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Danke, Joana
Keine leichte Wahl (5)
Nach der doch sehr temperamentvollen Cayenne, brachte die Reitlehrerin nun den Rappschimmel in die Mitte der Halle. Mit großen und aufmerksamen Augen schaute er sich ruhig um. Das er erst in der Halle aufgetrenst wurde, schien er gewöhnt zu sein und als es nun ans Longieren ging, fing er erst einmal an zu toben und zu zeigen, dass er Bewegung brauchte. Ich fragte nach seinem Namen und Alter, da er mir auf den ersten Blick noch recht jung erschien. Shadow, so war sein Name, war aber immerhin schon 10 Jahre. Die Reitlehrerin erzählte mir, dass er erst seit kurzem für das Voltigieren genommen wurde und eigentlich mehr im Reitunterricht verwendet wurde, weil er ein ausgesprochen talentiertes Springpferd ist.
Ich sah mir eine Weile an, wie der hübsche Wallach seine Runden buckelte und in einem höllischen Tempo an der Longe galoppierte. Nach ein paar Minuten legte sich ein Schalter bei ihm um und er wurde lammfromm. Er machte genau das, naja fast immer, was die Reitlehrerin von ihm wollte. Und es schien ihm richtig Spaß zu machen, zu zeigen was er konnte.
Nun war es an der Zeit für mich, eine Entscheidung zu treffen, welches Pferd ich kaufen würde...(FF)
Uiiii, die sind ja schnuffig. Wuerd sie dir ja glatt abkaufen
Sorry Nacomi, gerade an den beiden Fohlen hänge ich besonders, wird wohl nichts. Trotzdem Danke, züchtest du auf deinem VRH eigentlich auch?
Die sind echt super süß, die Kleinen *grins*
Hopla, deine Fohlen sind ja super hübsch geworden, so schön kuschelig. Cinderella gefällt mir von deinen ganzen Fohlen aber immer noch am Besten.
Danke Bella und Lena
Keine leichte Wahl (6)
Nun standen also die drei Pferde "Lukas", "Cayenne" und "Shadow" zur Auswahl. Grundsätzlich gefielen mir alle drei sehr gut. Lukas war derartig friedlich und brav, dass man sich wohl keinerlei Gedanken machen brauchte, dass er jemals einem Reiter ein Leid zufügen würde. Mit großen treuen Augen sah mich der Schimmel an, als ich ihm den Hals tätschelte. Dann ging ich weiter zu Cayenne. Sie gefiel mir sehr, aber für ein Pferd, das mit Anfängern Voltigieren sollte, war sie einfach zu temperamentvoll. Die hübsche Fuchsstute schaute nervös in der Stallgasse umher. Es kam mir vor, als ob sie nur raus hier, auf die Weide wollte. Und nun ging ich auf Shadow zu. Der Rappschimmel streckte mir kurz den Kopf zu, um zu schauen, ob ich etwas zu fressen in der Hand hätte. Nachdem er sah, dass da nichts war, wendete er sich ab und knabberte an ein paar Heuhalmen die in der Gasse lagen. Ich entschied mich nun für diesen Wallach. Shadow war ein klasse Pferd, recht unkompliziert und trotzdem temperamentvoll. Ein Pferd was überall einsetzbar war und von und auf dem die Reitschüler sicher auch lernen konnten. Ich hatte mein Voltigierpferd gefunden.
Nur ein Traum....
Im Stall war es dunkel. Kein Mondlicht konnte durch die Fenster dringen, weil dicke Wolken den Himmel bedeckten. Es war dunkel und kalt und als ich probierte den Lichtschalter an zu machen, gab es einen lauten Knall und kurz leuchteten die Birnen auf und erloschen sofort wieder. Während des kurzen Aufflackern des Lichtes, sah ich den schön geschnittenen Kopf meines Wallachs Mandras.
Ein Kurzschluss und das mitten in der Nacht, genau das, was ich jetzt nicht gebrauchen konnte. Aber ich musste doch zu meiner Leila. Leila hatte laut gewiehert und mich damit aus dem Schlaf geweckt. Die Islandstute war hoch trächtig und das Fohlen konnte jeder Zeit kommen. Leilas Wiehern war panisch und schmerzvoll und ich wollte zu ihr. Obwohl ich fror, traten Schweißperlen auf meine Stirn. Ich suchte nach der Taschenlampe, die links neben mir auf einem Hocker lag. Als ich sie fand und sie auch glücklicher Weise ohne Probleme anging, lief ich sofort zur Box von Leila. Meine Schuhe schienen am Boden zu kleben und jeder Schritt kam mir wie ein Gewaltakt und viel zu langsam vor. Nach einer Ewigkeit, so kam es mir, gelangte ich endlich zu der Box der Stute...(FF)
Nur ein Traum....(2)
Ich sah Leila auf dem Strohboden der Box liegen. Sie atmete schwer, ihr Leib zuckte heftig auf und ab und mit großen und ängstlichen Augen sah sie mich an. Völlig gelähmt stand ich da, schluckte und merkte wie hilflos ich war. Tränen traten in meine Augen und alles fing an sich zu drehen.
Schweißnass und mit einem Schrei wachte ich auf. Ich brauchte eine Weile, bevor ich begriff, dass ich mich in meinem Bett befand und das ich alles nur geträumt hatte. Ich wischte mir die Tränen aus den Augenwinkeln, setzte mich auf und sah aus dem Fenster. Es dämmerte bereits und wie in meinem Traum, hingen am Himmel dicke Wolken, die das Licht raubten. Ich stand auf, zog mir etwas an und ging zum Stall. Ich hatte das starke Bedürfnis nach der trächtigen Leila zu gucken. Im Stall war alles ruhig, nur ein paar Fliegen summten. In Leilas Box raschelte es und ich merkte, dass mich eine freudige Neugierde packte. Ich wusste, was ich in der Box sehen würde.
Leila stand in ihrer Box und leckte ihr Fohlen. Ein vollkommen gesundes und wunderschönes, kleines Hengstfohlen lag da im Stroh und erholte sich von der Geburt.
Vergessen und Verdrängen
\"Ruhig Brauner,\" hörte ich eine Stimme in der Stallgasse sagen. Ich drehte mich erschrocken um, denn ich hatte in den frühen Morgenstunden noch niemanden im Stall erwartet. Über den Hals meines braunen Wallachs Arolan linsten zwei blitzende, braune Augen und ein schwarzer Wuschelkopf, gefolgt von einem breiten Grinsen. \"Hi Luis, was machst du denn schon so früh hier?\" Schon als ich den Satz ausgesprochen hatte, merkte ich, dass es unfreundlicher klang, als ich es eigentlich geplant hatte. Aber eigentlich hätte ich wissen müssen, dass sich ein Luis von so was nicht abschrecken ließ. Er grinste noch breiter und kam auf mich zu. \"Ich wollte dich mal wieder besuchen und vor allem hat mich Robert informiert, dass du ein neues Fohlen hast.\" Meine Stirn legte sich offensichtlich in Falten, aber ohne mich auf ein weiteres Gespräch einzulassen, brachte ich Luis zur Box von Leila und ihrem kleinen Hengstfohlen. Auf Luis Lippen entstand wieder das fette Grinsen oder vielleicht war es in der Zwischenzeit gar nicht weg gegangen. Er schien sich tatsächlich für das Islandfohlen zu interessieren, aber er glaubte ja wohl selbst nicht, dass das der Grund war, warum er hier war...(FF)
Vergessen und Verdrängen (2)
\"Was für ein unglaublich niedliches Kerlchen,\" sagte Luis. Klar, ich fand das Fohlen auch niedlich, aber was war denn mit Luis los. Es war ja kaum auszuhalten, das Gelaber über ein niedliches Fohlen. Ich kannte Luis gut genug, um zu wissen,dass er da war, weil er mal wieder irgend etwas brauchte, Geld oder einen Unterschlupf oder sonst was. Ich merkte, wie ich ungeduldig wurde und sprach ihn direkt darauf an. \"Luis, sag mir was du möchtest. Um so schneller, können wir es hinter uns bringen.\" Er sah mich erstaunt an und schien tatsächlich überrascht durch meine Worte. Er fand seine Fassung schnell wieder, grinste etwas verlegen und sagte, dass er Geld brauchte. \"Also, das Übliche...,\"sagte ich in einem absolut unfreundlichen Tonfall.Luis Grinsen verschwand nicht und er nahm mich in den Arm und wollte mich küssen.Ich drehte meinen Kopf weg und schob ihn wütend von mir.\"Fass mich nicht an,\"sagte ich erstaunlich ruhig und ging aus dem Stall. Als ich merkte, dass Luis mir nicht folgte,rief ich ihn.\"Komm mit in die Küche, du willst doch bestimmt einen Kaffee,\"sagte ich und ging vor.Ich weiß nicht wieso, aber ich hing an Luis,obwohl er mich ständig mies behandelte...(FF)
Das ist aber ein sehr süßes Fohlen, noch so winzig und diese kleine Zunge.
Liebe Grüße Schneeweißchen
Ui - wie suess!!! Und schneeweisschen hat Recht, die Zunge ist herrlich!
*grins* Es heisst Luis...
Ohh das ist ja ein knuffeliges Ding - wirklich süß!
Danke, 
ich finde auch, dass er ein unglaublich putziges Pferdchen ist.
Und ja, er heißt Luis. Grins, Nacomi, mir ist auch schon aufgefallen, dass unsere Hauptdarsteller unserer Berichte die gleichen Namen haben.
Vergessen und Verdrängen (3)
Ich saß mit Luis in der Küche. Ich goss einen Schluck Milch in meinen Kaffee, er trank ihn wie immer pur schwarz. Luis sah mich nicht an und man merkte ihm an, dass er doch nicht so abgebrüht ist und es ihm unangenehm war, mich schon wieder um Geld zu bitten. \"Wieviel?\"fragte ich, um ihn zu erlösen. Luis blickte auf, seine dunklen Augen funkelten. \"Ich brauche 300 Euro.\" Ich nickte langsam und ich merkte wie mal wieder meine steile Stirnfalte wuchs. \"Ich habe genau 80 Euro im Haus.Die kannst du haben und dann verschwindest du,\" erklärte ich ihm knapp, wobei ich meine Kaffeetasse etwas zu schwungvoll auf dem Tisch abstellte, so dass er überschwappte. \"Anika,\" fing Luis in seinem gewohnten Tonfall an. Aber ich ließ ihn gar nicht zum Reden kommen, sondern, stand auf, gab ihm das Geld und schob ihn aus der Tür. Ich wollte das er geht und ich wollte zu meinen Pferden. So viele Aggressionen hatte ich schon lange nicht mehr unterdrücken müssen und die wollte ich jetzt los werden bei einem wilden Ritt mit Pepper. Der junge Holsteinerhengst liebte es im bekloppten Renngalopp über die Wiesen zu preschen.Genau das, was ich jetzt brauchte...(FF)
Ja, find ich lustig. Zufall? Was fuer einen Bezug hast du denn zu dem Namen? Kennst du tatsaechlich einen Luis oder ist der Name nur Fanatsie? *neugierig bin*
Luis kenne ich tatsächlich, aber er ist schon noch anders, als der den ich hier in meinem Bericht beschreibe. Aber vor allem mag ich den Namen sehr gern.
Und dein Luis, Fantasie oder Realität?
Aehnlich wie bei dir. Aber es gibt ihn ja und vom Charakter her passt er auch ganz gut zum Luis aus dem Bericht, aber eben nicht zu 100%...
Vergessen und Verdrängen (4)
Pepper war sensibel und nervig und dass ich gerade selbst so viel Unruhe in mir hatte, machte die Zusammenarbeit mit ihm nicht unbedingt einfacher. Der große Fuchs tänzelte unruhig auf dem Putzplatz hin und her und jedesmal, wenn er dir Kardätsche an einer kitzeligen Stelle spürte, schnaufte er unwillig und funkelte mich an. Ich ließ es bei einem kurzen Überputzen und beeilte mich mit dem Satteln und Trensen, denn ein langes rumgezuckel beim Trensen konnte Pepper gar nicht haben und freiwillig sein Maut aufmachen tat er natürlich auch nicht. Aber das ganze Spiel kannte ich ja schon und mit ein parr gezielten Griffen, war Pepper fertig und nun kam der lustige Teil. Schon als er merkte, dass ich auch nur den Fuß am Steigbügel hatte, lief er schon los. Normalerweise ließ ich ihm das nicht durchgehen, aber heute war es mir egal. Ich griff kurz an den Sattel, zog mich hoch und schon trabte Pepper gierig los. Ich schüttelte automatisch den Kopf, mit diesem Pferd musste ich noch viel arbeiten, bevor es für Reitschüler tauglich war. Als wir auf einer geraden Strecke angelangt waren, gab ich endlich seinem Drängen nach, ließ die Zügel frei und beugte mich weit nach vorn...(Ff)
Vergessen und Verdrängen (5)
Pepper machte seinen Hals ganz lang, während er mit großen Schritten beim Galopp ausholte. Ich machte mich so leicht wie ich konnte und ließ den Hengst laufen. Wie immer preschte der Fuchs ohne Verstand über den Weg, die Ohren platt nach hinten gelegt und mit rollenden Augen. Pepper kannte keinen langsamen Galopp, nur das Rasen. Bis er irgendwann völlig erschöpft, schweißnass und mit Schaum vorm Mund stehen blieb und sich zufrieden umschaute. Ich tätschelte ihm den schlanken Hals und lächelte in mich hinein. \"Verrücktes Pferd,\" schoss es mir durch den Kopf. Ich ritt ihn im Schritt nach Hause und rieb ihn ab. Danach brachte ich ihn zu den anderen Hengsten auf die Weide, wo er schon sehnsüchtig von seinem Zwillingsbruder erwartet wurde. Als ich mich umdrehte, um wieder zu den Stallungen zu gehen, stand Luis vor mir, viel zu nah, so dass ich mich gewaltig erschreckte. \"Luis, was machst du noch hier?\" fragte ich misstrauisch. Er schaute auf den Boden, schoss einen Kieselstein mit dem Fuß weg und nuschelte irgendetwas in sich hinein. Ich verdrehte genervt meine Augen. Ich ging an Luis vorbei und ließ ihn stehen...(Ff)
Vergessen und Verdrängen (6)
\"Nun warte doch mal,\" schrie er hinter mir her. Verzweiflung lag in seiner Stimme. Ich wusste selbst nicht, was ich wollte in diesem Moment, aber es gefiel mir, dass Luis verzweifelt war. Der sonst so obercoole Luis, der immer gut drauf war, war verzweifelt und brauchte meine Hilfe. Langsam und jede Sekunde genießend drehte ich mich zu ihm um. Doch als ich ihn ansah, gefror meine Freude zu einem Eisklumpen in meinem Magen. Da stand ein Häufchen Elend vor mir und so sehr ich es auch hasste, dass er mich ausnutzte, ich bekam Mitleid. \"Warum brauchst du das Geld?\" fragte ich ruhig und ohne Vorwurf in der Stimme. \"Diese Typen....,\" fing er an und ich wusste schon von wem er sprach und allein beim Gedanken an die Kerle bekam ich eine Gänsehaut. Das er sich mit diesen Leuten damals eingelassen hatten, wo harte Drogen und Waffen im Spiel waren, hatte ich nie verstanden. Wir redeten lange draussen vor der Hengstweide und Luis erklärte mir, dass er sich ein Pferd von mir leihen wolle und mit diesem auf abgelegenen Wegen nach Dänemark wollte. Ich fand diese Idee völlig absurd, aber Luis schien die feste Überzeugung zu haben, dass es das beste sei...(Ff)
Vergessen und Verdrängen (7)
Wir gingen ins Haus und setzten uns wieder in die Küche. Die Luft war kalt geworden und obwohl es in den letzten Tagen so warm war, machte ich die Heizung an, weil ich fror. Ich ließ mir, wärend ich Tee kochte, noch mal alles durch den Kopf gehen, was Luis mir gerade erzählt hatte. Er saß ruhig am Tisch, starrte auf seine Finger, die nervös auf den Tisch klopften. "Lass das," fuhr ich ihn an, weil es mich nervös machte. "Luis, deine Idee mit einem meiner Pferde nach Dänemark zu reiten, ist doch total beknackt," platzte es aus mir heraus. Er machte schon seinen Mund auf, um zu protestieren, aber ich redete weiter. "Du hast, wenn es hoch kommt, fünfmal in deinem Leben auf einem Pferd gesessen. Du hast keine Ahnung von Pferden. Du glaubst doch wohl nicht, dass ich dir eines meiner Pferde anvertrauen würde. Ich kenne niemanden, der so unverantwortungsbewusst mit seinem eigenen Leben umgeht. Ausserdem würdest du wahrscheinlich schon nach einem halben Tag im Graben liegen, selbst wenn ich dir mein bravstes Pferd geben würde," warf ich ihm an den Kopf und es tat unheimlich gut.
Luis schaute mich ausdruckslos an und sagte:"Dann komm mit!" (Ff)
Vergessen und Verdrängen (8)
Ich sah Luis ungläubig an und es dauerte eine Weile bis der Satz gesackt war. Ein breites, nein ein fettes Grinsen zeichnete sich auf meinen Lippen ab und ich fing an zu lachen. Es war kein nettes Lachen und Luis sah mich verständnislos an. Er trank einen Schluck Tee, stellte seine Tasse nervös ab und stand auf. Seine braunen Augen blickten traurig und ich merkte, dass ich zu weit gegangen war. "Dann werde ich jetzt wohl gehen," sagte er kurz und machte sich auf den Weg zur Haustür. Ein kurzer Blick auf die Uhr sagte mir, dass es schon nach 23 Uhr war und ich hielt Luis am Arm fest. "Es ist schon so spät, du kannst im Gästezimmer schlafen," schlug ich vor, aber er entzog sich meinem Griff und ging aus der Tür.
In der Nacht schlief ich nicht gut und durch mein schlechtes Gewissen geplagt, bekam ich einen wilden Albtraum. Ich war froh, als ich am Morgen aufwachte und aus einem inneren Drängen heraus ging ich sofort in den Stall, bevor ich irgend etwas anderes machte. Meine Pferde waren ruhig und wirkten noch etwas verschlafen. Ich ging an den Boxen vorbei und schaute in jede einzelne...(Ff)
Juhu!!
Ich finde Dragon ja ganz wundervoll!!
Hübsches Tier!
Einen wunderschönen Hof hast Du, gefällt mir sehr!!
Bye
Tina
Danke Colby, Dragon finde ich auch einfach nur wunderschön!
Vergessen und Verdrängen (9)
Als ich an der Box von Atreju stand, blieb mir das Herz stehen. Der große Apfelschimmel war nicht da. Die Boxentür war verschlossen, der Wallach war raus geholt worden. Hitze stieg in meinem Körper auf und ich wurde panisch. Ich rannte zur Sattelkammen und wuuste eigentlich schon vorher, dass ich den Sattel und die Trense von ihm nicht finden würde. \"Du Arsch....,\" schrie ich in die Stille des Morgens und wütend schnappte ich mir Sattel und Zaumzeug von Champagner und bereitete mich innerlich auf einen langen und anstrengenden Ritt vor. Kurz packte ich ein paar Klamotten in meinen großen Rucksack, nahm Essen und Trinken mit und rief Robert an, dass er sich in den nächsten Tagen, um meine Pferde kümmern sollte. Ich schaute auf die Landkarte, damit in etwa wusste, wie ich am besten reiten konnte und hoffte sehr, dass Luis den gleichen Weg nahm. Ich wollte ihn vor der dänischen Grenze erwischen. Diesesmal war er zu weit gegangen. Wieso konnte er es nie akzeptieren, wenn man nein sagte. Ausgerechnet Atreju hatte er sich genommen. Der Wallach war zwar ein sehr lieber, aber auch sehr temperamentvoll und im Gelände nicht einfach zu händeln...(Ff)
Vergessen und Verdrängen (10)
Champagner ritt sich gut. Er war ein williges, leicht zu reitendes Pferd, das schon auf kleinste Hilfen sensibel reagierte. Sein Galopp war schwungvoll und raumgreifend. Ich fühlte mich immer sehr wohl mit ihm im Gelände, allerdings konnte ich das heute nicht wirklich genießen. Ich hatte die Schenkel fest an Champagners Bauch, aber das hätte ich vermutlich nicht gebraucht, der Wallach spürte auch so das ich sehr schnell vorwärts kommen wollte. Geduldig und ausdauernd galoppierten wir über Waldwege, Wiesen und Sand. Ruhig leitete ich den Wallach durch die Asphaltstraßen von kleinen Dörfern. Ich war nun schon mindestens fünf Stunden unterwegs und eigentlich hätte ich Luis schon längst einholen müssen, weil er mit Garantie die ganze Zeit nur im Schritt ritt. Aber vielleicht unterschätzte ich auch sein reiterliches Können oder aber, er hatte doch einen anderen Weg genommen. Ich nahm mir vor, mir darüber keine weiteren Gedanken zu machen, sondern lieber Leute zu befragen, ob sie Luis und Atreju gesehen hatten....(Ff)
Vergessen und Verdrängen (11)
In den letzten Dörfern hatte man mir erzählt, dass man einen Reiter oder auch mehrere gesehen habe, aber natürlich konnte niemand sicher sagen, ob es Luis und Atreju waren. Ich hoffte einfach auf mein Glück und nachdem ich auf einer Wiese eine Pause gemacht und Champagner getrunken hatte, ritt ich im Galopp weiter. Ich wollte mir eigentlich gar keine Pause gönnen, aber Champagner brauchte etwas Ruhe. Wieder einmal brauchte ich den Wallach mit der ungewöhnlichen Farbe kaum antreiben. Und sicher setzte er seine Füße auch auf unebenem Gelände. Sobald ich aber merkte, dass der Weg zu holperig wurde, parierte ich ihn durch, auch wenn der Hannoveraner immer wieder trabte oder auch in den Galopp fiel. Ich war beeindruckt, was für eine Ausdauer er hatte. Nach einer Weile kamen wir in ein kleines Fischerdorf, direkt an der Nordsee. Ich fragte den ersten, der mir über den Weg lief, ob er einen unbegabten Reiter auf einem großen Apfelschimmel gesehen habe. Der alte Mann, mit dem verknautschten Gesicht, nickte. \"Ja, das ist einer vorbei gekommen. Im Trab hat er das Pferd auf dem Asphaltboden laufen lassen, obwohl es schon mächtig pustete,\" sagte er und kratzte sich am Kopf....(Ff)
Hey, deine Berichte in letzter Zeit gefallen mir richtig gut... mach weiter so, Kleine
Lasse mal ganz liebe Grüße hier,
Joana
Der kleine Luis ist ja echt süß, noch ganz grün hinter den Ohren *grins*
Danke Joana und Bella
Vergessen und Verdrängen (12)
Die Beschreibung die der Mann von Luis und Atreju gab, passte genau. Der weiße Holsteiner war ein wunderschönes Pferd und fiel einfach auf. Er erzählte, dass er die beiden vor einer halben Stunde gesehen hatte. Ich bedankte mich bei dem Alten und ließ Champagner im Schritt weiterlaufen. Das Letzte was ich wollte war, dass der Hanoveraner anfangen würde zu lahmen. Ich war froh, dass ich Luis so nah gekommen war. Das Dörfchen durch das ich ritt war ausgesprochen idyllisch. Ein paar ältere Leute unterhielten sich auf dem Marktplatz, neugierige Köpfe wurden aus dem Fenster geschoben, um zu sehen wer durch das Dorf ritt. Ein Lächeln umspielte meine Lippen, weil man mich ansah, als wäre ich eine Ausserirdische. Als ich aus dem Dorf war, machte sich Champagner unter mir lang und sprang sofort in den Galopp. Ich legte eine Hand auf seinen Hals und spürte wie seine kräftigen Muskeln sich rhythmisch bewegten. Ich war etwa eine halbe Stunde galoppiert, da sah ich nicht mehr ganz so weit entfernt einen Reiter auf einem Apfelschimmel. Mein Herz schlug schneller und ich trieb automatisch mehr mit den Schenkeln. Champagner spitzte die Ohren und holte weiter aus....(Ff)
Vergessen und Verdrängen (13)
Champagner galoppierte so schnell er konnte, obwohl wir einen so anstrengenden Ritt hinter uns hatten. Aber nicht nur er schien wieder energiegeladen zu sein, auch ich spürte eine wahnsinnige Anspannung in mir. Wut kroch in mir hoch und als ich so nah war, dass Luis mich hören konnte, schrie ich ihn an. \"Du Idiot, was fällt dir eigentlich ein?\" Erschrocken fuhr Luis zusammen und drehte sich zu mir um. Atreju schmetterte mir ein Begrüßungswiehern entgegen und ich hielt Champagner aus dem Galopp an. Ich sprang von ihm, zog Luis aus dem Sattel und Klatschte ihm eine. \"Wie kannst du es wagen, mein Pferd zu klauen?\" schrie ich noch immer und ging dann zu Atreju, um seine Beine abzutasten. Die eine Fessel war etwas geschwollen, aber er lahmte noch nicht. Ich streichelte den Schimmel ausgiebig, gab ihm ein Leckerli. Luis schien langsam seine Sprache wieder gefunden zu haben und raunzte mich an:\"Ich muss weg, kapier das doch endlich. Du hättest dein Pferd schon wieder gekriegt und nun geh bei Seite, ich muss weiter.\" Ich stand ihm völlig geschockt gegenüber und dachte, ich hätte mich verhört....(Ff)
Vergessen und Verdrängen (14)
Ich stellte mich schützend vor Atreju und funkelte Luis wutschnaubend an. \"Wag es mein Pferd auch nur anzufassen...\"sagte ich nur flüsternd, aber es hatte seine Wirkung nicht verfehlt. Luis schaute mich ausdruckslos an. Sein Blick wirkte fahl und er tat mir wieder leid. Er sackte auf den Boden, legte sich ins Gras und schloss die Augen. Champagner trat nun näher und stuppste Atreju zur Begrüßung an.Die Wallache mochten sich und Champagner,der rangniedriger als Atreju war,durfte nun an Atrejus Fell knabbern.Ich sah den beiden Pferden kurz zu und setzte mich dann zu Luis ins Gras.Kurze Zeit schwieg ich,aber irgendwann hatte ich genug von der Ruhe.\"Luis,wie soll es jetzt weiter gehen?\" fragte ich so ruhig wie möglich.\"Wie stellst du dir das vor?Ich kann dich mit Atreju nicht weiter reiten lassen.\" Luis drehte seinen Kopf zu mir und schaute mich an.Dabei musste er die Augen zusammen kneifen,weil er gegen die Sonne schauen musste.Ich merkte,wie er überlegte,was er sagen sollte.Stattdessen entschied er sich,seinen Kopf auf meine Oberschenkel zu legen und die Augen wieder zu schließen.Einen Moment war ich irritiert aber eigentlich war es ein gutes Gefühl...(Ff)
Vergessen und Verdrängen (15)
Ich stützte mich auf meine Arme nach hinten und merkte, wie müde ich war. Am liebsten hätte ich die Augen zu gemacht und geschlafen. Es war heiß und ich hatte Durst und Luis Kopf lag auf meinem Schoß, während er eingeschlafen war. Vorsichtig legte ich seinen Kopf ins Gras und ging dann zu den Pferden. Nachdem ich etwas getrunken hatte, befreite ich Atreju und Champagner von ihren Sätteln und dem Zaumzeug. Champagner ließ sich sofort auf die Erde fallen und wälzte sich ausgiebig. Atreju blieb noch ein bisschen bei mir stehen und schmuste mit mir. Ich machte mir ein wenig Sorgen wegen seiner geschwollenen Fessel, aber der Wallach war zum Glück sehr robust. Luis lag da im Gras und schlief friedlich und er sah schön dabei aus. Seine schwarzen Locken fielen ihm ins Gesicht, sein leicht geschwungener Mund hatte im Schlaf einen leicht zynischen Zug. Ich legte mich neben ihn und ruhte mich aus. Kurz bevor ich einschlief spürte ich wie ein Arm auf meinen Bauch gelegt wurde und drehte mich erschrocken zu Luis. Er hatte die Augen noch immer geschlossen, aber er zog mich zu sich und kuschelte sich an mich. Ich war zu müde, um mich darüber zu ärgern...(Ff)
Vergessen und Verdrängen (16)
Als ich aufwachte, lag ich allein auf der Wiese. Es war dunkel geworden, aber es war noch keine Nacht. Ich setzte mich auf und sah mich um. Luis war nicht da. Sofort ging mein Blick panisch in Richtung der Pferde und wie ich es schon erwartet hatte, stand Champagner allein auf der Wiese und fraß. Ich stand zu schnell auf und einen Moment war mir schwindlig. Ich rief Champagner und der Wallach mit der cremigen roten Farbe kam langsam auf mich zugetrottet. Ich sattelte und zäumte ihn auf, aber ließ mir Zeit damit. Denn diesesmal hatte Luis keinen großen Vorsprung. Ich stieg gerade in den Sattel, da hörte ich Hufgetrappel. Ich drehte mich um und sah Luis auf Atreju, auf mich zu reiten. \"Wo willst du denn hin?\" fragte er grinsend. Er hatte in der Hand zwei Kaffee und gab mir einen davon. Ich antwortete nicht, sondern entfernte den Kaffeedeckel und trank hastig. Dabei verbrühte ich mir etwas die Zunge und fing an zu fluchen. Luis lachte und trank selbst. \"Du dachtest, dass ich schon wieder verschwunden bin,\"sagte Luis etwas vorwurfsvoll. Ich zuckte mit den Schultern, klar hatte ich genau das angenommen....(Ff)
Vergessen und Verdrängen (17)
Wir setzten uns ins Gras und tranken den Kaffee. Ich merkte, wie ich Hunger bekam, bisher hatte ich es völlig verdrängt und während des ganzen Ritts noch nichts gegessen. Die Pferde grasten seitdem wir auf der Wiese angekommen waren die ganze Zeit und schienen sich gut erholt zu haben. Auch Atrejus Bein sah nicht mehr geschwollen aus. Vermutlich war es nur eine leichte Reaktion auf die Überanstrengung gewesen. Ich holte meinen Rucksack und kramte zwei belegte Brötchen hervor. Luis schielte vorsichtig rüber zu mir, nur nicht zu offensichtlich, bloß nicht irgend eine Blöße geben. Ich lächelte, ach Luis, schoss es mir durch den Kopf und ich warf ihm ein Brötchen rüber. Gierig wickelte er es aus, biss ab und quetschte ein \"Danke\" hervor. Die Brötchen nahmen nicht den ganzen Hunger, aber stillten einen großen Teil davon und nachdem wir gegessen und getrunken hatten, setzten wir uns zusammen, um zu reden, schon wieder und wir beide wussten, dass es ein anstrengendes Gespräch werden würde, in dem einer nachgeben musste. Und ich hatte das dumme Gefühl, dass ich diejenige sein würde...(Ff)
Du schreibst wirklich wahnsinnig, du hast ein Händchen dafür einen in eine andere Welt zu locken. Das musste ich dir jetzt mal sagen.
Hab dich lieb
Vergessen und Verdrängen (18)
Ich weiß nicht mehr wie lange wir im Gras saßen, aber es muss sehr spät gewesen sein, als Luis und ich aufstanden und zusammen in Richtung dänische Grenze ritten. Irgendwie hatte er mich überrumpelt oder er hatte einfach die besseren Argutmente, auf jeden Fall folgte ich mit Champagner, ihm und Atreju. Aber es war klar, dass sobald Luis Dänemark erreicht und eine Unterkunft gefunden hatte, ich mich mit meinen beiden Pferden auf den Heimweg machte. Aber eine Frage war noch offen für mich. \"Luis,\" fragte ich in die Dunkelheit hinein. \"Warum diese anstrengende Reise mit dem Pferd? Weshalb setzt du dich nicht in den Zug und fährst nach Dänemark?\" Luis schien eine Weile zu überlegen, was er mir antworten konnte und drehte sich dann im Sattel zu mir um.In der Nacht konnte ich nur schemenhaft seine Umrisse erkennen,keine gute Vorraussetzung für einen Nachtritt. \"Anika,diesesmal ist es wirklich ernst.Sie suchen mich gezielt.Ich habe Schiss und deshalb diese etwas merkwürdige Wegwahl.Ich glaube nicht,dass sie auf die Idee kommen,dass ich mich mit einem Pferd in Richtung Grenze absetze,\"erklärte er mir.\"So ernst?Du machst mir Angst,\"rutschte es über meine Lippen... (Ff)
Vergessen und Verdrängen (19)
Luis Körper, schien im Sattel regelrecht zusammen zu sacken. Einen Moment machte ich mir Sorgen, aber im nächsten Augenblick saß er schon wieder aufrecht und drehte sich wieder zu mir. Die Nacht war nun so dunkel geworden, dass ich nur noch Luis und Atrejus Bewegungen wahrnehmen, aber kaum noch die Silhouetten der beiden erkennen konnte. Deshalb erschrak ich auch, als ich Luis Hand an meiner Schulter fühlte. \"Ich wollte dich da nicht mit rein ziehen,\" sagte er ungewöhnlich sanft. Ich atmete tief aus, streichelte Champagners Hals, der ruhig und sicher auch in der Dunkelheit lief und lenkte den Wallach noch etwas näher an Atreju ran. Ich pflückte Luis Hand von meiner Schulter und behielt sie fest in meiner Hand. Mir fiel wieder auf was für große Hände Luis hatte. Dagegen wirkten meine zierlich und schmal. Wir ritten die Nacht durch, nur im Schritt, aber wir kamen ein gutes Stück weiter und am Morgen machten wir Rast, in einer etwas größeren Stadt. Unser Weg führte uns zu MC Donalds zum Frühstücken. Es war nicht meine Wunschraststätte, aber es war das erste Essbare, was wir am Morgen fanden...(Ff)
Vergessen und Verdrängen (20)
Wir aßen richtig viel und das fettige Mc Donalds Frühstück lag mir schwer im Magen, aber endlich hatte ich keinen Hunger mehr. Luis hatte wieder seine gute Laune zurück gewonnen. Er lachte und erzählte viel. Beinahe vergaßen wir, warum wir diesen Ritt machten. Aber wenn wir durch die großen Fenster nach draußen schauten und die Pferde angebunden auf dem Parkplatz sahen, wurde uns schnell wieder bewusst, dass Luis in einer sehr unangenehmen Situation war. Nachdem Essen gingen wir gleich zu Champagner und Atreju, die in der Zwischenzeit von einigen Kindern umringt waren. Die meisten Eltern versuchten die Kleinen zu bändigen, aber das Bedürfnis der Kinder, die Pferde zu streicheln, als auf ihre Eltern zu hören, war viel größer. Atreju und Champagner gefiel das, da hier und da auch ein Büschel Gras abgerupft wurde und von den kleinen Kinderhänden hin gehalten wurde, war ein angenehmer Nebeneffekt für die Beiden. Wir ritten weiter und ich merkte, dass ich tatsächlich Luis reiterliches Können unterschätzt hatte. Er ging ausgesprochen sensibel mit Atreju um, der nicht immer so einfach zu reiten war...(Ff)
Vergessen und Verdrängen (21)
Durch die relativ große Stadt zu reiten, war nicht sonderlich angenehm, auch wenn wir in den Randbezirken blieben und somit einigermaßen dem großen Straßenverkehr auswichen. Trotzdem mussten wir auf Hauptstraßen reiten und einige Autofahrer nahmen leider gar keine Rücksicht und rasten wie die Bekloppten an den Pferden vorbei. Wohl fühlte ich mich dabei nicht, denn Atreju tänzelte ständig unruhig und warf den Kopfnach hinten. Jedesmal zuckte Luis erschrocken zusammen. Champagner machten die Autos sehr viel weniger aus, deshalb tauschten wir beide die Pferde und so war es mir auch wohler, denn Atreju spürte wie ruhig ich bei den Autos blieb und das gab ihm Sicherheit. Nachdem wir aus der Stadt waren, lag nur noch ein halber Tagesritt vor uns, bis wir die dänische Grenze erreichten. Und diese Strecke konnten wir am Strand hinter uns bringen. Obwohl wir nun schon so lange geritten waren, donnerten die Pferde mit uns über den weichen Sand und kühlten im Meer dabei ihre Beine. Auch wir kühlten uns im Wasser ab. Es gingen nur leichte Wellen und irgendwie kam mir die Wassertemperatur viel zu kalt für die Jahreszeit vor... (Ff)
Vergessen und Verdrängen (22)
Mit der Zeit gewöhnten wir uns an das kalte Wasser und nach dem tagelangen Ritt, spürte ich endlich wieder meinen Körper normal. Wasser hatte immer diese entspannende Wirkung auf mich. Auch unsere Pferde hatten ihren Spaß im Wasser, vor allem Atreju, der wie ein Wilder immer wieder durch das Wasser galoppierte und eine wilde Gischt aufwirbelte. Nachdem wir eine Weile im Wasser gewesen waren, legten wir uns zum Wärmen in die Sonne an den Strand. Luis legte sich eng neben mich und schaute in die Wolken. Einen ernsten Gesichtausdruck hatte er angenommen, der ihn älter erschienen ließ. \"Heute Abend sind wir in Dänemark,\"fing er an zu reden. Ich nickte nur und wartete. \"Es tut mir leid, dass ich dir schon so oft weh getan habe und das ich diesesmal dein Pferd geklaut habe, war wohl auch nicht so nett,\" meinte er weiter. Ich schmunzelte, so konnte man es auch sagen. \"Aber ein Positives hatte die ganze Aktion...,\" Luis setzte sich auf, strich vorsichtig über meine Wange und grinste. \"Wir können wieder normal miteinander umgehen und ich glaube, ich habe mich wieder verliebt.\" Ich lächelte und nahm seine Hand von meiner Wange...(Ff)
Vergessen und Verdrängen (23)
Ich hielt Luis Hand nur kurz in meiner und ließ sie dann sinken. Ich setzte mich ebenfalls auf und gab ihm einen Kuss auf die Wange. Ein bisschen nervös wurde ich dabei, aber weniger wegen des Kusses, sondern viel mehr wegen dem, was ich ihm sagen wollte. Hin und her gerissen war ich und ich wusste schon, dass ich es bereuen würde, wenn ich ihm das sagte, aber es war das Vernünftigste. Luis schaute mich mit seinen dunklen Augen an und ich schloss kurz meine Augen, um mich zu sammeln. Schwapp, von oben bis unten war ich wieder nass. Ein kurzer Kreischer entfuhr meinen Lippen und Luis wälzte sich vor Lachen im Sand. \"Atreju,\" schrie ich und schaute nach dem Schimmel der nun völlig unbeteiligt im Wasser stand und so tat, als ob er nicht gerade ebend wie ein Bekloppter durch die Wellen geprescht sei und mich nass gespritzt hatte. Luis lachte immer noch und auch ich musste grinsen. Atreju kam auf mich zu und schob mir seinen hübschen Dickschädel zu. Wassertropfen an seinem Maul fielen in den warmen Sand und hinterließen dort ein hübsches Muster. Ich küsste den Wallach auf den Schopf, tätschelte seinen Hals und drehte mich wieder zu Luis...(Ff)
Vergessen und Verdrängen (24) I
ch hatte es Luis immer noch nicht gesagt, obwohl wir nur noch einen Kilometer von der Grenze entfernt waren. Die Sonne ging im Meer unter und der Himmel war knallrot. Schmutzige Luft, schoss es durch meinen Kopf, erhöhte Ozonwerte ließen den Sonnenuntergang so romantisch erscheinen. Ich lächelte in mich hinein und ließ Champagner den letzten Kilometer galoppieren. Luis musste nicht viel machen, denn Atreju stieg sofort in den Galopp mit ein und überholte Champagner. Hier am Meer trennte Dänemark und Deutschland nur eine Düne, die wir in diesem Augenblick überschritten. Eigentlich durfte man nicht in den Dünen reiten und deshalb sah ich mich auch sofort um, ob irgendwo jemand war, der uns Ärger hätte machen können. Aber es schien niemanden zu interessieren. Nur ein paar 100 Meter weiter, saßen ein paar Jugendliche am Strand und machten verbotener Weise ein Feuer. Hinter den Dünen war ein kleines Wäldchen und hinter diesem lag ein Urlaubsort, den Luis und ich schon aus früheren Ausflügen kannten. Allerdings waren wir noch nie zuvor dorthin geritten. Die Pferde gingen auf dem weichen Sand und durch das harte Gras im gemächlichen Tempo...(Ff)
Ich find deine Berichte einfach nur klasse... fände es schade wenn du irgendwann nicht mehr schreiben würdest... hab dich lieb, Süße
hast echt ein Händchen für die Schreiberei...
Danke Bella und Rillo. Soviel Lob, muss ich ja aufpassen, dass ich nicht eingebildet werde.
Letzter Teil von Vergessen und Verdrängen
Nun war die Zeit gekommen, sich von Luis zu verabschieden. Es war früher Abend und angenehm warm. Ein leichter Wind ging, während wir vor dem alten Bauernhaus standen und nach Worten suchten. Das alte Bauernhaus war eine Pension, die auch einen Stall hatte. Das war auch das erste, was wir getan hatten, als wir an der Pension ankamen, nämlich, wir haben die Pferde in den Stall gebracht und versorgt. Atreju und Champagner stürzten sich auf Heu und Hafer, als ob sie tagelang nichts zu fressen bekommen hätten. Luis hatte zwar kein Geld, um die Pension zu bezahlen, aber man hatte ihm angeboten, dass er dort wohnen konnte, wenn er im Stall und im Garten half.
Ich umarmte Luis und es tat so unheimlich gut. Wir mussten gar nicht viel sagen. Nur eins wollte ich los werden und das fiel mir schwer genug. "Luis, ich liebe dich nicht. Es ist lange her, dass ich dich geliebt habe, aber es ist zuviel passiert. Trotzdem mag ich dich im Augenblick mehr, als sonst irgend jemanden," erklärte ich ihm und schaffte es nicht dabei in seine Augen zu blicken.
An diesem Abend trat ich noch den Heimritt an. Und ich wusste, dass ich Luis endlich als richtigen Freund gewonnen hatte.
Bist du verrückt? Kannst doch nicht eifach mit Vergessen und Verdrängen schluss machen... der war doch so gut.... schade....
GLG, Joana
Schliesse mich rillo an: der Bericht ist einfach wundervoll! Ich konnte mir jede einzelne Szene genau vorstellen... Einfach toll!
Und an deinem Neuzugang Merlin haette ich vermutlich auch nicht verbeigehen koennen: einfach schoen.
Baci, Nacomi
Danke, euch beiden. Schön, wenn euch der Bericht so gut gefallen hat. Ich werde mir Mühe geben nochmal eine gute Serie zu schreiben.
Und ja, Merlin ist ein Goldschatz....
*grins* du bist echt des Todes, Süße... du kannst nicht einfach aufhörn mit ner Story wenn sie grade auf dem Höhepunkt ist 
wie soll ich denn heute nacht noch ruhig schlafen können, wenn ich dauernd dran denke dass ich jetzt keine anständige lektüre mehr habe? Also, der nächste Bericht muss her
Grins, ein kleiner neuer Bericht:
Wieder Zuhause
Die letzten Tage saßen mir in den Knochen und das erste was ich tat, war 24 Stunden am Stück zu schlafen. Meine Pferde wurden in dieser Zeit weiterhin von Robert betreut, dem ich unendlich dankbar für seine Hilfe war. Als ich nun endlich am Morgen wieder zu meinen Pferden gehen konnte, kam mir alles so unwirklich und fremd vor und es tat mir alles weh. Erst als ich vor meiner Gina stand hatte ich ein wenig das Gefühl, dass ich wieder Zuhause sei. Und dann kam ich zur Box von dem kleinen neuen Islandfohlen. Der kleine Falbe sah fast unauffällig neben seiner braunen Mutter Leila aus. So unauffällig wie Luis im Augenblick versuchte in Dänemark zu sein. Aber dieses Fohlen war in seiner Art vie zu hinreißend, als unauffällig zu sein und diese schönen braunen Augen, die mich so vorwitzig anschauten.... Ohne noch lange überlegen zu müssen, wusste ich, wie ich Leilas Fohlen nennen würde. Am Nachmittag des gleichen Tages stand neben Leilas Schild, ein Schild mit dem Namen Luis. Mit einem Schluck Sekt auf dem hübschen Schopf des Fohlen war der Name fest und gab mir ein gutes, warmes Gefühl.
Zwillingsfohlen
Als vor zehn Monaten der Tierarzt feststellte, dass meine Trakehnerstute Vavana trächtig sei, war ich überrascht. Na gut, es war vielleicht nicht wirklich verwunderlich, schließlich hatte ich ein paar Wochen vorher, meinen Hengst Dragon auf der Stutenweide bei Vavana gesehen. Das große Springtalent des Hengstes, hatte sich für ihn in dieser Situation ja ausgezahlt. Als der Tierarzt drei Monate später feststellte, dass Vavana nicht nur ein Fohlen, sondern sogar zwei bekommen würde, war ich nicht nur überrascht, sondern auch etwas geschockt. Ich hatte Angst um meine zierliche Stute und natürlich auch um die Fohlen. Als ich vor 2 Wochen in den Stall kam und dort zwei gesunde Fohlen neben Vavana im Stroh liegen sah, war ich überrascht und über glücklich. Wieso die Stute die Geburt so einfach, ein bisschen zu früh und völlig komplikationslos überstanden hatte, ist für mich ein Rätsel, aber ein wunderschönes. Eine kleine Stute und ein kleiner Hengst sind nun also neu auf meinem Hof und die beiden haben auch schon ihre Namen bekommen. Die schwarzbraune Stute heißt Magic und der kleine Fuchshengst heißt Mithras.
Und das hier sind die zwei kleinen Trakehnerfohlen.
http://www.aachenbreed.com/de/02_gestuet.html
Magic
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Und Mithras
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Und nachdem ich nun diese wunderschönen Trakehnerfohlen habe, habe ich mir schon überlegt, ob ich zu meinem Friesengestüt nicht auch noch ein Trakehnergestüt gründen werde. Ich denke, auf kurz oderlang, wird es sich dahin entwickeln.
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