheckte Stute, Skota, ein Grauschimmel, Ponta, eine braune Stute mit schwarzer Mähne, Neista, eine Rot-braune und Milska, eine braun-beige gescheckte Stute.
„Sie alle sind wunderschön!“, fing ich an zu schwärmen.
„Neista und Ponta sind schon am längsten bei uns! Ponta haben wir diesmal zum letzten Mal decken lassen, sie ist schon 17. Irgendwann muss ja auch mal Schluss sein.“
„Was passiert dann mit ihr?“, fragte ich.
Ricardo wurde ernst und ein kaum merklicher Schatten huschte über seine Gesicht: „Sie wird wahrscheinlich als Freizeitpferd verkauft. Ich hab da leider nichts mitzureden, was die Verkäufe angeht!“
„Warum denn das? Ich mein, du kennst die Pferde hier doch sicher am besten!“, fragte ich verwirrt.
Ricardo schnaubte verächtlich: „Tja, die Verwaltung der Ein- und Verkäufe unterliegt leider nicht meiner Hand!“
Plötzlich quietschte eine der Stuten empört auf. Ich sah mich um und erblickte Kolfreyja, die nach Milksa austrat, was diese zu einem hektischen Sprung zur Seite veranlasste.
„Hey!“, rief Ricardo mit sanfter, aber bestimmter Stimme. Milska sah mit gespitzten Ohren in seine Richtung und brummelte leise.
„Kolfreyja ist erst seit einigen Monaten hier. Sie spielt gern die Außenseiterin.“, sagte Ricardo und zuckte die Schultern, „Aber sie kann auch eine ganz Liebe sein. Wenn sie gefohlt hat, dann soll sie auch eingeritten werden.“
„Sind die andren Stuten auch eingeritten?“, fragte ich nach.
Ricardo nickte: „Ja eingeritten schon, sie werden nur nicht regelmäßig bewegt. Dafür ist hier nicht viel Zeit!“
„Ah so!“, murmelte ich.
„Kannst du reiten?“, fraget Ricardo beiläufig, während er Skota an der Brust krauelte.
„Ja, ich hab in Berlin auch eine Reitbeteiligung, auf einem Ponywallach!“, bestätigte ich ihm.
„Das heißt?“, fragte Ricardo und sah grinsend auf. In der langsam dunkel werdenden Umgebung konnte ich sein Gesicht kaum noch erkennen, doch seine weißen Zähne blitzten mich förmlich an.
„Wie, was das heißt?“, fragte ich verwirrt.
„Naja, eine Reitbeteiligung heißt noch lange nicht, dass man auch reiten kann!“, sagte Ricardo frech.
„Pff!“, machte ich und verschränkte meine Arme vor der Brust, leider konnte ich mir ein kleines Grinsen nicht verkneifen. Ricardo war wirklich nett.
Langsam wandte ich mich um und ging zum Tor zurück, denn ich begann zu frösteln. Es war April und der frische Wind fuhr mir durch meinen Fließpulli hindurch.
Ricardo zögerte kurz, folgte mir dann aber und kletterte ebenfalls über den Zaun.
„Wie alt bist du denn?“, fragte er und drehte sein Fahrrad um. Anscheinend hatte er ein schlechtes Gewissen wegen seiner Bemerkung, denn er fuhr diesmal langsamer, so dass ich nicht sofort außer Atem geriet.
„Muss ich dir das sagen?“, fragte ich frech und trat ein wenig kräftiger in die Pedalen.
„Nein, ich bin nur neugierig!“, grinste Ricardo und hielt locker mit meinem Tempo mit.
Ich tat einen Moment so, als würde ich grübeln. „22!“, sagte ich dann, „Und wie alt bist du?“
Ich hatte schon immer ein schlechtes Schätzgefühl, für das Alter anderer Leute gehabt. Und ich wurde mal wieder darin bestätigt.
Als ich Ricardo das erste Mal gesehen hatte, da hatte ich ihn wegen seiner langen Haare und seinem jugendhaften, italienischen Auftreten auf 25-28 Jahre geschätzt.
Als er mir nun sein wahres Alter offenbarte, währ ich fast vom Rad gefallen.
„32!“
Ungläubig sah ich ihn an.
„Is nich dein Ernst!“, sagte ich nach einem Augenblick.
„Doch, eigentlich schon!“, er grinste wieder, „Wieso?“
„Ach…“, sagte ich zögerlich, „Ich hab dich nur für jünger geschätzt!“
„Wirklich?“, Ricardo schien sehr erfreut darüber zu sein, denn es kam mir so vor als wäre er gleich ein Stückchen auf seinem Sattel gewachsen.
„Kommst du aus Italien?“, fragte ich mutig weiter.
Er nickte, antwortete mir aber nicht genauer auf meine Frage.
„Wie lange bist du schon in Deutschland?“, hakte ich weiter. „Seit drei Jahren!“, sagte er.
„Dafür sprichst du aber sehr gut Deutsch!“, gestand ich ihm. Er fing an zu grinsen, dann lachte er leise: „Ja, das kommt daher, dass ich bereits seit der Grundschule Deutsch hatte!“
„Ach so!“, grinste ich ebenfalls.
Der Hof kam langsam in Sicht. In einigen Fenstern brannte noch Licht, wodurch man erahnen konnte wo man war, denn inzwischen war es schon vollständig dunkel geworden. Das lag an der Jahreszeit, es war April und die Tage waren noch kurz.
Wir hielten vor dem Haupthaus und ich stellten das Rad wieder ab. Kurzum beschloss ich mir demnächst ein eigenes Fahrrad zuzulegen. In der Nähe gab es einen Urlaubsbauernhof, auf den ich schon seit 20 Jahren immer in Urlaub gefahren war, dort würde ich am nächsten Wochenende mein Glück versuchen.
„Gute Nacht!“, sagte Ricardo in meinen Gedankengang hinein. Ich schreckte auf und nickte: „Ja ebenfalls!“
Ricardo fuhr weiter mit seinem Fahrrad. Im ersten Moment dachte ich mir nichts dabei und ging ins Haus.
>>Wo will er denn um diese Uhrzeit noch hin?<< kam es mir da in den Kopf. Naja, aber das ging mich auch eigentlich nichts an.
Ich ging hinauf in mein Zimmer und machte mich Bettfertig. Langsam überkam mich auch wieder die Müdigkeit. Kaum das ich eine Seite meines Buches gelesen hatte, fielen mir die Augen zu.

Fortsetzung folgt!

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Dieser Teil ist auch als Berichte erschienen!
prima, Kora!

Dein Hof gefällt mir echt super und die Zeichnungen sind wirklich toll geworden Wink
Danke Tinkerle ^^


So, und hier kommt noch ein Bildchen mit einer der Zuchtstuten.

Skota:

Diese Grauschimmelstute ist bereits seit einigen Jahren in der Herde und zählt auch schon 14 Jahre. Sie ist eingeritten und eingefahren. Im Winter kann man sie super vor einen Schlitten spannen.
Aus Skota wurde bereits ein sehr erfolgreicher Zuchthengst gezogen.
Skota ist manchmal etwas launisch und hat ihren eigenen Kopf ist aber alles in allem ein sehr umgängliches Familientaugliches Pony.


http://img149.imageshack.us/img149/7762/skotapc5.th.jpg
So...hier kommt der dritte Teil von Kolfreyjas Praktikumsbericht.

Das erste Fohlen!

Am nächsten Morgen klingelte mein Wecker um 5.15Uhr. Ich schreckte hoch und starrte verdattert auf den immer noch klingelnden Wecker. Ächzend erhob ich mich, schaltete ihn aus und stand auf. Sofort fröstelte es mich als ich die schützende Wärme meiner Decke verließ. Mit steifen Gliedern zog ich mich an und stapfte hinunter. Alles war ruhig und noch dunkel. Ich zog meine Gummistiefel an und trat zur Tür hinaus.
Leichter Dunstnebel versperrte die Sicht zum nächsten Gebäude. Ich wusste dass es der Kuhstall war, konnte ihn aber nur erahnen. Gähnend stiefelte ich zum Kuhstalltor…noch keiner da, außer der Kühe, die noch wiederkäuend in der Liegefläche lagen.
Wartend lehnte ich mich an das Holztor, als plötzlich jemand mit seinem Fahrrad an mir vorbei geschossen kam. Ich erkannte Ricardo der es anscheinend ziemlich eilig hatte.
„Morgen!“, rief ich ihm zu. Er sah sich kurz um und wank mir zu. Dann war er auch schon wieder im Nebel verschwunden.
Kurz darauf kamen Reinhard, Lina und Christa und wir konnten mit der Stallarbeit beginnen.
Zwei Stunden später saß ich mit brennenden Händen am Frühstückstisch. Ich war die Arbeit mit der Forke eindeutig nicht mehr gewohnt. Allerdings hatte das Arbeiten mich ganz schön hungrig gemacht. So viel wie an diesem Morgen hatte ich schon lange nicht mehr gefrühstückt. Ich sah mich in der Frühstücksrunde um. Reinhard, Christa, Lina, Pia und Malte. Dann saßen da noch zwei weitere Männer und zwei Frauen, die ich noch nicht kannte.
Später bei der Arbeitsbesprechung wurden sie mir dann als Helmut, Bärbel, Rosi und Alfons vorgestellt. Plötzlich fiel mir auf, dass Ricardo gar nicht beim Frühstück gewesen war.
„Wo ist den Ricardo?“, fragte ich Pia, die neben mir saß. Sie zuckte nur mit den Schultern. Pia war ziemlich schweigsam.
„Ich glaub er ist draußen bei den Stuten!“, sagte Lina, die auf der anderen Seite von mir saß.
„Ach so, lässt er deswegen öfters das Frühstück ausfallen!“, grinste ich.
Lina schüttelte den Kopf: „Nein, ich denke mal, da wird grad eine der Stuten fohlen!“
„Was wirklich?“, fragte ich aufgeregt. Das würde ich mir nur zu gerne anschauen.
Lina nickte: „Also ich glaub schon, wie gesagt, sonst kommt er immer zum Frühstück oder meldet sich wenigstens ab!“ Aufgeregt rutschte ich auf meinem Hinter hin und her. Hoffentlich würde ich hinfahren können. Leider musste ich enttäuscht werden, denn Reinhard hatte mich schon völlig eingespannt. Ziemlich geknickt folgte ich ihm in den Stall. Dort bestand meine erste Aufgabe darin mit Lina die Zäune von den Kuhweiden abzugehen und eventuelle Schäden zu reparieren. Fast drei Stunden lang waren wir unterwegs und wie ich mit Freuden feststellen konnte waren wir der Weide von den Isländern ziemlich nahe gekommen. Immer wieder warf ich einen Blick hinüber in der Hoffnung etwas zu erkennen. Irgendwann klopfte mir Lina auf die Schulter. „Geh schon gucken!“ „Wirklich?“, fragte ich zögernd. Einerseits wollte ich unbedingt wissen, ob gerade wirklich ein Fohlen auf die Welt kam, andererseits wollte ich auch Lina nicht mit der ganzen Arbeit alleine lassen. Lina nickte mir zustimmend zu. Ich nickte und rannte los. Meine Neugier hatte eindeutig gesiegt. Kurz darauf war ich an dem hohen Holzzaun angekommen und kletterte eilig hinüber. „Ricardo?“, rief ich, in der Hoffnung er würde mich hören, denn keine der Stuten war in Sicht. Ich überlegte, ob ich nach recht oder links gehen sollte. Lauschend stand ich da. Da, ein leises Wiehern! Ich rannte los. Nach einigen 100 m hielt ich hinter einer kleinen Baumgruppe an. Da waren sie. Die acht Zuchtstuten und Ricardo, der neben der neunten Stute auf dem Boden hockte. Sanft streichelte er der Stute über den Hals. Ich erkannte Lend, die schnaubend und prustend mit den Beinen um sich trat. Ricardo war ganz auf die Stute fixiert und schien mich nicht zu bemerken. Ich näherte mich ihnen vorsichtig, nicht das die Stute sich erschreckte und aufsprang. Die anderen Stuten hatten mich schon längst bemerkt, regten sich aber nicht. „Ricardo?“, flüsterte ich um die Stute nicht zu erschrecken. Der Italiener sah auf und lächelte sanft: „Komm her, es geht grad richtig los!“ Vorsichtig ließ ich mich neben ihm im Gras nieder und streichelte der Stute ebenfalls über den bebenden Körper. „Wow!“, hauchte ich, als ich die kleinen blassdunklen Hufe sehen konnte, der bereits eine kleine Nase folgte. Ich war wahrscheinlich aufgeregter als Lend, denn diese schien schon ziemlich routiniert dabei zu sein. „Das wievielte Fohlen ist es für sie?“, fragte ich leise. „Das zweite!“, flüsterte Ricardo genauso leise. Plötzlich ging alles sehr schnell. Lend presste ein paar mal kräftig und mit einem lauten Schmatz lag ein kleines blasses Fohlen im Gras. Ricardo stand auf und untersuchte das Fohlen. Es schien gesund zu sein. Lend richtete sich auf und begann ihr Fohlen abzulecken.
„Was ist es denn?“, fragte ich neugierig. „Eine Stute!“, sagte Ricardo und stand auf. Dann reichte er mir die Hand und half mir ebenfalls auf. Ich bedankte mich und sah zu den anderen Stuten hinüber, die inzwischen neugierig näher gekommen waren. Das Fohlen hatte bereits angefangen seine Beine zu sortieren. Ich nahm es genauer in Augenschein. Das kleine Stütchen hatte ein helles fast weißes Fell, aber dunkle Beine. „Ich hab noch nie ein so helles Fohlen gesehen!“, sagte ich total erstaunt.
„Es kommen auch sehr selten mal weiße Fohlen auf die Welt, aber dieses hier ist ein Falbe!“, erklärte mir Ricardo, „Ich werde sie Álft nenne, das heißt der Schwan, weil sie wirklich sehr hell ist!“ „Das ist ein schöner Name!“, stimmte ich ihm zu.
Das kleine Stutfohlen begann seine Beine zur richten, sah sich dabei aber neugierig um. Ihr Fell glänzte noch immer vom Wasser der Fruchtblase. Lend ging ein paar Schritte von ihrem Fohlen weg und wieherte leise auffordernd. Álft sah sie mit schräg gestelltem Kopf an und versuchte ihre Hinterbeine aufzustellen. Doch dabei fiel sie hilflos zur Seite und grunzte leise. Ich hatte noch ein Fohlen grunzen hören und musste auflachen. Álft zeigte sich davon nich beeindruckt und versuchte dieses mal zuerst ihre Vorderbeine zu ordnen.
Ricardo und ich sahen dem Fohlen noch gute 10 min zu, bis sie endlich auf ihren vier viel zu langen Beinen stand. Wackelig, aber sie stand. Nun trat Ricardo wieder in Aktion und half dem kleinen Stütchen das Euter ihrer Mutter zu finden. Schnell hatte sie begriffen worum es ging und fing an gierig zu saufen.
„So, wir können jetzt hier nichts mehr tun!“, sagte Ricardo und fasste mich am Arm, da ich mich von dem Anblick des Fohlens kaum losreißen konnte. „Aber, bleibt es denn draußen? Kommt es nicht in den Stall?“, fragte ich erstaunt. „Nein, diese Rasse ist sehr robust und das soll auch so bleiben!“, sagte Ricardo und zog mich mit sich mit.
„Kann ich nich noch…!“, wollte ich anfragen, unterbrach mich aber selber. Mir viel in diesem Moment Lina ein, die wahrscheinlich immer noch dabei war die Zäune für die Kuhweiden zu ziehen. „Ähm, ich glaub ich geh dann mal wieder zu Lina!“, sagte ich zu Ricardo, als wir über den Koppelzaun stiegen. Ricardo nickte: „Mach das mal!“ Während Ricardo sich auf sein Rad schwang kroch ich unter dem bereits gezogenen Zaun durch und machte mich auf die Suche nach Lina.
Es dauerte einige Minuten bis ich sie erblickte. Schnell lief ich zu ihr und erzählte ihr von dem Fohlen. Als ich später auf die Uhr sah war es bereits kurz vor 12. „Ich glaub es gibt gleich Mittag!“, sagte ich. Auch Lina sah auf ihre Uhr: „Oh, du hast recht!“ Schnell packten wir die restlichen Steckpfähle und Litzen zusammen und machten uns auf den Weg zurück zum Hof. Als wir in die Küche kamen waren alle bereits beim Essen.

Fortseztung folgt!

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Diesen Teil habe ich auch als Berichte on gesetzt!
Und wieder ein Kapitel! ^^

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Schlag auf Schlag!

Nach einer für meine Gefühle, viel zu kurzen Mittagspause, ging ich ziemlich verpennt wieder hinaus. Und wieder ging es weiter mit dem Zäune bauen. Lina und ich schnappten uns die Utensilien und gingen wieder auf die Weide. Wir waren keine 10 min da, als wir ein ziemlich gequältes Wiehern hörten. „War das eine von unseren Stuten?“, fragte Lina und sah zu der Koppel der Isistuten hinüber. „Ich ruf lieber mal Ricardo an!“, sagte Lina und holte ihr Handy hervor. Doch bevor sie die Nummer gewählt hatte, hörten wir erneut ein Wiehern, noch gequälter als vorher. Meine Beine setzten sich wie selbstständig in Bewegung. Schnell erreichte ich den Zaun, kletterte drüber und stolperte mehr, als das ich lief, den Abhang hinunter. Die kleine Herde stand am Bach, ganz eng zusammen, als hätten sie vor etwas Angst. Ich sah Lend, aber nicht ihr Fohlen. Mein erster Gedanke war: „Dem Fohlen ist etwas zugestoßen…ein Fuchs…oder…!“ Doch da sah ich die kleine Álft, wie sie eng an ihre Mutter gepresst dastand und ihren Kopf in deren Schweif versteckte. Aber wenn es nicht Lend gewesen war, wer hatte dann so schrecklich Gewiehert? Als die Stuten mich bemerkten sahen sie mich neugierig an. Skota schnaubte leise. Kolfreyja scharrte mit dem Huf. Und wieder ertönte dieses gequälte Wiehern. Da sah ich die Stute, die in dem kniehohen Gras lag und wild mit den Hufen trat. Es war Milska, falls ich mich recht erinnerte. Die Stute lag da und schien ihr Fohlen zu bekommen. Was sollt ich nur tun? Ich kannte mich damit doch gar nicht aus. Sacht ließ ich mich neben der Stute nieder und fing an ihr beruhigend den Hals zu streicheln. „Ganz ruhig!“, flüsterte ich, mehr um mich selbst, statt die Stute zu beruhigen. Milska schlug erneut mit den Hinterhufen aus, warf ihren Kopf auf und wollte aufstehen, aber sie schien ziemlich schwach zu sein. Unsanft fiel sie wieder ins Gras zurück und stöhnte laut auf. Milska schien starke Schmerzen zu haben. Ihr Bauch hob und senkte sich, zuckte wild. Vlt. Lag das Fohlen falsch? Ich musste Hilfe holen. Ich sprang hektisch auf, drehte mich um und prallte gegen etwas, was vorher noch nicht hinter mir gewesen war. Erschrocken schrie ich auf. „Hey, ganz ruhig!“, sagte Ricardo, ließ mich stehen und beugte sich zu Milska hinunter. Die Stute fing an zu schwitzen und binnen einiger Minuten war ihr Fell pitschnass. Ricardo tastete mit geschickten Händen den Leib der am Boden liegenden Stute ab. „Verdammt!“, fluchte er, zog seine Jacke aus und warf sie beiseite. „Kolfreyja, hilf mir bitte!“, sagte er und kniete sich hinter die Stute, „Wir müssen das Fohlen rausholen, bevor es zu spät ist!“ Ich nickte mit zusammengebissenen Zähnen und kniete mich neben ihn. Er fasste in die Stute hinein. Ich konnte sehen, dass er einen Strick mit eingeführt hatte. Eine helle Flüssigkeit kam heraus und Ricardo fluchte wieder auf. „Die Fruchtblase ist geplatzt!“, sagte er aufgeregt und zog die Hand wieder hinaus. „Hier halt den Strick und zieh das Holz da durch!“ Er deutete auf ein kleines Holzstück, das genau durch die Schlaufe am Ende des Seiles passte. Schnell tat ich dies. In der Zwischenzeit hatte Ricardo das zweite Seil befestigt. „Wenn sie eine Wehe hat müssen wir ziehen, ansonsten lässt den Strick locker!“, wies Ricardo mich an. Ich nickte. „Jetzt!“, sagte er und wir zogen an den Stricken. Ein Paar kleiner dunkler Hufe kam zum Vorscheinen und verschwanden genau so schnell wieder. Ich traute mich nicht in dieser Situation Fragen zu stellen, schwieg und zog. Es dauerte einige Minuten dann kamen die Beine wieder zum Vorschein und blieben auch. Kurz darauf kam auch die Nase in Sicht. Nach einiger Kraftanstrengung unsererseits und Seitens von Milska war der Kopf draußen. Ricardo deutete mir an den Strick locker zu lassen, kniete sich hin und begann die Fruchtblase von den Nüstern des Fohlens herunter zu wischen. „Es atmet nicht!“, Ricardo drückte mir seinen Stick ebenfalls in die Hand und begann dem Fohlen in die Nüstern zu pusten. „Zieh weiter!“, rief er und ich zog.
Ich weiß nicht genau wie lange es noch gedauert hatte, aber bald hatte ich das Fohlen herausgezogen. Ricardo beugte immer noch über dem Fohlen und pustet ihm in die Nüstern. Der kleine Leib hob und senkte sich leicht. Es atmete. Erleichtert kniete ich mich nieder. Ricardo tastete das Fohlen ab, seufzte auf und setzte sich hin. Milska sah auf und prustete. „Schau Milska, dein hübsches Fohlen!“, sagte ich streichelte dem Fohlen über den Hals. Es war ein Schwarzschecke. „Eine Stute!“, sagte Ricardo außer Atem. Wir saßen dort und sahen Mutter und Tochter zu, wie sich miteinander bekannt machten. Das war ein wunderschöner Anblick, wie Milska ihr Fohlen beschnupperte und ableckte. „Wie soll sie heißen?“, fiel mir plötzlich ein. Ricardo sah mich an. Er hatte wohl mit allen möglichen Fragen gerechnet, nur nicht mit dieser. Schulterzuckend zog er einen Zettel aus Hosentasche und reichte ihn mir. „Wir haben hier die Angewohnheit die Fohlen dem Alphabet nach zu benennen. Das hier ist das zweite Fohlen in diesem Jahr, also muss es mit B anfangen!“, erklärte er mir.
Ich klappte den Zettel auf. Darauf standen viele Isländische Namen und deren Bedeutung. „Wenn du willst, kannst du einen aussuchen!“, schlug Ricardo mir vor. Wahrscheinlich bekam ich in diesem Moment so leuchtende Augen, dass selbst er das sehen musste, denn er lächelte mich an. „Danke!“, sagte ich fassungslos und begann mir die Namen durchzulesen.
Baldintáta der Frechdachs, Beyla die Dienstmagd von Freyja, da musste ich lachen, den Freyja war mein Spitzname. Und da stand der Name, der Name so wie das Fohlen heißen musste. Brúnskjóna die Schwarzgescheckte. Ich schlug Ricardo den Namen vor und er stimmte begeistert zu. Ich streichelte dem Fohlen noch einmal über den Rücken und stand dann auf. „Das is ein ganz schöner Brocken!“, sage Ricardo, „Normalerweise sind die Fohlen von Erstfohlenden kleiner. Aber das Stütchen hier…!“ Er zuckte mit den Schultern und stand ebenfalls auf. „Wow, was für ein toller erster Arbeitstag!“, sagte ich, „Gleich zwei Fohlen!“ Ricardo nickte: „Da hast du einen guten Zeitpunkt für ein Praktikum ausgesucht, das geht jetzt Schlag auf Schlag so weiter! Ich denke in den nächsten vier Wochen werden alle Fohlen da sein!“ Ich sah noch mal auf die kleine Herde zurück, die sich um das Neugeborene versammelt hatte. Ein wunderschöner Anblick voll Harmonie.

Fortsetzung folgt!

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Diesen Teil haben ich auch als Berichte on gesetzt!
wahnsinn, echt toll! Daumen hoch Wink
Danke Tinkerle! ^^

Und hier kommt der nächste Bericht!
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Sooo viele Isis!

Jeden Tag nun besuchte ich die beiden Fohlen und machte mich mit ihnen und den Stuten näher vertraut. Ich konnte nichts dagegen tun, aber besonders Kolfreyja hatte es mir angetan, mit ihren schwarzen glänzenden Augen, die zwar mistrauisch, aber euch neugierig blickten, wenn ich wieder einmal vorbei kam. Natürlich konnte ich nur in meiner Pause zu ihnen gehen, ich wollte ja nicht meine anderen Arbeiten liegen lassen. Inzwischen hatte Ricardo sich angewöhnt mich Freyja zu nenne, denn wenn wir uns über die Stuten unterhielten und immer wieder der Name Kolfreyja fiel, fühlte ich mich irgendwie angesprochen. Sehnsüchtig wartete ich auf das dritte Fohlen und rätselte schon welche der Stuten als nächstes drann war. Ricardo und ich schlossen sogar eine Wette ab. Würde er verlieren, dann musste er mich zum Eis einladen. Wenn ich verlor, dann musste ich ihm ein Werbekonzept erstellen müssen. Naja, würde schon irgendwie klappen. Ich stand noch immer in der Herde, ließ mich beschnuppern und an mir rumknabbern. Die Fohlen fanden besonders meine Arbeitsschuhe sehr interessant. Sie knabberten und stubsten an ihnen herum und versuchten mir die Schnürsenkel aufzuziehen. Ich genoss die Zeit, die ich bei den Isländern verbringen konnte. Es war einfach toll zu sehen, wie sie mir mehr und mehr vertrauten. Und dann endlich war es wieder so weit. Die nächste Stute fohlte. Leider geschah dies in der Nacht und ich konnte nicht, wie bei den ersten beiden Geburten dabei sein. Als dritte war Assa drann. Und auch ganz nach Ricardos Wünschen wurde es diesmal ein kleiner Hengst. Ricardo berichtete mir von dem neuen Fohlen beim Frühstück. Natürlich hätte ich es mir gerne sofort angesehen, nur leider hatte ich noch andere Aufgaben, die ich zuerst erledigen musste. Dazu gehörte unter anderem einige Ballen stroh zum Stall zu fahren. So schnappte ich mir nach dem Frühstück den Weidemann und fuhr los. Die Miete mit den Strohballen war hinter der letzten Kuhweide. Ich fuhr bei den Kühen vorbei, die genüsslich grasend auf dort standen und mich anglotzten. Sie waren endlich seit einigen Tagen tagsüber wieder auf der Weide. Auf halben Wege überholte mich Ricardo (der Weidemann fuhr höchstens 10km/h). "Hey, ich schau nach den Stuten, willst du nachkommen?", rief er mir zu. "Geht leider nich!", sagte ich und zuckte bedauernt mit den Schultern. Ich hatte noch bis zum Mittag einiges zu erledigen. Unter anderem musste ich die Kälber umsperren, zum anderen, wie schon seit einigen Tagen, Zäune kontrollieren. Und ich war immer noch zu Fuß unterwegs. Aber bald war Wochenden und dann würde ich mir endlich ein Fahrrad besorgen. Ich hatte schon aufm dem Hof angerufen und wurde förmlich dazu gezwunden vorbei zu schauen. Nach dem Mittagessen machte ich mich wie immer auf den Weg zu den Isländern, als mir Pia über den Weg lief. Anfangs hatten wir nicht viel miteinader zu tun gehabt und uns auch kaum unterhalten. Aber in den letzten Tagen hatten wir uns ein wenig kennen gelernt und ich fand heraus, dass auch sie für Pferde schwärmte, auf Grund ihres Ausbildungsplanes, leider nicht viel mit den Isis hier zu tun hatte. "Hast du Lust mitzukommen?", fragte ich sie, während ich mich in meine Gummistiefel zwängte. "Wohin?", fragte sie mich verwirrt. "Oh!", sagte ich, klar, woher sollte sie wissen wo ich hin will, "Ich wollte zu den Isis, heut ist das dritte Fohlen gekommen, ich wollt es mir unbedingt anschaun!" Pia bekam glänzende Augen und nickte. Ich lieh mir wieder Maltes Rad und gemeinsam düsten wir los.
Ricardo hatte mir bereits erzählt das er den kleinen Hengst Gunnólfur getauft hatte. Kampfwolf sollte das wohl heißen. Ich fragte mich, warum er ausgerechnet so einen komischen Namen ausgesucht hatte. Er hatte gelacht, als ich ihn das gefragt hatte und meinte nur ich würde schon sehen. Pia und ich hielten vor dem Koppelzaun an, ließen unsere Räder ins Gras fallen und kletterten über das Tor. \"Kommt, kommt!\", rief ich laut. Ein Wiehern ertönte und wildes Hufgetrappelt war darauf zu hören. \"Ich find das immer wieder einen faszienierenden Anblick, wenn die ganze Herde so auf einen zugaloppiert kommt!\", schwärmte Pia, \"Das letze mal als ich hier war...oh das war vor einem Monat oder so!\" Da tauchten die Isis auch schon auf und kamen wild schnaubend um uns herum zum stehen. \"Schau da!\", sagte ich und deute auf ein mausgraues Fohlen, das sich vom Fell seiner grauen Mutter kaum abhob. Der kleine sah sich aufmerksam um und kniff seiner Mutter pausenlos in die Seite und den Schweif, so das diese, schon merklich genervt, drohend ihr Hinterbein hob. Ich musste lachen, denn nun verstand ich auch, warum er Kampfwolf getauft wurde. FF
Pia sah sich in der Herde um: "Wie heißen die anderen Fohlen?" Ich sah ebenfalls suchend in die Gruppe und erblickte Brúnskjóna das schwarzgescheckte Stutfohlen von Milska. Nach einigen weiteren suchenden Blicken erspähte ich Álft die sich von der Fellfarbe ihrer Mutter kaum abhob. "Da drüben, neben Lend, siehst du sie? Das ist Álft. Ricardo hat mir erzählt, das würde Schwan heiße!", erklärte ich, "Er meinte das würde zu ihr passen, weil sie ja genau so hell ist wie ihrer Mutter!" Pia nickte: "Stimmt, sie haben fast den selben Falbenton!" Dann deutete ich auf Brúnskjóna: "Das dort ist Brúnskjóna, die kleine schwarzgescheckte. Ihr durfte ich einen Namen geben und ich fand Brúnskjóna ist sehr passend, da das ja die Schwarzgescheckte heißt." "Oh, du durftest ihr einen Namen geben? Hast du ein Glück!", sagte Pia. "Ja, ich Ricardo bei ihrer Geburt geholfen, als dank durfte ich mir einen aussuche. Ricardo findet ihn auch nett!", erzählte ich ihr, "Naja und hier vorne haben wir den kleinen Gunnólfur unsren Kampfwolf!" Pia musste lachen und ich stimmte mit ein. Der kleine Hengst sah zu uns, als wolle er wissen, was an seinem Namen so lustig wär.

Fortsetzung folgt!

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Diesen Teil habe ich auch als Berichte on gestellt!
Und wieder ein Teil! ^^

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Der erste Ritt!

Heute war es endlich so weit. Ricardo hatte mir angeboten, dass wir ja eine Runde zusammen ausreiten könnten. Natürlich hatte ich sofort ja gesagt. Überglücklich, denn ich hatte schon seit Wochen nicht mehr auf einem Pferderücken gesessen, folgte ich ihm in die Sattelkammer. Er reichte mir Putzzeug und Zaumzeug und schulterte selbst zwei schwere Isländersättel. „Wie bekommen wir das alles zur Weide?“, fragte ich skeptisch, denn ich konnte mir nicht vorstellen, dass Ricardo mit zwei Sätteln auf der Schulter Fahrrad fahren wollte. Er machte mit dem Kopf eine Bewegung und deutete auf sein Fahrrad. „Ach so!“, sagte ich grinsend. Er hatte bereits vorgesorgt und einen Anhänger an dem Rad angebracht. Ich hatte auch nicht wirklich vorgehabt zu Fuß bis zur Klimmeweide zu gehen, denn das war schon eine ganze Ecke. „Welche Isis nehmen wir denn?“, fragte ich neugierig, denn das beschäftigte mich schon den ganzen Tag. „Das werden Milska und Lend werden! Du nimmst am besten Lend, sie ist etwas ruhiger!“, sagte Ricardo und verstaute das Zubehör in dem Anhänger. Entzückt fragte ich: „Dann kommen Brúnskjóna und Álft auch mit?“ Das waren die beiden Fohlen der Stuten. Ricardo nickte. Dann erklärte er mir, dass wir auch deswegen die beiden nahmen, da die anderen Stuten, außer Assa, ja noch nicht gefohlt hatten und somit noch nicht geritten werden durften. Nun freute ich mich um so mehr auf diesen Ritt, denn ich war bisher weder auf Isis gesessen noch mit Fohlen ausgeritten. Ich stellte es mir herrlich vor mit diesen kleinen Wesen bei Fuß auszureiten. Was ich bis hierhin noch nicht wusste war, dass wir nur Schritt reiten würden, denn zu ein zu großer, zu schwerer Ausritt würde den kleinen Fohlen nicht bekommen. An der Weide angekommen ließen Lend und Milska sich willig aus der Herde herausführen und von außen an den Zaun binden. Die anderen Stuten standen in einer kleinen Gruppe zusammen uns sahen neugierig dabei zu, was nun als nächstes geschehen würde. Genüsslich standen die beiden Stuten da und ließen sich putzen, während ihr Fohlen todesmutig die nähere Umgebung untersuchten. Flink sattelte ich Lend, die ruhig dastand und die Prozedur über sich ergehen ließ. Auch Ricardo beherrschte sein Handwerk und war schnell fertig. „Na dann wollen wir mal!“, sagte Ricardo und schwang sich sanft auf Milskas Rücken. Diese schnaubte aus und schüttelte ihre volle Mähne. Auch ich stieg leichtfüßig auf Lend auf. Sie machte einen sehr ruhigen, besonnenen Eindruck und ich fühlte mich sofort wohl auf ihrem Rücken. Von hier oben sah die Welt schon wieder ganz anders aus. Álft drängelte sich beunruhigt an ihre Mutter. Sie kannte das alles ja noch nicht. Langsam setzten wir uns in Bewegung. Brúnskjóna wieherte ängstlich auf, als ihre Mutter sich on ihr und der Herde fortbewegte. Álft währenddessen wagte es gar nicht von ihrer Mutter zu weichen. Ab und an schrammte sie auch an meinem Bein vorbei, das schien sie aber gar nicht zu bemerken. Wir waren schon einige Meter weit geritten, als Brúnskjóna wie von der Tarantel gestochen an uns vorbeifegte, vor ihrer Mutter abstoppte, umdrehte und auf Álft zuhielt. Diese schien einen Moment zu überlegen, löste sich dann aber doch von ihrer Mutter und galoppierte auf Brúnskjóna zu. Gemeinsam tobten sie den Weg entlang und schienen vergessen zu haben, dass sie gar nicht mehr auf der Weide waren. Lächelnd sah ich den beiden zu. Das war so ein goldiger Anblick.
Wir waren bereits eine Viertelstunde unterwegs, als Ricardo das Zeichen zum umdrehen gab. „Schade, ich wäre gerne noch ein wenig weiter geritten!“, sagte ich und sah Ricardo flehend an. Er schüttelte den Kopf und erklärte mir, dass wir den beiden Fohlen noch nicht zu viel zumuten konnten. Klar, das verstand ich. Überglücklich, dass ich endlich wieder mal auf einem Pferd sitzen konnte drehte ich Lend um und ritt zur Weide zurück. Álft, die mit Brúnskjóna vorausgetobt war, wieherte markerschütternd, als sie sah, dass ihre Mutter umgekehrt hatte, und kam in einem Schweinsgalopp angelaufen, so dass hinter ihr der Sand aufwirbelte. „Du bist ja ein kleiner Wildfang!“, sagte ich zu ihr, als sie pupend neben ihrer Mutter ankam. Brúnskjóna schien etwas Interessantes entdeckt zu haben, denn sie folgte uns nich. Ricardo ritt allerdings weiter. „Warten wir nicht auf sie?“, fragte ich ihn verdutzt. Er schüttelte wieder den Kopf: „Nein, sie wird schon noch früh genug merken, dass wir kehrt gemacht haben!“ Er grinste mich an und man sah dabei deutlich seine Italienische Abstammung. Ich lächelte zurück und sah in diesem Moment etwas von hinten näher kommen. Es war das kleine Stütlein. „So, alle wieder da!“, sagte Ricardo und lenkte Milska in den Feldweg zur Koppel. Dort angekommen sattelten wir die beiden Stuten wieder ab, putzten sie noch einmal über und ließen sie dann wieder zur Herde, die allerdings in der Zeit während wir ausreiten waren, schon hinter der nächsten Biegung verschwunden war. Wiehernd galoppierte Lend los, Álft folgte ihr auf dem Fuße und auch Milska und Brúnskjóna setzten sich in Bewegung. Gemeinsam liefen die die vier zu ihrer Herde zurück, die in diesem Moment wieder zum Vorschein kam und ihrer Mitglieder freudig begrüßte. Dann setzte sich die ganze Herde in Bewegung und polterte donnernd die Klimme entlang und verschwand dann in dem nahen Wäldchen. Ein atemberaubender Anblick. Ich wollte mich gar nicht mehr davon losreißen. Leider musste ich noch einige Aufgaben erledigen.
„Wenn du willst, können wir ja nächste Woche noch mal ausreiten!“, schlug Ricardo mir vor. Ich nickte erfreut: „Nichts lieber als das!“

Fortsetzung folgt!

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Diesen Teil habe ich auch als Berichte on gestellt!
Oh je... ich war nachlässig. großes Grinsen

Hier kommen deswegen auch gleich zwei Kapitel. ^^

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Ein Pferd für mich?
Heute war der erste Tag an dem ich mit nach Lübeck fahren durfte. Wir hatten vor ein paar Plakate für das Hoffest ausdrucken zu lassen. Diese Aufgabe hatten Ricardo und ich übernommen. Nun saßen wir in dem alten VW Polo und fuhren die Landstraße entlang. Mein Blick schweifte nach recht, zu der Weide mit den Jungrindern. Diese standen verstreut und grasten. „Das is das erste mal, seit ich hier bin, das ich mal vom Hof wegkomme!“, sagte ich. In gewisser Weise war ich schon aufgeregt. Lübeck sollte so eine tolle Stadt sein. Ich war richtig gespannt. „Naja für so eine Großstädterin wie dich ist Lübeck sicher nichts besonderes.“, sagte Ricardo achselzuckend. „Naja, aber jede Stadt hat seinen ganz besonderen Charme!“, konterte ich und grinste breit. Ricardos Mundwinkel zuckte leicht. Plötzlich trat er mit einem mal auf die Bremse, so das der Wagen innerhalb einiger Meter zum stehen kam. „Was…?“, fragte ich erschrocken, doch dann sah ich selber den Grund. Ein Haflinger stand mitten auf der Straße. Er blutete am Bein. Hilflos sah er uns an. Ricardo und ich waren zeitgleich aus dem Wagen gesprungen und näherten uns vorsichtig dem Haflinger. Er hob leicht sein verletztes Bein an und schnaubte aus. „Wo kommst du denn her?“, fragte ich ruhig. Ricardo ergriff das Halfter. Der Hafi zuckte kurz zusammen, ließ sich dann aber willig von der Straße führen. „Das scheint eine Schnittwunde zu sein!“, sagte Ricardo, nachdem er das Bein gründlich untersucht hatte, „Am besten bringen wir ihn zum Hof, dann rufen wir den Tierarzt an!“ Ich erklärte mich bereit den Wallach zum Hof zu führen. Wir kamen nur langsam voran, denn er wagte es kaum sein Bein abzusetzen. Aber zum Glück kam er überhaupt mit. Als wir auf dem Hof ankamen wurden wir bereits erwartet. Ricardo und Pia standen da, mit Tüchern bewaffnet. Sie tupften das schon langsam trocknende Blut vom Bein des Hafis ab. „Ich hab diesen Hafi schon mal gesehen!“, sagte Pia, „Das ist der Haflinger ausm Nachbardorf, steht mit einem Shetty zusammen!“ „Was is mit dem Besitzer?“, fragte ich. „Den haben wir schon informiert, er hatte noch nicht mal gemerkt, dass das Pferd weg ist!“, sagte Ricardo. In diesem Moment fuhr der Tierarzt auf den Hof.
Der Tierarzt untersuchte das verletzte Bein des Haflingers. In dieser Zeit stand ich die ganze Zeit am Kopf des Wallaches, streichelte ihn und betrachtete ihn näher. Es war einer dieser Sporthafis, mit schlankem Körperbau. Trotzdem hatte er einen kräftigen Hals und ziemlich große Hufe. Seine helle Mähne war dicht und glatt und der Pony fiel ihm puschelig über beide Augen. Er hatte eine breite Blesse und ein rosanes Maul. Das sah total putzig aus. „Er hat sich die Wunde wahrscheinlich an einem Stacheldraht zugezogen. Vielleicht ist er über einen Zaun gesprungen und hängen geblieben!“, vermutete der Tierarzt und packte seine Sachen ein. In diesem Moment kam der Besitzer des Haflingers auf den Hof gefahren. Er redete kurz mit dem Tierarzt, verabschiedete sich von ihm und kam zu uns hinüber. Der Wallach hatte angefangen zu grasen und schien sich nicht für seinen Besitzer zu interessieren. „Hm!“, brummte der Mann und sah den Haflinger ratlos an, „Der macht mir schon seit einigen Wochen solche Probleme. Is nich das erste Mal das er über den Zaun gesprungen ist!“ „Was wollen sie dagegen machen?“, fragte Pia ihn. Er zuckte mit den Schultern: „Ich werd ihn wohl verkaufen. Ich habe keine Lust mehr hinter diesem Pferd hinterher zu rennen!“ Dieser Satz durchfuhr mich wie ein Blitzschlag. Hatte ich nicht vor kurzem in solch einer ähnlichen Situation gestanden? Nur war ich da nicht die, der das Pferd weggenommen wurde? „Wie…wie viel wollen sie denn für ihn?“, fragte ich zögernd und war über meine Frage selbst erschrocken. Der Mann sah mich kurz nachdenklich an, zog eine Braue hoch und sagte dann: „1000€!“ Mir wurde heiß und kalt, ich zuckte lässig mit den Schultern: „Das Pferd ist verletzt, sind sie sicher so einen hohen Preis dafür nehmen zu wollen?“ Ich sah dem Mann an das er nachdachte: „Ich übernehme noch die anfallenden Tierarztkosten!“ Ich lächelte: „Nun gut, ich würde ihn gerne nehmen. Aber lassen sie mir einige Tag zum nachdenken.“ Ich konnte nicht glauben was ich da sagte. Der Mann nickte. Wir machten aus, dass der Wallach auf dem Gut bleiben sollte und ich mich um seine Verletzung kümmern sollte. Ich hoffte für mich selber, das ich mit alledem keinen Fehler gemacht hatte.


Die ersten Tage mit Sturmwind!
Ich durfte den Wallach auf dem Gut behalten, so lange wie ich mir überlegte ob ich ihn nahm oder nicht. In dieser Zeit musste ich mich natürlich auch um seine Verletzung kümmern, zum Glück verheilte sie schnell. Ich hatte noch keinerlei Überlegungen angestellt, wie ich meinen Eltern das erklären sollte, noch ob ich den Wallach auch weiterhin hier auf dem Gut unterstellen konnte, so lange ich noch hier war. Als ich den Hafi in den Auslauf brachte, musste ich mir selbst vor die Stirn klatschen. Ich hatte vergessen den Besitzer nach seinem Namen zu fragen. Der Wallach trottete die Seiten des Auslaufes ab und kam dann wieder an den Zaun. Ich sah ihn mir genauer an und musste an mein altes Pflegepony denken. Auch ein Hafi. Er sah fast ein wenig aus, wie der Hafi der hier vor mir stand. Sasha hieß er, aber genau so wollte ich diesen Wallach nicht nenne. „Sturmwind!“, sagte ich entschlossen. Das war der Vater von Sasha gewesen. Ich war zufrieden mit dieser Namensgebung und freute mich schon auf die nächsten Tage, in der dieser Wallach erst einmal meiner sein Würde.
Als ich am Morgen aufstand ging ich zu allererst zu Sturmwind in den Stall. Der Wallach belegte nun die vierte und letzte der provisorisch zusammen gehämmerten Boxen. Alls ich die Scheue betrat sahen Reiko, Jugal und Polly auf und wieherten, denn sie waren es gewohnt morgens allesamt auf die Weide gebracht zu werden. Sie waren drei private Pferde und kamen nicht zu den Isländerstuten auf die Klimmeweide, sondern auf die von den Kühen abgegrasten Weideflächen. Ich streichelte jedem von ihnen einmal über die Nase und trat dann zu Sturmwind. Der Wallach stand an der hinteren Wand und döste. Ich wollte ihn nicht stören und ging wieder hinaus. Den Rest des Morgens verbrachte ich damit die Kühe zu füttern. Nach dem Frühstück besprach ich mich mit Pia wie wir das mit den Pferden in Zukunft machen wollten. Denn ich war mir inzwischen ziemlich sicher, dass ich den Haflinger behalten wollte. Wir beschlossen es von nun an gemeinsam zu machen. Denn vier Pferde auf einmal zur Weide zu führen war auch nicht sehr optimal. Außerdem würden wir dann auch mit dem Ausmisten schneller fertig sein. Und so gingen wir dann gemeinsam zu den Privatpferden.
Pia und ich hatten beschlossen von nun and die Pflege für die privaten Hofpferde gemeinsam zu machen. Einmal ging es zu zweit schneller und zweitens war es um einiges lustiger. Während ich Sturmwind mit Polly, einem Isi-Shetty-Mix auf den Sandauslauf brachte, ritt Pia mit Reiko und Jugal zur Weide. Polly und Sturmwind kamen sofort super miteinander klar. Sturmwind beschnupperte sie stürmisch und schon nach einigen Minuten trabten sie nebeneinander her und versuchten sich gegenseitig zu beweisen, wer der Stärkere sei. Ich sah ihnen noch ein wenig zu, bis Pia zu mir trat und wir gemeinsam in den Stall gingen um die Boxen auszumisten. In diesen paar Minuten hatte ich genug Zeit mir zu überlegen, was ich meinen Eltern erzählen wollte. Was würden sie wohl sagen, wenn ich ihnen von „meinem“ Pferd erzählte? Irgendwie drückte ich mich ja schon ein wenig davor es ihnen zu erzählen. Dann rang ich mich aber durch und rief sie an. Meine Mutter sagte erst mal gar nichts, als ich mit erzählen fertig war. Dann meinte sie nur: „Das ist deine Sache was du mit deinem Geld anfängst!“ Das war ihre Art mir zu verstehen zu geben, dass sie keineswegs begeistert war von dem was ich getan hatte.
Eine Woche war Sturmwind nun schon bei mir und ich hatte beschlossen in auf jeden Fall zu behalten. Die 1000€ die der Bauer haben wollte waren für den Haflinger wirklich ein läppischer Preis. Ich hatte schon nach einigen Tagen gemerkt, dass in dem Wallach ein großes Potenzial steckte. So ging ich an diesem Morgen zu dem Bauern aus dem Nachbarort und schloss mit ihm einen Kaufvertrag ab. Glücklich ging ich zum Gut zurück und zu allererst zu Sturmwind. Erst jetzt viel mir ein, dass ich immer noch nicht seinen wirklichen Namen kannte. Ich blätterte die Papiere auf und las einfach mal drauf los. Calipso, so hieß er laut Papiere. Seine Eltern waren Cooldream und Nina. Naja gut, dacht ich mir: Calipso klang zwar schön, aber ich wollte doch lieber bei Sturmwind bleiben. 14.3.1999 war er geboren, sprich Sturmwind war jetzt 8Jahre alt. Ich sah zum dem Wallach auf. Mein Herz machte einen Sprung. Ich hatte mir endlich den Traum von einem eigenen Pferd erfüllt. Mir war egal, was meine Familie darüber dachte. Es war meine Entscheidung, basta! Aber eine wusste ich auf jeden fall. Es gab da jemanden der sich tierisch freuen würde. Ich zückte mein Handy und rief meine Schwester an.

Fortsetzung folgt!

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Diese Teile habe ich auch als Berichte on gestellt.
So, stell mal wieder was on!

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Sturmwind ist mein!
So glücklich war ich noch nie gewesen. Mein Herz machte jubelnde Sprünge, schlug mir bis zum Hals. Ich hatte meinen größten Traum erfüllt. Ein Pferd, ein eigenes Pferd. Was für ein glücklicher Zufall war das gewesen, als dieser Haflinger plötzlich auf der Straße gestanden hatte. Jetzt war ein mein. Leider musste ich noch einige Tage warten, bis ich ihn zum ersten Mal reiten konnte. Seine Verletzung war noch nicht ganz abgeklungen und ich wollte nicht, dass sie wieder aufriss. Als ich an diesem Morgen Malte im Gewächshaus half, konnte ich Sturmwind in dem Auslauf beobachten. Er trabte elegant am Zaun auf und ab, schüttelte seine lange, helle Mähne und wieherte ab und an. Polly die ihn schelmisch aus der Mitte des Auslaufes beobachtete, sprang irgendwann ein Stück vor und versuchte dem Haflinger in die Kruppe zu beißen, wo sie allerdings kaum rankam, da sie so klein war. Als ich deswegen loslachte, drehte Malte sich zu mir um und sah mich fragend an. Als ich auf die beiden Ponys deutete musste auch er grinsen, machte sich dann aber gleich wieder an seinen Salat. Vlt. hatte ich heute Nachmittag ein wenig Zeit um mit Sturmwind spazieren zu gehen. Das wäre sicher toll.
So aufgeregt war ich schon lange nicht mehr, dass musste ich mir selbst eingestehen. Heute würde der Tag sein, der Tag, an dem ich Sturmwind zum ersten mal reiten sollte. Ricardo hatte mir zugesichert, dass er mir helfen würde und das tat er auch. In der Mittagspause standen wir im Auslauf, neugierig beäugt von Polly, und legten Sturmwind einen Sattel auf. Diesen Sattel hatte ich dem Vorbesitzer mit abgekauft, denn er passte dem Wallach optimal. Als Trense wollte ich heute einfach nur ein Halfter nehmen, um zu sehen, wie der Haflinger auf meine Beinarbeit reagierte. Ich war mir sicher, dass er sicherlich keine gute Ausbildung bekommen hatte. Ich wollte mein Bestes geben um dies zu ändern. Und dann war es so weit, ich saß auf und sah mir die Welt von oben an. Mein Herz machte einen freudigen Sprung, als Sturmwind langsam lostrottete, als ich ihm die Hilfen dazu gab. Es würde wahrscheinlich ein Weilchen dauern um ihn umzustellen, aber das wollte ich in Kauf nehmen. Lächelnd sah ich zu Ricardo und er lächelte freudig zurück. Ich hatte das Gefühl, das er genau wusste, was in mir vorging und außerdem war ich mir bewusst, dass er mich bei meinem Vorhaben sicher unterstützen würde.

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Diese Teile habe ich auch als Berichte on gestellt!
Soho...es geht mal wieder weiter...lang hab ichs schleifen lassen...*schähm*

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Tvista im Anmarsch!
Das Wetter spielte wie immer nicht mit. Kaum dass ich mich auf Sturmwinds Rücken geschwungen hatte und vom Hof geritten war, zogen dunkle Wolken auf, die Regen ankündigten. Ich beschloss nur eine kleine Runde zu drehen und lenkte meinen Hafi zur Stutenweide der Isländer. Als die Stuten das fremde Pferd rochen kamen sie neugierig an den Zaun und beschnupperten Sturmwind ausgiebig. Dieser quiekte vergnügt, als Ör anfing an seinen Nüstern zu knabbern. Da fiel mir auf das Skota nicht bei der Herde war. Die Grauschimmelstute stach sonst immer besonders aus der Gruppe heraus. Ich band Sturmwind an einen nahen Baum und kletterte über den Zaun. In diesem Moment fing es an zu Regnen. Und nicht gerade wenig. Als hätte jemand einen riesigen Eimer umgekippt, der nun sein Wasser gen Erde schickte. Fluchend lief ich weiter. Wahrscheinlich war Skota die nächste die Fohlen würde, weswegen sie sich auch nicht bei der Herde befand. Besorgt suchte ich die Weide ab und fand die Stute schließlich unter einer kleinen Baumgruppe, wo sie einigermaßen geschützt vor dem Regen war. Einige der Stuten waren mir gefolgt und blieben respektvoll in einiger Entfernung zu Skota stehen.
Die Isistute hatte sich flach auf die Seite gelegt, sie schein bereits Wehen zu haben. Ich zückte mein Handy um Ricardo zu benachrichtigen. Mit Schrecken stellte ich fest, dass es durch den Regen nass geworden war. Ich versuchte es wieder anzuschalten, doch es regte sich nichts. Ein wenig Hilflos stand ich nun da. Nagut, falls was ist, reit ich eben schnell zurück, dachte ich mir und ging langsam auf Skota zu. Als sie mich bemerkte wollte sie aufstehen, doch ich war schnell genug an ihrer Seite und legte ihr beruhigend die Hand auf den Hals. „Ruhig Süße!“, sagte ich leise und es schien zu klappen, denn sie legte sich wieder auf die Seite und presste erneut. Es dauerte ungefähr 10 min, dann war das Fohlen da. Ich zog das Fohlen zum Maul der Stute, so wie Ricardo es mir gezeigt hatte und wartet darauf das Skota es ableckte, doch diese schnupperte kurz an dem fuchsfarbenem Etwas im Gras und schnappte dann danach. Erschrocken scheuchte ich Skota weg und zog das Fohlen zu mir heran. Schnell zog ich meine Jacke aus und fing an das Fohlen abzurubbeln. Skota stand einige Meter weiter unter einem Baum, breitbeinig und trat von einem Bein aufs andere, als hätte sie Schmerzen.
Ich legte dem fuchsfarbenem Fohlen meine Decke über den kleinen Körper und stand auf. Langsam ging ich auf Skota zu. Ihre Augen waren halb geschlossen und was man davon noch sah, blickte trübe ins Nichts. Da stimmte was nicht. Ich holte mein Handy hervor, als mir einfiel, dass es ja kaputt war. Ich überlegte was ich zu erst tun sollte. Ich schätze ab, wie lange ich wohl bis zum Hof und zurück brauchen würde. Dann kam mir der Gedanken, dass das Fohlen ja auch noch die Biestmilch brauchte, aber wenn Skota wirklich krank war…Ratlos stand ich einige Sekunden da, schallte mich dann selber und rannte los. Sturmwind stand noch immer am Baum angebunden und wartete Geduldig. Es regnete immer noch, weswegen der Sattel pitschnass war. Aber das konnte ich jetzt nicht berücksichtigen. Ich schwang mich auf seinen Rücken und feuerte ihn zu einem heftigen Galopp an. Er schien ein wenig erstaunt darüber. Streckte sich dann aber willig und innerhalb von einigen Minuten waren wir auf dem Hof, wo Malte gerade mit seinem Fahrrad auf dem Weg zum Haupthaus war. „MALTE!“, schrie ich und stoppte Sturmwind neben ihm ab. Er sah mich erstaunt an und dann besorgt, als er mein gehetztes Gesicht sah.
Malte wäre fast vom Rad gefallen, als ich mit Sturmwind aus dem Galopp neben ihm anhielt. Ich erzählte ihm, was auf der Stutenweide passiert war und er versicherte mir sofort Ricardo zu informieren und den Tierarzt zu rufen. Ich nickte, drehte Sturmwind wieder um und galoppierte zurück. Skota stand immer noch unter dem Baum, hatte sich nur ein wenig seitwärts gestellt. Die Nachgeburt war langsam zu sehen, doch ihr trüber Blick hatte sich noch immer nicht geändert. Ich hockte mich neben das Fohlen, das zitternd im Gras lag. Ich hob es hoch und war im ersten Moment erstaunt, wie schwer es eigentlich war. Ich trog es hinüber zu Skota. Die Stute regte sich nicht. Ich versuchte das Fohlen dazu zu animieren aufzustehen. Es machte einige verloren Versuche, bis es schließlich auf wackeligen Beinen stand. Da kam Ricardo angerannt. Er war ebenfalls pitschnass, denn er hatte vergessen sich eine Jacke überzuziehen. Mit geschickten Händen untersuchte er Skota und meinte dann es sei unbedenklich das Fohlen an das Euter anzusetzen. Skota wehrte sich auch nicht, als ich die Schnute des Fohlen in die Richtige Richtung drückte.
Gierig fing das Stutfohlen an zu saufen. Da stand es, noch immer ganz wackelig auf den Beinen. Nachdem es fertig gesoffen hatte, legte es sich wieder ins Gras. Ich deckte es wieder mit meiner, inzwischen ziemlich nassen, Jacke zu. Dann kam endlich der Tierarzt. Er untersuchte Skota ausführlich und stellte ein leichtes Milchfieber fest. Ich hatte immer gedacht, so etwas würde es nur bei Kühen geben. Er gab Skota eine Infusion mit Calcium und untersuchte dann gleich noch das Fohlen. Es war gesund und ziemlich müde, denn es legte seinen Kopf auf seine Vorderbeine und schloss die Augen. Der Regen plädderte immer noch auch uns hinunter, doch das war mir inzwischen egal, ich war sowieso bis auf die Unterwäsche nass. „Schau!“, sagte Ricardo, als der Tierarzt wieder gegangen war, und deutete auf das Stutfohlen, „Es hat ein Stern und eine Schnippe. Sie ist eine Tvista!“ Er lachte. Ich wusste zwar nicht was das hieß, aber ich fand den Namen sehr passend für das kleine fuchsfarbige Fohlen mit den drei weißen Beinen, der Schnippe und dem Stern. Ricardo beschloss das die Stute und ihr Fohlen erst einmal zur Beobachtung in den Stall sollten.
Ricardo nahm Skota beim Halfter und ich hob das kleine Fohlen auf. Mehr schlecht als recht schleppte ich es zu Sturmwind, der immer noch am Baum angebunden war. Ricardo half mir das Fohlen auf seinen Rücken zu hieven, dann gingen wir zum Hof zurück. Skota lief teilnahmslos neben uns her. Die anderen Stuten sahen uns kurz nach, wieherten ein paar Mal, drehten sich dann aber um und verschwanden unter der nächsten Baumgruppe. Auf dem Hof angekommen, hörte es auch endlich auf zu Regnen. Wir brachten Mutter und Tochter in den Laufstall, der eigens für die Isländer gebaut worden war. Skota blieb teilnahmslos stehen, während Tvista sich hinlegte und einschlief. Am nächsten Morgen waren beide wieder fit. Nur ein Problem gab es. Skota hatte Tvista nicht noch einmal saufen lassen. Ricardo stand mit Augenringen und müden Blick neben mir. Das konnte er nun echt nicht noch gebrauchen. Ein Ziehfohlen! „Meinst du nicht eine der anderen Stute lässt sie mittrinken?“, fragte ich hoffnungsvoll. Er schüttelte den Kopf: „Die anderen Stuten würden Tvista treten. Vlt. tot trampeln!“ Da dann tat ich etwas, wofür ich mir am liebsten in den Hintern getreten hätte.
„Ich kümmer mich um sie!“, sagte ich und schlug mir sofort die Hände vor den Mund. Was hatte ich da grade gesagt? Wollte ich mich wirklich 24h am Tag um das Fohlen kümmern? Ricardo sah mich kurz an, dann schüttelte er den Kopf: „Das kann ich nicht von dir verlangen!“ „Und wenn wir uns die Nachtschichten teilen? Tagsüber schaffe ich das sicher!“, versuchte ich mich rauszureden. Er lächelte mich an, wieder dieses charmante italienische Lächeln, dem man einfach nicht widerstehen konnte. Dann nickte er. Ich lehnte mich an den Zaun und überlegte, worauf ich mich da nur eingelassen hatte. Erst vor kurzem hatte ich mir ein Pferd gekauft und nun hatte ich auch noch ein Ziehfohlen. Hoffentlich würde mir das nicht zu viel werden. Dann wies Ricardo mich ein. Es war im Grunde nicht schwer. Ich musste nur die Milch aus Pulver anrühren und dafür sorgen dass sie ungefähr 37°C hatte. Und das dann alle zwei Stunden die ersten paar Tage und dann nur noch alle 4 Stunden. Ein wenig war ich schon aufgeregt. Schon in meiner ersten Woche wusste ich dass mir hier nie langweilig werden würde.


Die Reisende!
Ich zügelte Sturmwind, als ich die Frau sah, die dort am Straßenrand auf ihrem Rucksack saß, und sich den Knöchel massierte. Sie war auf Wanderschaft, erzählte sie mir, aber vor kurzem in ein Schlagloch getreten und umgeknickt. Sie hatte noch versucht weiter zu laufen, aber nun ging es nicht mehr. Ich bot ihr an, sie mit zum Gut zu nehmen um sie von dort aus zu einem Arzt zu bringen. Sie nahm dankend an. Ich stieg von Sturmwind ab und half ihr auf seinen Rücken, damit sie nicht laufen musste. Ich schulterte ihren Rucksack und gemeinsam trotteten wir zum Hof zurück. Sie war ziemlich gesprächig und erzählte mir auf dem Weg, warum sie diese Wanderung machte und wo sich noch überall hinwollte. Bisher hatte sie aber noch nicht mal die Hälfte hinter sich. Während wir weiter plauderten stellte ich mit erstaunen fest, wie Sturmwind immer entspannter wurde und einen immer längeren Hals bekam, bis seine Nase nur noch über dem Boden schwebte. Sonst fing er bei der kleinsten Möglichkeit immer an zu grasen, heute nicht. Ich fragte die Frau, die übrigens Marisa hieß, ob sie schon mal geritten sein. Sie nickte nur und sagte: „Früher einmal!“ Dann wechselte sie sofort das Thema. Wer war sie?
Marisa und ich redeten noch bis wir den Hof erreichten. Dort half ich ihr von Sturmwind herunter und sagte ihr, dass ich eben nur schnell meinen Hafi in den Auslauf bringen wollte. „Lass dir ruhig Zeit! Man sollte nicht hetzen, wenn man mit Tieren zusammen arbeitet!“, sagte sie und wank ab, als ich etwas erwidern wollte. So sattelte ich Sturmwind in aller ruhe ab, putzte ihn und brachte ihm noch einen Eimer Wasser. Marisa saß in der Zeit auf einem Findling in der Nähe des Misthaufens und sah sich interessiert um. „Wohnst du hier?“, rief sie mir irgendwann zu. Ich schüttelte den Kopf und erklärte ihr, dass ich nur für einige Monate hier ein Praktikum machte, wegen meines Studiums. Sie lachte und erzählte mir dann, dass sie auch eine Zeit lang auf einem Bauernhof gearbeitet hatte. Dort hatte sie Kühe gemolken und in der Käserei gearbeitet. Nun lachte ich und zeigte mit dem Finger auf den Kuhstall: „Dort hinten haben wir auch eine Käserei und natürlich auch Kühe!“ Dann war ich fertig und half ihr zum Haupthaus hinüber. Malte kam uns entgegen. Er sah ein wenig verdutzt drein und deutet auf Marisa: „Wer ist denn das?“
Ich klärte Malte auf, wie ich Marisa am Straßenrand gefunden und sie sich am Bein verletzt hatte. Malte erklärte sich sofort bereit sie zum Arzt zu bringen, so konnte ich guten Gewissens in den Stall gehen und beim Melken helfen, denn inzwischen war es bereits nachmittags. Als wir im Stall fertig waren, war auch Malte mit Marisa zurück und sagte uns, dass sie ihr Bein einige Tage schonen sollte. Zum Glück erklärte Reinhard sich bereit ihr ein Zimmer zugeben, so dass sie sich nicht nach einer anderen Bleibe umsehen musste. Abends saßen wir noch zusammen in der Küche und erholten uns von der sommerlichen Hitze. Dabei erzählte sie mir dass sie 33 war, ich hatte sie auf 28 geschätzt. „Ist der Haflinger von vorhin deiner?“, fragte sie mich irgendwann. Ich nickte und erzählte ihr wie ich an Sturmwind gekommen war. Dann sagte sie: „Manche Pferde haben Langeweile, wenn sie nicht gefördert werden und springen deshalb über Zäune. Aber hier ist dir das noch nicht passier, oder? Das liegt sicher daran, das er jetzt was zu tun hat!“ Ich war erstaunt. Hatte sie mir nicht vorhin erzählt, sie hatte noch nie wirklich was mit Pferden zu tun?
Marisa warf mir immer mehr Fragen auf. Sie schien eine ganze Menge Ahnung von Pferden zu haben, tat aber so, als hätte sie vorher noch nie mit ihnen zu tun gehabt. So riet sie mir auch, dass ich Sturmwind, wenn ich nicht so viel Zeit hatte, einfach für eine Viertelstunde longieren sollte, dass würde seine Anspannungen lösen. Ebenso schlug sie meine Idee aus, ihn beschlagen zu lassen. „Das wird er nicht brauchen, wenn du nicht vorhast ihn vor der Kutsche auf der Straße laufen zu lassen!“, sagte sie. Natürlich hatte ich das nicht. Aber seltsam kam sie mir schon vor. „Hast du wirklich noch nie mit Pferden zu tun gehabt?“, fragte ich sie irgendwann einfach frei heraus, als sie mir half das Sattelleder zu fetten, was sie zügig, aber sehr gründlich machte. Sie sah auf und starrte mich für einige Sekunden an, so dass ich schon Angst hatte, sie würde mich gleich anspringen. Dann schüttelte sie den Kopf: „Nein, wirklich nicht, tut mir leid wenn es so aussieht! Ich hab halt nur viel gelesen!“ Doch so wie sie das Leder putzte, oder auf Sturmwind gesessen hatte, war mir klar, das hatte sie nicht einfach nur gelesen. Da steckte mehr dahinter.
Ich war auf dem Reitplatz mit Sturmwind, als meine Neugierde siegte. Marisa war bisher, was Pferde anging, ziemlich seltsam gewesen. Hatte so getan, als wenn sie keine Ahnung hätte. Ich fragte mich nur warum. Und dann brach es aus mir heraus. Ich hatte Sturmwind gerade nach rechts gestellt und einen Zirkel begonnen, als sie mir zurief: „Nimm den inneren Zügel ein bisschen enger, dann treibt er dir nicht nach außen!“ Verdutzt sah ich auf. Sie hatte Recht, Sturmwind war schon wieder dabei aus dem Zirkel heraus zu laufen. Schnell korrigierte ich mich, ritt den Zirkel ein paar Mal und hielt dann vor Marisa an. „Woher weißt du das alles?“, fragte ich sie direkt. Marisas Gesichtsfarbe nahm einen blassen Ton an. Ich dachte schon sie würde jetzt umkippen, aber sie presste nur die Lippen aufeinander, sah mich kurz an und dann zum Boden. Verloren zuckte sie mit den Schultern. Ich bekam ein schlechtes Gewissen. Was ging mich eigentlich die Vergangenheit fremder Leute an? Ich schallte mich selber, lenkte Sturmwind wieder auf den Platz und murmelte: „Tschuldige, wollt dir nich aufn Schlips tretn!“ „Naja, das ist eine längere Geschichte!“, begann Marisa.
Verwirrt drehte ich mich wieder um. Marisa sah immer noch betreten zu Boden. Ihre Schultern zuckten und ich raffte jetzt erst, dass sie weinte. Schnell sprang ich von Sturmwind und ging zu ihr hinüber. Sie fuhr sich mit dem Handrücken über die Augen. Ich legte schnell Sturmwinds Steigbügel über, machte die Zügel los und ließ ihn grasen. Dann trat ich wieder zu Marisa und deutete ihr an uns ins Gras zu setzten. Erst begann sie zögerlich zu erzählen und wurde dann immer schneller: Sie hatte selber einmal ein Pferd besessen. Einen Andalusierhengst namens Montecerinjio. Mit ihm war sie in Dressurturnieren gestartet und hatte auch Showprogramme mit ihm aufgestellt. Er konnte viele Übungen von der Spanischen Hofreitschule, was sie ihm alles selber in jahrelanger Arbeit beigebracht hatte. Sie hatte den Hengst gekauft, da war er ein Jährling und um sich die Zeit zu vertreiben, zwischen dem Kinderdasein und dem Einreiten, hatte sie viel Bodenarbeit mit ihm gemacht, wobei sie auch seine guten Dressuranlagen erkannte. Und auch beim Einreiten merkte sie schnell was in dem Hengst steckte. Marisa stockte kurz und fuhr dann fort.
Marisa erzählte unter Tränen weiter. Sie wurden beide immer erfahrener und starteten schließlich an mehreren Dressurturnieren, wo man sie anfangs müde belächelte, weil sie mit einem Andalusier startete, doch sie hatte es allen bewiesen. Ihr Hengst war genau so gut wie die ganzen deutschen Warmblutpferde und sie belegten sogar immer einen der ersten drei Plätze. Dann fing sie mit den Showprogrammen an und machte dies bald zu ihrem Hauptberuf. Sie wurden immer bekannter und irgendwann hatten sogar die Veranstalter der Apassionata bei ihr angefragt. Voll Begeisterung hatte sie angenommen und ein atemberaubendes Programm auf die Beine gestellt. Drei Shows hatte sie in ihrer Heimatstadt mitgemacht, dann zogen sie weiter und Marisa und Montecerinjio schlossen sich an, und dann geschah es. Der Transporter mit Motercerinjio verunglückte an diesem Tag, bei Glätte auf der Autobahn. Jede Hilfe kam für ihren Hengst zu spät, er musste eingeschläfert werden. Marisa war am Boden zerstört. Wochenlang hatte sie sich eingeschlossen und um ihren Hengst getrauert. Bald hatte sie beschlossen, dass sie einem Pferd nie wieder so etwas zumuten wollte und wandte sich von der Reiterei ab.
Marisa beendete ihre Erzählung. Ich war wie vor den Kopf gestoßen. Sie tat mir leid, das musste schrecklich für sie gewesen sein ihr Pferd zu verlieren. Marisa sah noch eine Zeitlang auf das Gras unter ihren Füßen, atmete dann tief ein und sah mich an. Ihre Augen waren rot unterlaufen und glänzten noch immer. „Jetzt weißt du, warum ich dieses Hintergrundwissen habe.“, sagte sie leise und stand auf. Völlig erschlagen blieb ich sitzen und sah ihr nach, während sie zum Haus hinüber humpelte. Sollte ich sie einfach so gehen lassen? Ich sprang ebenfalls auf und lief ihr nach, hielt sie auf und nahm sie in den Arm. Sie versteifte sich kurz und fing dann an hemmungslos zu weinen. Wir mussten fast 10min so dagestanden haben, als Malte vorbei kam. Wie immer lächelte er frech vor sich hin. Doch als er uns sah, wie wir dort standen, verstarb sein Lächeln und wich einem fragendem Ausdruck. Ich schüttelte den Kopf und deutete ihm an, jetzt nicht herzukommen, ich hatte das Gefühl, Marisa hätte das nicht zugesagt. Malte ging weiter. Hinter mir hörte ich in diesem Moment ein Schnauben, es war Sturmwind. Er stupste meine Arm an. Marisa sah auf und brachte ein gequältes Lachen hervor.
„Das hatte Monti auch immer gemacht!“, sagte Marisa unter Tränen als Sturmwind mich am Arm anstupste. Sie strich Sturmwind über die Nüstern und erschauderte unter ihrem Weinanfall. Ich hielt sich noch eine Weile im Arm, bis sie sich von selbst losmachte und mit dem Ärmel über die Augen fuhr. Es muss schwer für sie gewesen sein über den Tot ihres Pferdes zu sprechen. Aber ich konnte trotzdem nicht verstehen warum sie sich deshalb von den Pferden abgewandt hatte. Am Abend erzählte ich Ricardo war geschehen war. Auch er war sehr betroffen von Marisas Schicksal. Was ich dann allerdings nicht mitbekommen sollte war, dass er mit Marisa darüber sprach und am nächsten Abend plötzlich eine Falbtiegerscheckstute in Sturmwinds Auslauf stand. Marisa war bei ihr und redete leise auf sie ein. Als sie mich sah, lächelte sie mich überglücklich an. „Ich hätte nie gedacht, dass ich jemals wieder einem Pferd begegnen würde, dass wie Monti ist, aber sie hier…!“ Sie lächelte als wäre sie im 7ten Himmel. Ricardo erzählte mir später, dass er Marisa ins Gewissen geredet hatte und ihr ein Pferd von einem Bekannten „aufgedrückt“ hatte. Was genau er gesagt hatte, erfuhr ich leider nie.
Marisa hatte ein neues Pferd, dank Ricardos Hilfe. Ich erfuhr leider nicht, was er mit Marisa geredet hatte, was sie dazu bewogen hatte sich ein neues Pferd zu kaufen und dann auch noch so spontan, er meinte nur, er wüsste was es hieße ein Pferd zu verlieren. Ich dachte erst er bezog dies auf die Isländerstuten, die er betreute. Aber das sollte ich bald besser wissen. Marisa unterdessen, organisierte einen Transporter, der ihre neue Hafi-Deutsche-Reitpony-Mix Stute Ladine, zu sich nach Hause bringen sollte. Ich drückte Marisa am Ende noch einmal herzlich und wünschte ihr viel Glück für die Zukunft und natürlich auch für ihr neues Pferd. Sie nickte mir zu und meinte, sie wolle es noch einmal mit den Showprogrammen versuchen, allerdings nur noch im kleinen Rahmen. Ich fragte sie, was aus ihrer Reise werden würde. „Irgendwann,“, sagte sie und zwinkerte mir zu, „werde ich meine Reise mit Ladine beenden. Ich hab sie angefangen und wir werden sie zusammen zum Ende bringen.“ Dann war sie weg. Marisa, die Reisende, die endlich ihre lange Flucht vor einer schlimmen Tragöde beenden konnte und nun zu einer neuen Reise aufbrechen konnte. Eine Reise die glücklicher werden sollte.

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